Bad Mergentheim

Kurverwaltung und Kitzberg-Klinik Aktion zum Internationalen Tag der seelischen Gesundheit

Immer noch mit einem Stigma versehen

Archivartikel

Bad Mergentheim.Die „World Federation for Mental Health“ (WFMH) hat mit Unterstützung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) den internationalen Tag der seelischen Gesundheit 1992 initiiert. Seither finden rund um Donnerstag, 10. Oktober vielfältige Aktionen statt, um über psychische Erkrankungen zu informieren.

Psychische Erkrankungen können heutzutage gut behandelt werden und sind gar nicht selten. Laut dem Bundesministerium für Gesundheit leidet fast jeder dritte Mensch in Deutschland im Laufe seines Lebens an einer behandlungsbedürftigen psychischen Erkrankung.

Bedauerlicherweise sind psychische Erkrankungen aber heute immer noch mit einem Stigma versehen. Die Angst vor einer Stigmatisierung verhindert oftmals, dass sich der Betroffene Hilfe holt. Es ist wichtig über psychische Erkrankungen zu sprechen, da in der Gesellschaft häufig noch mangelndes oder falsches Wissen zu psychischen Erkrankungen vorherrscht. Die Kurverwaltung Bad Mergentheim und die Kitzberg-Kliniken nehmen daher den Tag der seelischen Gesundheit zum Anlass, um über psychische Krankheiten aufzuklären und die Bevölkerung zu sensibilisieren. Die Informationsveranstaltung findet am Dienstag, 8. Oktober im Kursaal statt.

Von 17.30 bis 19 Uhr werden Workshops zu den Themen „Wenn Essen zum Zwang wird“, „Schulvermeidendes Verhalten, Schulangst, Bullying – Phänomene, Hintergründe und Hilfsmöglichkeiten“ sowie „Psychische Erkrankungen während und nach der Schwangerschaft – Auswirkungen auf die Mutter-Kind-Bindung“ angeboten.

Eine Anmeldung für die Workshops ist bis Dienstag, 1. Oktober, im Gästeservice im Haus des Gastes im Kurpark oder unter Telefon 07931/965-250 erforderlich. Ab 19.30 Uhr finden Vorträge im Großen Kursaal statt. Einleitend gibt Prof. Dr. med. Dr. rer. pol. Dipl.-Psych. Niels Bergemann einen Überblick über psychische Erkrankungen insgesamt.

Der Ärztliche Direktor und Chefarzt der Kitzberg-Kliniken wird zudem das Krankheitsbild der posttraumatischen Belastungsstörungen und Traumafolgestörungen genauer darstellen.

Neben den Merkmalen des Störungsbildes wird Prof. Dr. Dr. Bergemann auch die verschiedenen Behandlungsmöglichkeiten aufzeigen. Ihm folgt Dipl.-Sozialpädagogin Christiane Meurer. Die Leitende Therapeutin der Kitzberg-Kliniken wird über „Bindungsstörungen und Wege in eine sichere Eltern-Kind-Bindung“ informieren. Die Bindungsstörungen sind ein wichtiges Krankheitsbild aus der Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychosomatik. „Gelungene Bindungserfahrungen in den ersten Lebensjahren führen zu einem stabilen Selbstwerterleben und bilden die Grundlage von guten Beziehungen im Erwachsenenalter“, erläutert Meurer. In ihrem Vortrag werden unter anderem die Fragen beantwortet, wie eine positive Eltern-Kind-Bindung gelingen kann, nach welchen Kriterien Bindungsstörungen im Kindes- und Jugendalter diagnostiziert werden und welche Möglichkeiten der Therapie es gibt. Abschließend beschäftigt sich Dr. Katrin Helmbold mit den häufigsten psychischen Erkrankungen, den Angststörungen. „Innerhalb eines Jahres leiden etwa 15 Prozent der Menschen in Deutschland an einer Angststörung, etwa doppelt so viele Frauen wie Männer“, verdeutlicht die leitende Psychologin der Kitzberg-Kliniken. Sie wird in ihrem Vortrag die Symptome von Angststörungen beschreiben und die verschiedenen Formen der Angsterkrankungen darstellen. Ebenfalls werden die Diagnose- und Therapiemöglichkeiten vorgestellt. Der Eintritt ist frei.

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