Bad Mergentheim

57. Märchedoler Fastnacht Buntes Programm geplant / Erste Prunksitzung am 27. Januar / Kartenvorverkauf

Hohn und Spott für die Machthaber

Archivartikel

Bad Mergentheim.Die Bezeichnung Fastnacht bezog sich ursprünglich nur auf den Dienstag vor Aschermittwoch. Fastnacht stammt von Fasten ab und bezieht sich ebenso wie das Wort Karneval, das nichts anderes bedeutet wie „Wegnahme des Fleisches“ nur auf den Vorabend der Fastenzeit. Im Laufe der Jahre weitete sich der Begriff allerdings auf die gesamte Narrenzeit aus.

Manch einen wundert es, dass die Fastnacht mit christlichen Traditionen in Zusammenhang gebracht wird und andererseits es bei dem fastnachtlichen Treiben mitunter eher unchristlich zugeht. Das brachte so manchen auf die Idee, die Wurzeln der Fastnacht woanders zu suchen. So meinte man bald, Fastnacht komme von „faseln“, also „dummes Zeug reden“. Aber da ist man ganz schön auf dem Holzweg, denn die Fastnacht kann nicht losgelöst von der kirchlichen Fastenzeit betrachtet werden. Ohne die vorösterliche Bußzeit gäbe es auch die närrischen Tage nicht.

Heutige Bräuche

Die heutigen Fastnachtsbräuche entstanden erst nach und nach und haben sich aus regionalen Eigenarten gebildet. So verspottete man in Mainz die Franzosen und in Köln durften die Preußen straffrei verballhornt werden.

Närrische Prunksitzungen wurden abgehalten und Fantasieorden wurden verliehen. Damit verhöhnte und verspottete man die jeweiligen Machthaber mit ihrem prunkvollen Gehabe. Von „faseln“ und „dummes Zeug reden“ sind die Fastnachter, insbesondere in unserer Region weit entfernt. In ihren närrischen Vorträgen werden oft auch heikle Themen angesprochen, die sich sonst so niemand zu sagen getraut.

Hier in der Kurstadt

Auch hier in der Kurstadt haben sich Prunksitzungen und närrische Tanzabende etabliert und sind aus dem Veranstaltungskalender nicht mehr wegzudenken. Zum 57. Mal feiern die „Lustigen Gesellen“ der Mergentheimer Kolpingsfamilie nun schon die „Märchedoler Fastnacht“.

Mit viel Herzblut organisieren sie Prunksitzungen, Tanzabende und die Kinderfastnacht in der Stadt.

Los geht es am Samstag, 27. Januar, mit der ersten Großen Prunksitzung. Bereits am 28. Januar sind dann die Senioren der Stadt zur nachmittäglichen Sitzung geladen. Mit der Weiberfastnacht am 8. Februar, an der die „Gräni Gang“ wieder richtig einheizt, beginnen dann die eigentlichen tollen Tage.

Die zweite Prunksitzung ist am 10. Februar, dem Fastnachtssamstag, und am Sonntag geht der gesamte Hofstaat zum Gottesdienst in das Münster.

Tanzbein schwingen

Das Tanzbein darf am Rosenmontag, 12. Februar, geschwungen werden. Den Abschluss der närrischen Tage machen dann die Kinder am 13. Februar im katholischen Gemeindehaus.

Der Kartenvorverkauf beginnt am Samstag, 13. Januar, von 10 bis 12.30 Uhr im Kolpingheim in der Marienstraße 1a.

Ab Montag, 15. Januar, sind die Karten dann laut Mitteilung in der Tourist-Information im alten Rathaus zu haben.

Die Aktiven der Kolpings-Narrengilde treffen sich am kommenden Samstag, 13. Januar, bereits um 9.30 Uhr zum Aufbauen und Dekorieren im katholischen Gemeindehaus. ge