Bad Mergentheim

„Nishta Germany“ in Markelsheim Spende der Kolpingsfamilie und des katholischen Frauenbundes für Corona- und Überlebenshilfe

Humanitäre Hilfe in Indien mit 1000 Euro gefördert

Archivartikel

Markelsheim.Das Hindi-Wort „Nishtha“ bedeutet neben „Vertrauen“ und „Glauben“ auch „Einsatzfreude“. Diese wird zur Zeit besonders benötigt in dem Land, das weltweit die zweithöchsten Coronafälle meldet. Seit 25 Jahren betreibt dort die österreichische Ärztin Dr. Barbara Nath-Wiser ein medizinisches Hilfsprojekt am Fuße des Himalayas. Seit vier Jahren wird dieses Projekt durch den in Markelsheim gegründeten Verein „Nishtha Germany“ tatkräftig unterstützt.

In der Hauptversammlung informierten die Vorstandsmitglieder über die Veranstaltungen des vergangenen Jahres und die finanziellen Möglichkeiten zur Unterstützung einzelner Projekte in Rakkar Village, Nordindien. Ein wichtiger Programmpunkt der Hauptversammlung war neben den Berichten des Schriftführers und der Schatzmeisterin die Übergabe einer großzügigen Spende der Kolpingsfamilie Markelsheim und des katholischen Frauenbundes Markelsheim. Diese und weitere Spenden aus ganz Deutschland machen die Weiterführung der Arbeit von Dr. Barbara Nath-Wiser möglich.

Außer der Förderung von Studenten, Therapie für behinderte Kinder und Hilfe für unverheiratete Frauen steht aktuell vor allem die Verteilung von Lebensmittelpaketen im Vordergrund. Millionen von Wanderarbeitern aus ländlichen Gebieten, die in den großen Städten ihr Geld verdienten, versuchen verzweifelt, nach Hause zu kommen und dies meistens zu Fuß. Arbeiter, Studenten und Menschen, die unterwegs waren, strandeten an Plätzen, an denen sie nicht zu Hause sind. Ohne Arbeit, Einkommen oder funktionierende Lebensmittelkarte wurden sie über Nacht mittellos. Ein eigenes, besonderes Ernährungsprogramm wurde von Nishtha für die Schulen gestartet. Es versorgt 150 Kinder und ihre Familien mit nahrhaften Lebensmittelrationen. Das medizinische Team arbeitet weiterhin für das Wohl der Armen und Alten in der Ambulanz. Selbstgenähte Gesichtsmasken werden zusammen mit Seifen an die Patienten verteilt. Regelmäßig fährt ein Team in die Dörfer und erläutern ausführlich das Händewaschen und andere Infektionsschutzmaßnahmen. Die Mehrzahl der Frauen, Kinder und Männer leben unter der Armutsgrenze und haben aufgrund dessen keinen Zugang zu einer medizinischen Versorgung. In absoluten Zahlen gerechnet, steigen die erfassten Neuinfektionen in Indien seit Wochen schneller als in jedem anderen Land der Welt. In den Metropolen wie der Hauptstadt Neu-Delhi und dem Finanzzentrum Mumbai zeigen sich keine Anzeichen für ein Abebben der Infektion. pm

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