Bad Mergentheim

Soziales Gemeinsame Ehrung durch DRK-Ortsverein und Stadt Bad Mergentheim / Jürgen Klingler 125-facher „Lebensretter“

In einem Jahr fast 1500 Blutspenden abgegeben

Archivartikel

Bad Mergentheim.Der DRK-Ortsverein und die Stadt Bad Mergentheim haben im Kulturforum 41 verdiente Blutspender geehrt. Einer davon, Jürgen Klingler, hat sogar schon 125-mal Blut gespendet.

Im Beisein der Verantwortlichen der DRK-Ortsvereine Bad Mergentheim und Markelsheim Raimund Rüdenauer und Urban Schurk sowie des Präsidenten des DRK-Kreisverband Bad Mergentheim, Prof. Dr. Thomas Haak, betonte Oberbürgermeister Udo Glatthaar die enorme Wichtigkeit des Blutspendens. Es bedeute uneigennützige Hilfe am Nächsten, ehrenamtliche Leistung und nicht zuletzt Lebensrettung.

Jede Spende zähle, so der OB. Viele Patienten verdankten ihr Leben fremden Menschen, die sie nie getroffen hätten. Menschen, die ihr Blut freiwillig und uneigennützig spendeten. Auf die Statistik eingehend, betonte Glatthaar, dass seit 1995 in Bad Mergentheim-Kernstadt jährlich vier Blutspende-Aktionen stattfänden. Von November 2018 bis Oktober 2019 wurden in der Kernstadt 913 (Vorjahr: 983) Blutspenden abgegeben, d.h. durchschnittlich ca. 228 pro Spendentermin.

Außerdem hätte es je zwei Spendenaktionen in Rengershausen mit 282 Spenden und Markelsheim mit 283 Spenden gegeben. Die Gesamtspendenzahl in Bad Mergentheim beliefe sich somit auf 1478 (Vorjahr: 1605). Im Main-Tauber-Kreis hätten 2018 insgesamt 48 Blutspendeaktionen 7873 Spenden erbracht (Vorjahr: 7560 Spenden). Das Spendenaufkommen pro Aktion lag hier bei ca. 164 Spenden. Der DRK-Blutspendedienst Baden Württemberg- Hessen gGmbH versorge ca. 330 Krankenhäuser in Baden-Württemberg und 110 in Hessen mit Blut und Blutprodukten. Täglich würden in Deutschland 15 000 Blutspenden für die Versorgung von Kranken und Verletzten benötigt, in Hessen seien es täglich 900 und in Baden-Württemberg 1800 Blutspenden, so OB Glatthaar weiter.

Hierfür führe der DRK-Blutspendedienst neben seinen fünf Standorten über 4600 mobile Blutspendeaktionen durch. Aktuell habe er dafür 29 Entnahmeteams.

Von den 358 093 Blutspendern im Jahre 2018 seien 42 Prozent weiblich und 58 Prozent männlich. Das Durchschnittsalter betrage 44 Jahre, bei Erstspendern 29 Jahre.

Prof. Dr. Thomas Haak, der neue Präsident des Kreisverbands Bad Mergentheim, betonte, dass auch in der heutigen modernen Medizin Blutspenden unverzichtbar seien. Nach einem kurzen biografischen Rückblick auf seinen Weg zum neuen Präsidenten des Kreisverbands Bad Mergentheim machte Haak deutlich, dass auch das perfekteste medizinische Versorgungssystem bei schweren Verletzungen und lebensbedrohlichen Krankheiten ohne Blut nicht funktionsfähig sei. Viele Operationen, Transplantationen und die Behandlung von Patienten mit bösartigen Tumoren seien nur möglich, wenn ausreichend Blutpräparate vorhanden seien. Diese könnten nach wie vor nicht künstlich hergestellt werden: Zur Blutspende gebe es, so Prof. Dr. Haak, noch keine Alternative.

Heute seien der überwiegende Teil der Blutempfänger Patienten mit bösartigen Erkrankungen. Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit Blutkrebs (Leukämie), Lymphknotenkrebs oder anderen Krebserkrankungen bräuchten dringend Blut. Moderne Behandlungsmethoden wie die Chemotherapie böten den Patienten eine reelle Chance auf Heilung. Allerdings führe die Chemotherapie oft zu einer vorübergehenden kompletten Unterdrückung der körpereigenen Blutbildung. Die Patienten seien dann auf Blutübertragungen angewiesen. Daneben benötigten auch Menschen mit Herzerkrankungen, Magen- und Darmkrankheiten, Unfallverletzungen und andere Krankheiten immer wieder Blut. Eine Vollblutspende werde durch Zentrifugierung in ihre Blutbestandteile Blutplasma, Blutplättchen, weiße Blutzellen und rote Blutkörperchen aufgeteilt. So bekomme jeder Patient nur die Bestandteile, die er benötige. Jede Blutspende helfe somit mehrfach.

Gewohnt souverän und humorvoll brachte DRK-Ortsvereinsvorsitzender Raimund Rüdenauer seinen Dank an die Blutspender auf den Punkt: „Die Werteträger sind Sie, schwätzen ist Silber, Blutspenden ist Gold.“ Gleichzeitig lobte er die vielen ungenannten, ehrenamtlichen Helfer, ohne die es Blutspenden in dieser Form nicht gebe.

Mit der Ehrung der einzelnen Blutspender durch Oberbürgermeister Udo Glatthaar, Prof. Dr. Haak, Raimund Rüdenauer und Urban Schurk, endete die von Kerstin Odenbreit vom städtischen Hauptamt bestens organisierte Veranstaltung.

Zum Thema