Bad Mergentheim

Dreifaltigkeitskirche Löffelstelzen Dach und Zimmerarbeiten schon abgeschlossen / Decken und Innenschale gereinigt / Neuer barrierefreier Eingang und Vorplatz kommen

"Kirchenrenovierung kommt gut voran"

Seit August 2016 laufen die Renovierungsarbeiten an der Dreifaltigkeitskirche in Löffelstelzen. Es geht gut voran, und wenn es so weiterläuft, kann die Kirche im Mai 2018 wiedereröffnet werden.

Löffelstelzen. Großer Bahnhof in einem alten Kirchlein: Vor wenigen Tagen informierte die Kirchengemeinde über den Stand der Renovierungsarbeiten an und in der Dreifaltigkeitskirche. Neben Vertretern des Kirchengemeinderates, an der Spitze Dekan Ulrich Skobowsky, sowie Ortsvorsteher Egon Brand, Stadträten und MdB Alois Gerig konnte der zweite Vorsitzende des Kirchengemeinderats, Michael Müller, auch zahlreiche Löffelstelzer sowie Hanns Berger vom Architekturbüro Vix begrüßen. "Eigentlich wollten wir nur einen neuen, sicheren und barrierefreien Eingang", erinnerte Müller an die ursprüngliche Planung. Grund war, dass der Haupteingang direkt an der Ortsdurchfahrt ist - "das ist kein Zustand beim heutigen Verkehrsaufkommen".

Doch wie es so ist, wenn man klein plant, kommt oft Großes dabei heraus. Denn bei der Untersuchung der Kirche kamen viele Mängel zutage, also wurde umdisponiert. In Zusammenarbeit mit der Diözese und dem Denkmalamt sowie nach der Hinzuziehung von Restauratoren war schnell klar, "dass das deutlich mehr Arbeit wird. Und die Kosten gingen auch steil nach oben", sagte Müller.

Viel zu viel für die kleine Gemeinde

So stieg das Volumen auf 977 000 Euro - viel zu viel für die kleine Kirchengemeinde. Nach umfangreichen Vorarbeiten des Architekturbüros, Sachverständigen und Mitgliedern der Kirchengemeinde (wir berichteten) konnte im August vergangenen Jahres mit der Renovierung begonnen werden.

Hanns Berger vom Büro Vix machte beim Informationsrundgang auf eine Besonderheit aufmerksam: "Was die ehrenamtlichen Helfer hier leisten, ist bemerkenswert." In der Tat haben sie sich viel vorgenommen, denn diese Eigenleistung soll 95 000 Euro bringen. "60 000 wurden schon geschafft", betonte Berger.

Ohne Zuschüsse geht nichts, und so steuert das Land über das Denkmalschutzprogramm rund 60 000 Euro bei, der Bund über ein Denkmalschutz-Sonderprogramm weitere 75 000 Euro. Von der Diözese kommen 280 000 Euro, die Kirchengemeinde trägt den Rest, wobei auch rund 50 000 Euro Spenden aus der Gemeinde und dem Umland erwartet werden. Um so erfreulicher ist es, dass die Zuschüsse fließen, doch das war nicht einfach. So wurde der Antrag beim Bundesprogramm "erst einmal abgelehnt", erläuterte Müller. Dass es dennoch klappte, lag auch am Einsatz von MdB Alois Gerig. Und der Politiker sah mit großer Freude, dass die Mittel nun nicht nur fließen, sondern auch gut angelegt sind.

"Das Dach ist neu eingedeckt, die Zimmerarbeiten sind abgeschlossen, die Stuckdecke ist gereinigt und wieder sicher befestigt", erläuterte Berger. Die Ausstattung, also Bilder, und Statuen, "sind gereinigt und konserviert. Sie sind aber wie die Sitzbänke noch ausgelagert, denn wenn der Durchbruch für den neuen Eingang kommt, wird es nochmals staubig."

Neu getüncht wird im Inneren nicht, Berger sprach vielmehr von "Retuschierungen" - das Kirchlein soll seinen Charakter behalten. Allerdings wurden am Chorbogen alte Wandmalereien entdeckt, eines dieser "Fenster" soll offen bleiben, damit sich die Besucher einen Eindruck von der ursprünglichen Ausschmückung machen können - die Kirche wurde 1660 bis '61 erbaut und erst 1922 erweitert.

Aktuell sind noch die Installationsarbeiten im Gang, der Putz im Sockelbereich wurde entfernt, das Gemäuer entsalzt. Nur noch ein kleines Stück Sockel ist offen, ebenso natürlich das Mauerwerk am künftigen Eingangsbereich. So könne man zuversichtlich sein, dass der Zeitplan weiter eingehalten wird. Der gesetzte Termin für die Wiedereröffnung ist der Mai kommenden Jahres.

Großes Interesse

Am neuen Eingang - er ist dicht neben dem Turm - soll der dort vorhandene Raum für einen neuen Vorplatz genutzt werden. Diese Planung erläuterte Berger ebenfalls, und das Interesse war wiederum groß.

Was beim Vor-Ort-Termin deutlich wurde: Den Löffelstelzern ist ihre Kirche wichtig, und das ist sicherlich ein Grund für das große ehrenamtliche Engagement.