Bad Mergentheim

Leserbrief Zu den Schäden durch Wildschweine (11. April)

"Grün-schwarzer" Peter

In dem Bericht über die Problematik der Schwarzwildschäden haben sowohl der Berichterstatter als - leider - auch seine jagdlichen Gewährsleute einen wichtigen Punkt "diskret" umgangen: Das Jagd- und Wildtiermanagementgesetz (JWMG) besagt: In der Zeit vom 1. März bis 30. April sind sämtliche Wildtiere mit der Jagd zu verschonen (allgemeine Schonzeit). Abweichend. . . sind die Jagd auf Schwarzwild im Wald bis zu einem Abstand von 200 Metern vom Waldaußenrand. . . und in der offenen Landschaft zulässig. Im Klartext heißt dies: Gerade jetzt, wo Rotten teilweise bei Tageslicht im noch lichten Wald unterwegs und daher sehr gut im Detail anzusprechen (erkennen, was geschossen werden kann und was zu schonen ist) und sicher - da vertraut wechselnd - zu erlegen wären, muss die Jagd zur Eindämmung der überbordenden Schwarzwildbestände größtenteils unterbleiben.

Ursprünglich war von der Jagdgegnerlobby übrigens eine Jagdruhe von März bis Oktober angedacht, aber vermutlich hat damals sogar Herr Bonde erkannt, dass dann Jagdreviere nicht mehr verpachtbar sein werden. Die Gesetzesmaßnahme soll dem Tierschutz dienen, weshalb jetzt noch mehr Sauen auf Drückjagden erlegt werden müssen, wo aufgrund der dann herrschenden Umstände sowohl das Ansprechen als auch der Schuss wesentlich unsicherer sind.

Die jetzt regierungsbeteiligte CDU hatte ja ursprünglich versprochen, das JWMG im Falle einer Regierungsübernahme zu kippen, hat aber bei den - wie wir inzwischen wissen, teilweise geheimen - Verhandlungen über die Minister- und Staatssekretärspöstchen großzügig darauf verzichtet.

Somit bleibt der "grün-schwarze" Peter weiterhin bei den Jägern und Landwirten.