Bad Mergentheim

Evangelische Kirche „Hört der Engel helle Lieder“

Kinder bastelten für Engel-Projekt in der Schlosskirche

Archivartikel

Bad Mergentheim.Engel gehören zur Weihnachtsgeschichte einfach dazu. 68 bunte Engelgestalten, von Bad Mergentheimer Kindern gebastelt, bevölkern derzeit den rechten Seitenaltar der Schlosskirche.

Majestätisch überfliegen zwei große barocke Engel das ganze Jahr über den Altartisch, mit ihren Händen Segen spendend und Weisung verbreitend. Der Betrachter nimmt sie wahr als Teil eines Gesamtkunstwerks, das damals im 18. Jahrhundert dem Ruhm des Deutschen Ordens und seines Hochmeisters Franz-Ludwig dienen sollte.

Für Pfarrerin Regina Korn brauchte das eine Fortführung in die heutige Zeit. „Engel sind die Boten Gottes, durch die Menschen das Wunder dieser Heiligen Nacht verstehen“, stellte sie fest. Da kämen sie herab von der himmlischen Höhe und fänden ihren Platz nahe der Krippe mit dem Jesuskind. Weil nun die Bad Mergentheimer Weihnachtskrippe auf dem Altartisch aufgebaut ist, sollte die Engelschar darüber schweben. Getreu dem Weihnachtslied „Hört der Engel helle Lieder“ würden sie die Weihnachtsfreude so recht zum Klingen bringen.

Wer aber wäre geeigneter, diese vielen Engel zu fertigen, als eine Schar von Kindern, die mitten in der Corona-Zeit dabei ruhig werden und kreativ gestalten könnten? Also lagen ab dem 1. Advent 100 Engel-Bastelsets in der Schlosskirche bereit. Nicht lange - denn nach wenigen Tagen hatten sie Kinder und Familien abgeholt und machten sich ans Basteln und Bemalen der himmlischen Figuren.

68 Engel fanden bis Weihnachten ihren Weg zurück ins Gotteshaus und bekamen von Irmgard Kreiselmeier und Regina Korn ihre Plätze über der Krippe zugewiesen. „So viele bunte, fröhliche, anmutige, fliegende, singende und fürsorgliche Engel“, freute sich die Pfarrerin, hätten die Kindern gebastelt - mehr als eine Augenweide.

Geplant war, dass die Besucher während der ganzen Weihnachtszeit die geöffnete Schlosskirche besuchen und dem Jubel des Engelchors still lauschen könnten. Doch dann kam die Anordnung der Landesregierung, dass die Kirchen in den nächsten Wochen nur zu den Gottesdiensten geöffnet sein dürften, denn der Besuch einer Kirche gehöre nicht zu den „triftigen Gründen“, wegen der man das Haus verlassen dürfe. Schweren Herzens folgte die Pfarrerin der Weisung - und so kann die Engelschar nur zu den Gottesdienstzeiten besichtigt werden.

Guter Zweck

Ein guter Zweck wird aber auf alle Fälle erfüllt: Für jeden gebastelten und zurückgebrachten Engel wurden von Mitgliedern des Kirchengemeinderats fünf Euro für ein Kinderprojekt in Indien gespendet.

Die „Evangelische Mission in Solidarität“ in Stuttgart unterstützt in Südindien mehrere Kinderheime, in denen Kindern eine gute Ausbildung ermöglicht wird, so dass sich ihnen bessere Lebensperspektiven eröffnen. Das, so Regina Korn, sei gerade auch in der jetzigen Zeit wichtig, in der Indien ganz besonders von der Corona-Pandemie betroffen sei.

Zurück zu den Kindern, die sie gestaltet haben, dürfen die Engel am Ende der Weihnachtszeit fliegen. Weil die Abholung in der Kirche nicht möglich ist, stehen sie ab dem 12. Januar im Evangelischen Gemeindezentrum in der Härterichstraße 18 zum Abholen während der Bürozeiten bereit. peka

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