Bad Mergentheim

Natur und Umwelt Entsetzen bei Bürgern in Dainbach / Landratsamt ordnete nur kleinere Abräummaßnahmen an und erstattet Anzeige gegen Unbekannt

Großer Biberbau am Dainbächle zerstört

Archivartikel

Der Biber am Dainbächle war fleißig. Zu fleißig. So ordnete das Landratsamt kleinere Abräummaßnahmen an, aber Unbekannte zerstörten auch mutwillig den großen Staudamm.

Dainbach.Zwischen Dainbach und Unterschüpf fließt das „Dainbächle“ in einem Durchlass unter der Landesstraße 579 hindurch. Hier waren laut Landratsamt Biber aktiv und haben Äste in den Durchlass eingebracht, so dass ein Rückstau mit Überflutung der Landesstraße drohte. „Das Umweltschutzamt des Landratsamtes hat der Großen Kreisstadt Bad Mergentheim die Genehmigung erteilt, diesen kleineren Damm zu entfernen, damit es nicht zu der befürchteten Überflutung kommt“, bestätigt der Pressesprecher des Landratsamtes, Markus Moll, auf Anfrage. Diese Arbeiten seien vom städtischen Bauhof wie vereinbart vor kurzem ausgeführt worden.

Straftat

Zerstört wurde aber auch das große Biber-Staubauwerk etwa 40 Meter talaufwärts, Richtung Dainbach. Dazu sagt Markus Moll: „Hierfür gab es keine Genehmigung des Landratsamtes. Hinsichtlich der Verursacher wird aktuell ermittelt, zumal es sich voraussichtlich um eine Straftat handelt. Das Landratsamt wird hierzu auch noch die Polizei einschalten. Nach bisherigen Erkenntnissen erfolgte die Zerstörung des größeren Dammbauwerks durch unbekannte Dritte“, so Moll.

Entsetzt sind viele Bürger in Dainbach und Naturfreunde aus der Region. Am vergangenen Wochenende machten Bilder vom zerstörten Biberbau in sozialen Netzwerken die Runde. Irritiert reagiert auch Ortsvorsteher Thomas Faulhaber. Er wusste um die Überflutungsgefahr an der Landesstraße nach Unterschüpf und rechnete hier mit einem Einschreiten des Landratsamtes.

„Die Stelle am Durchfluss unter der Straße ist problematisch. Es kann zu Verstopfungen kommen und bei Starkregen dann zu Hochwasser und Überflutungen.“ Dass nun das gesamte Biberbauwerk zerstört wurde, auch 40 Meter bachaufwärts, entsetzt ihn ebenso. In die Maßnahmen des städtischen Bauhofs an der Straße war er selbst nicht eingebunden und darüber auch nicht vorab informiert.

Der große Biber-Staudamm hatte bereits einen See auf einem Acker zur Folge, weiß Faulhaber und berichtet noch, dass der Biber schon seit zwei Jahren am Dainbächle fleißig sei. Es seien einige Bäume von ihm gefällt worden.

Wiederaufbau?

Der Acker-Besitzer habe laut Ortsvorsteher versucht, mittels Landratsamt und Biberbeauftragten, Rohre durch das Staubauwerk hindurch zu verlegen, um wenigstens einen gewissen Wasserdurchfluss zu gewährleisten.

Dies habe aber nur wenig gebracht, sagt Faulhaber noch – und er hat auch abschließend eine gute Nachricht im Gepäck: Der Biber habe bereits mit dem Wiederaufbau seines Staudamms begonnen. . .

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