Bad Mergentheim

Jugendgemeinderat tagte Klimaschutz-Anträge und weitere Projekte auf den Weg gebracht / „Dirt Park“ für Mountainbikes und BMX-Räder

Hügelige Rad-Erlebnisstrecke und Bücherschrank geplant

Archivartikel

Bad Mergentheim.Der Bad Mergentheimer Jugendgemeinderat (JGR) hat in seiner jüngsten Sitzung eine Reihe von Projekten auf den Weg gebracht.

Die bereits in vergangenen Sitzungen beratenen Klimaschutz-Forderungen der Jugendlichen wurden formal beschlossen. Der Antrag kann damit im Oktober in den Ausschüssen vorberaten werden, bevor der Gemeinderat abschließend darüber entscheidet. Bedauert wurde von Seiten des Gremiums, dass sich der formale Prozess seit Monaten hinzieht. Die Verwaltung verwies auf die Regularien, wonach es einen JGR-Beschluss vor der vollständigen Beratungsrunde in den Gemeinderats-Gremien braucht.

Inhaltlich beschreibt der Jugendgemeinderat in dem Papier konkrete Ziele und Projekte für die Stadt. Diese betreffen Mobilitäts-Fragen wie die Förderung des Radverkehrs, den Energieverbrauch in städtischen Einrichtungen oder die Prüfung von Ratsvorlagen auf ihre ökologischen Auswirkungen. Der komplette Jugendgemeinderats-Antrag kann auf der städtischen Internetseite www.bad-mergentheim.de im Bereich „Jugendgemeinderat“ eingesehen werden.

Ganz knapp nicht in den Antrag geschafft hat es der Vorschlag, die klimapolitischen Forderungen mit der Ausrufung des „Klimanotstandes“ für Bad Mergentheim zu flankieren. Fünf Jugendliche hatten dafür votiert, fünf dagegen, zwei JGR-Mitglieder enthielten sich. Die Befürworter argumentierten, dies werde der Situation durchaus gerecht und sei „in der Wirkung nicht zu unterschätzen“. Die Skeptiker vertraten hingegen die Ansicht, dass ein singulärer Notstand nur in Bad Mergentheim und wenigen anderen Kommunen nicht zu begründen sei. Auch Oberbürgermeister Udo Glatthaar hatte dies als seine persönliche Ansicht vertreten.

Die sonstigen inhaltlichen Punkte des Antrages wurden einstimmig beschlossen. Udo Glatthaar bedankte sich auch noch einmal herzlich für den Einsatz und die Unterstützung der Jugendlichen bei der Landesgartenschau-Bewerbung. Beim Thema Klimaschutz gebe es erfreulicherweise „einen großen Konsens in der Stadt“.

Weiteres Thema war die Errichtung eines so genannten „Dirt Parks“ – einer aus Erde angelegten hügeligen Erlebnisstrecke für Mountainbikes und BMX-Räder. Der Wunsch nach einer solchen Anlage war von Bad Mergentheimer Jugendlichen an den Jugendgemeinderat herangetragen worden. Stadtbaudirektor Bernd Straub stellte nun zwei mögliche Standorte im Bereich Auenland, in der Nähe vom Deutschorden-Gymnasiums sowie im Bereich des Gewerbegebietes Braunstall vor.

Favorisiert wurde der Standort Auenland. Eine Arbeitsgruppe aus Jugendgemeinderäten und Bauamt soll die genaue Ausgestaltung des Dirt Parks nun gemeinsam planen. Auch die Jugendlichen, von denen die Anregung kam, sind zum Mitmachen eingeladen. Die Stadtverwaltung wird noch die Haftungsfragen klären.

Neben diesem Projekt verfolgt der Jugendgemeinderat auch das Ziel, einen Bücherschrank in der Innenstadt aufzustellen. Aus diesem können rund um die Uhr Bücher entnommen werden und gleichzeitig kann jeder ihn mit Lesestoff für andere befüllen. Kulturamtsleiter Kersten Hahn wies in diesem Zusammenhang noch einmal darauf hin, dass die Nutzung der Stadtbücherei für Kinder und Jugendliche kostenlos sei und die Einrichtung sich sehr über einen Besuch und den Austausch mit dem Gremium freuen würde.

Selbst bauen

Der Vorschlag von Kersten Hahn, einen Bücherschrank im Rahmen eines gemeinsamen Projektes auch selbst zu bauen, fand große Zustimmung. Spontan erklärten sich gleich acht Jugendgemeinderäte bereit, dabei mitzumachen. Als mögliche Standorte wurden in einer ersten Ideenfindung Gänsmarkt, Deutschordenplatz sowie Kur- und Schlosspark genannt. Das Projekt soll in Zusammenarbeit mit der Stadtbücherei entstehen, deren Besuchs-Einladung die JGR-Mitglieder auch demnächst annehmen werden. stv

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