Bad Mergentheim

Kaufmännische Schule Autorenlesung mit Priya Basil

Interessante Fragen zum Gefühl der Entfremdung

Bad Mergentheim.Priya Basil las in der Kaufmännischen Schule aus ihrem neu erschienen Buch „Gastfreundschaft“ und stellte sich den vielen Fragen der Schüler aus der Berufsfachschule sowie dem Wirtschaftsgymnasium.

Priya Basil wurde in London geboren, hat kenianische sowie indische Wurzeln und lebt aktuell in Berlin.

Sie veröffentlichte neben ihren Büchern auch zahlreiche Essays für renommierte Zeitungen in Europa. Außerdem ist sie Mitbegründerin für „Authors for Peace“.

In der heutigen Zeit wird es immer wichtiger, jungen Erwachsenen Literatur nahe zu bringen, sie im Lesen zu fördern aber auch zu unterstützen. Deshalb ist eine Begegnung mit Autoren im schulischen Umfeld von besonderer Bedeutung.

Die Autorin ermöglichte den Schülern einen Einblick in die vielen Facetten von „Gastfreundschaft“, denn dieser Begriff enthalte mehr als das alltäglich Normale, die Gespräche über Gott und die Welt, die Politik, die Kultur oder Ähnliches. Sie sei ein vielseitiges Geben und Nehmen, das Familie, Freunde oder Fremde mit einschließt und man in jeder Kultur andere Ausprägungen davon vorfindet. Die Autorin hielt ein leidenschaftliches Plädoyer für ein gastfreundliches Europa, was besonders in der jetzigen Zeit immer mehr an Bedeutung gewinnt, denn genau die Freizügigkeit der EU ist für die Autorin ein unverdientes Privileg, denn der Nationalismus sei das Gegenteil der Gastfreundschaft. Sie selbst setzt sich für die EU, aber auch für einen EU-Feiertag, mit dem man das Wir-Gefühl stärken könne, ein. Ihre Lesung war sehr kurzweilig, sie wechselte sich mit ihrem Mann, Matthias Fredrich-Auf der Horst, ab und gab zwischen den einzelnen Lesepassagen immer wieder Einblicke in ihre Gedanken- beziehungsweise Lebenswelt.

In der anschließenden Gesprächsrunde mit den Schülern kamen interessante Fragen auf, unter anderem nach dem Gefühl der Entfremdung, der Dauer des Schreibprozesses für das aktuelle Buch oder auch dem Empfinden nach Interkulturalität. Entfremdung empfindet Frau Basil beispielsweise, wenn sie als Frau nicht gerecht behandelt werde.

Schreiben sei für sie ein Weg, die eigene Meinung auszuarbeiten, ein Buch ist aber auch „ein Gespräch mit anderen Büchern“. Hier könne man vielfältige Gedanken einbringen, philosophische Abhandlungen vollführen sowie auf Missstände aufmerksam machen. Sie selbst antwortete weiter, dass sie dank der deutschen Übersetzung ihres Buches neu in ihre Gedanken verliebt gewesen sei. Abschließend zeigte sie auf, dass es sich lohnt, in der Welt zu sein und sich einzumischen, denn das bringe neue Erfahrungen mit sich. ksm

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