Bad Mergentheim

Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) Ortsgruppen der Region leisten viele ehrenamtliche Dienste in Schwimmbädern, an Seen und am Meer

Jeder ertrunkene Mensch ist einer zu viel

Archivartikel

Über 45 000 Mitglieder kümmern sich jährlich fast drei Millionen Stunden ehrenamtlich um die Sicherheit von Badegästen und Wassersportlern. Auch die Gruppen der Region leisten ihren Beitrag.

Bad Mergentheim/Weikersheim/Creglingen. Der DLRG-Bezirk „Tauber“ mit seinen fünf Ortsgruppen ist ein kleines, aber wertvolles Rädchen im großen Getriebe der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft, die mit ihren bundesweit 1,8 Millionen Mitgliedern und Förderern als die größte Wasserrettungsgesellschaft der Welt gilt. Mit der Gründung im Jahr 1913 hat sie sich auf die Fahnen geschrieben, Menschen vor dem Ertrinken zu bewahren.

Es sind beeindruckende Zahlen, die die DLRG vorweisen kann mit einem Blick in die Statistik der letzten knapp 80 Jahre, in denen zum Beispiel über 22 Millionen Schwimmprüfungen und über 4,5 Millionen Rettungsschwimmprüfungen abgenommen wurden.

Freiwillige Arbeit

In den rund 2000 Ortsgruppen leisten die ehrenamtlichen Helfer pro Jahr über 10 Millionen Stunden freiwillige Arbeit für ihre Mitmenschen. Zu diesen Ortgruppen im Altkreis Mergentheim, der als DLRG- Bezirk „Tauber“ zusammengefasst ist, gehören die Ortsgruppen Bad Mergentheim, Wachbach, Weikersheim, Niederstetten und Creglingen. Die DLRG-Bundeswehr-Gruppe Bad Mergentheim sei hier auch genannt, da sich ihr Haupttätigkeitsbereich ebenfalls im Altkreis Mergentheim befindet, auch wenn sie dem Landesverband Baden und dem Bezirk „Frankenland“ angegliedert ist.

Auf Nachfrage bei Heiko Lang, dem Vorsitzenden des DLRG-Bezirks „Tauber“ war zu erfahren, dass aktuell etwas mehr als 2100 Mitglieder in den fünf Ortsgruppen erfasst sind. Als Teil des DLRG-Landesverbandes Württemberg, ist man dem zehnten Wasserrettungszug des Landes Baden-Württemberg angegliedert, die Alarmierung erfolgt über die Integrierte Rettungsleitstelle in Bad Mergentheim.

Neben der Wasserrettung, so der Bezirksvorsitzende, besteht eine der Aufgaben der Ortsgruppen darin, die Ausbildung von Sanitätern, Nachwuchskräften für den Wasserrettungsdienst (Schwimmer und Rettungsschwimmer) und den Katastrophenschutz (Bootsführer, Sanitäter, Strömungsretter, Taucher) durchzuführen. In den Ortsgruppen werden Rettungsschwimmerkurse angeboten, Anfängerkurse für Kinder und Erwachsene, inklusive einem speziellen Jugend- und Nachwuchstrainings. Denn die Nachwuchsarbeit gehört zu den vordringlichsten Aufgaben der Ortsgruppen, die dies mit sehr viel personellem und zeitlichem Aufwand betreiben.

Die Rettungsschwimmer der Ortsgruppen leisten ehrenamtlich Rettungswachen an Badeseen und in Schwimmbädern der Region, außerhalb der Freibadsaison auch in den Hallenbädern.

Einige Ortsgruppen übernehmen nicht nur alljährlich Rettungswachdienste an der deutschen Nordseeküste, sie nehmen auch erfolgreich an Meisterschaften teil, um so ihre Einsatzbereitschaft im Wettkampf mit anderen Ortsgruppen zu testen. Klar, dass auch der gesellige Teil nicht zu kurz kommen darf, wo der Kreativität keine Grenzen gesetzt sind, denn der kameradschaftliche Aspekt spielt eine nicht zu unterschätzende Rolle.

Nachdem die diesjährige Freiluftsaison zu Ende gegangen ist, können die Ortsgruppen erste Fazits ziehen. Das erfreulichste dabei, so Heiko Lang, dass im Bereich des DLRG-Bezirks „Tauber“ auch 2019 keine Menschenleben durch Ertrinken zu beklagen sind, was sicher auch auf die vorbeugende Arbeit der Rettungswachdienste zurückzuführen sei.

In diesem Zusammenhang sind die neuesten Zahlen der DLRG Deutschland zu sehen, die vor kurzem bekannt gegeben wurden. Demnach sind in den ersten acht Monaten des laufenden Jahres 348 Menschen ertrunken, immerhin 97 weniger als im Vergleichszeitraum des Vorjahres.

Was laut DLRG auch auf den durchgängig nicht so heißen Sommer zurückzuführen ist. Denn die Statistik zeige, dass die Menschen oft sorglos ohne Rücksicht auf die heißen Außentemperaturen ins Wasser gehen und dies besonders oft bei unbewachten Gewässern. Unfallschwerpunkte seien nach wie vor unbewachte Flüsse, Teiche und Binnengewässer, wo 291 Menschen ertranken. Dem gegenüber stehe die Bilanz mit lediglich 22 ertrunkenen Menschen an den deutschen Küsten, auch wenn dort jeder ertrunkene Mensch einer zu viel ist. Denn die Küsten entlang der Nord- und Ostsee werden von Mai bis September durch 90 Stationen überwacht, womit jederzeit schnelle Hilfe geleistet und somit Schlimmeres verhindert werden kann.

Grandiose Leistung

Die Zahl der Ertrunkenen wäre sicher höher, sagen Experten, wenn es nicht das ehrenamtliche Engagement der unzähligen DLRG-Mitglieder aus der gesamten Republik gebe, die teils ihren Urlaub opfern um Leben zu retten. Eine grandiose menschliche Leistung die unbezahlbar ist, so die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft.

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