Bad Mergentheim

Gute Zeiten, schlechte Zeiten

Sascha Bickel zur Corona-Krise und großen Themen im Gemeinderat

Die Stadt Bad Mergentheim ist auch in der Corona-Krise handlungsfähig und willens, der örtlichen Wirtschaft bestmöglich zu helfen. Das zeigten die vergangenen Wochen und auch die debattenreiche Ratssitzung am Donnerstagabend. Das verdient Lob und Anerkennung, wie es der Oberbürgermeister selbst auch im Rahmen seiner Positionsbestimmung nach draußen weitersagte.

Die Kurstadt hat richtigerweise Rücklagen seit 2016, also in den guten Zeiten, gebildet, um sie jetzt in der Not verwenden zu können. Dennoch hat Bad Mergentheim auch viele Projekte noch vor sich und viele Aufgaben zu leisten und bräuchte das Geld eigentlich für anderes, so dass die Spielräume erwartungsgemäß kleiner werden. Jetzt 500 000 Euro in einen städtischen Nothilfe-Fonds zu pumpen, ist richtig, ebenso wie bei den kommunalen Projekten nicht nachzulassen, um die Wirtschaft zu stützen.

Aber es herrschte nicht nur Einigkeit in der Sitzung: Der Leitfaden für die „private Straßenmöblierung des öffentlichen Verkehrsraumes“, also beispielsweise für Gastronomen gültig, sorgt für einigen Unmut – auch schon vor Corona. Hier bedarf es Lösungen, die allen Betroffenen, die Luft zum Atmen lassen.

Und auch beim Schließen der Baulücken in Bad Mergentheim muss ein neuer Anlauf her. Straßen, Wasser- und Stromnetze wurden gebaut und werden mit Geldern der Allgemeinheit unterhalten, doch so manches Baugrundstück liegt (teils seit Jahren) brach. Es kann nicht der Weg sein, immer neues Bauland teuer zu erschließen, zumal die Ausweitung des Straßen- und Leitungsnetzes auch nach Corona die Stadtkasse dauerhaft belastet und jetzt schon Wege gesucht werden müssen, die Ausgaben langfristig eher zu reduzieren.

 
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