Bad Mergentheim

Kommunalpolitik „Gratis-WLAN nutzen statt abschalten“

Grüne Stadträte beklagen sich

Archivartikel

Bad Mergentheim.Die Grünen in Bad Mergentheim beklagen sich über eine Maßnahme der Stadtverwaltung im Zusammenhang mit der Corona-Krise.

Im Namen der Grünen-Gemeinderatsfraktion teilte Thomas Tuschhoff mit: „Wir Bad Mergentheimer Stadträte wurden von der Entscheidung der Stadtverwaltung überrascht, das freie WLAN im gesamten Stadtgebiet abzuschalten. Wir haben es, wie alle anderen, aus der Zeitung erfahren.

Es gehe darum, ’jeglichen unnötigen Aufenthalt im öffentlichen Raum zu unterbinden’, begründet die Verwaltung diesen Schritt. Es solle jeder Grund vermieden werden, die eigene Wohnung zu verlassen. Doch damit schießt sie weit übers Ziel hinaus, meinen wir Grüne. Wir befürchten, dass mit dem Abschalten sogar das Gegenteil dessen erreicht wird, was erreicht werden soll. Wir haben einen anderen Vorschlag.

Von der Abschaltung der freien Hotspots besonders betroffen sind Geflüchtete, die in ihren Unterkünften vielfach keinen Internetzugang haben. Der ist für sie aber oft die einzige Informationsquelle. Sie davon abzuschneiden ist nach unserer Auffassung kontraproduktiv. Denn damit erhalten Geflüchtete auch keine Information mehr über die Corona-Epidemie und was dagegen zu tun ist.

Nicht der Aufenthalt im Freien ist zu unterbinden, sondern der enge Kontakt zwischen Menschen. Deshalb hat die Landesregierung die Ansammlung von mehr als zwei Menschen verboten, nicht aber den Aufenthalt im öffentlichen Raum. Das freie WLAN in der Stadt kann gefahrlos genutzt werden, solange man dabei mindestens zwei Meter Abstand voneinander hält.

In einer E-Mail an den Oberbürgermeister am Samstag haben wir einen Alternativvorschlag gemacht. Statt das freie WLAN abzuschalten soll bei jedem Einloggen Information über das richtige Verhalten während der Corona-Epidemie in der Sprache der Nutzer eingeblendet werden. Davon erhoffen wir uns mehr Erfolg im Kampf gegen die Verbreitung des Corona-Virus, als vom Abschalten des kostenlosen WLAN-Zugangs“, so Tuschhoff. grue

Zum Thema