Bad Mergentheim

Herbstkonzert der Chorgemeinschaft Neunkirchen-Wachbach Fünf weitere Chöre zu Gast / Beeindruckende Leistungen

Großer Beifall war am Ende der Lohn

Die Chorgemeinschaft Neunkirchen-Wachbach lud zum Herbstkonzert in der Aula der Grundschule Wachbach ein – und es kamen nicht nur die Chorgemeinschaft, sondern auch fünf weitere Chöre.

Wachbach. Um es gleich vorweg zu nehmen: Die Besucher in der gut besetzten Aula waren begeistert von der Vielfalt der dargebotenen Werke und den Sängern.

Kersten Mauritz von der gastgebenden Chorgemeinschaft begrüßte die Besucher. Bürgermeister-Stellvertreter Klaus-Dieter Brunotte überbrachte die guten Wünsche von Oberbürgermeister Udo Glatthaar und sprach vom sinnstiftenden gemeinsamen Singen, welches die Gemeinschaft stärkt.

Andreas Mühleck übernahm die Moderation des Abends. Die Chorgemeinschaft Neunkirchen-Wachbach begann unter ihrem Leiter Theo Spannagel den Liederreigen mit „Conquest of Paradise“ von Vangelis. Es folgte von Johann Strauss der Männerchor „Im Feuerstrom der Reben“ aus der Operette „die Fledermaus“. Zeigten die Männerstimmen im ersten Lied die ganze Breite männlicher Stimmgewalt, so konnten sie in der Fledermaus, die von Vizedirigent Volker Burkhart dirigiert und von Theo Spannagel am Klavier begleitet wurde, ebenso glänzen mit Flexibilität und schlankem Ausdruck. Großer Beifall für diese Leistungen war der Lohn.

Es folgte der evangelische Kirchenchor Neunkirchen-Wachbach unter der Leitung von Hanna Ursin, die den Chor vor allem klanglich voran gebracht hatte, mit einem Volkslied aus Südafrika: „Sanna, Sannanina“. Hier wurden die afrikanischen Rhythmen mit einer Trommel begleitet und unterstützten die fremdartige Wirkung dieser Musik. Im folgenden Lied „Verleih uns Frieden“ von Mathias Nagel zeigten sich abwechselnd die Männerstimmen und die Frauenstimmen in sehr guter Verfassung.

Die Chorgemeinschaft Althausen-Edelfingen präsentierte sich mit ihrem Vizeleiter Theodor Erhard mit sauberer Intonation und reinen Mozartschen Harmonien in dem Lied „Wo Musik sich frei entfaltet“. Es folgte „Aloha Oe“ in einer Bearbeitung von Hans Schemitz und „Träume aus der Kinderzeit“ von K. Komzak, sehr beschwingt vorgetragen. Der Chor besticht besonders mit seinen klaren Sopranen. Großer Beifall für diese Darbietung.

Der Männergesangsverein Werbach wird geleitet von dem 81 jährigen Dieter Bender aus Wertheim. Was er aus den 19 Männerstimmen aus Baden in einem Heimatlied von Max Orrel herausholt, ist einfach beeindruckend. „Das Glück der Welt“ in einem sehr ansprechenden Satz von Dieter Bender mit Bariton Solo in der Mitte und wirklich guter Sprachverständlichkeit ließen die Zuhörer freudig applaudieren.

Der katholische Kirchenchor Wachbach unter der Leitung von Erich Sittinger zeigte, wie man ohne Pausen mehrere Lieder miteinander verbinden kann, indem aus dem Schluss eines jeden Liedes mit dem Klavier virtuos ins nächste Lied per freier Improvisation übergeleitet wurde. So bunt wie der Herbst war die Liedfolge: Zunächst das Volkslied „Bunt sind schon die Wälder“, „Dies ist der Tag, der uns vereint“ von Klaus Heizmann, „Die Macht der Musik“ von Valentin Rathgeber und „Unsere kleine Nachtmusik“ frei nach Mozart von Lorenz Maierhofer gesetzt.

Die Pause leitete die Chorgemeinschaft Neunkirchen-Wachbach ein mit einem Lied von Udo Jürgens, gesetzt von Otto Groll: „Griechischer Wein“. An dieser Stelle wurden noch die Ehrungen durchgeführt: Wilfried Rüger, Martin Mühleck und Franz Scheidel bekamen die silberne Nadel des Chorverbands Schwäbischer Sängerbund für 40 Jahre Chorsingen und Klaus Breiter wurde mit einer Urkunde und einem kleinen Geschenk vom Verein geehrt für 25 Jahre aktiver Mitgliedschaft.

In der Laudatio betonte Volker Burkhart die Wichtigkeit des Singens mit kleinen Kindern in deren hoher Stimmlage und forderte die älteren Sänger auf, sich der Stimme ihrer Enkel anzunehmen, dass auch in Zukunft wieder Sänger geehrt werden können für 40 Jahre aktives Singen. Wie zur Bekräftigung alles Gesagten erklang nun von allen Sängern des Abends und dem Publikum mit Inbrunst gesungen das gemeinsame Bundeslied von Wolfgang Amadeus Mozart „Brüder reicht die Hand zum Bunde“.

Nach einer Pause setzte die Chorgemeinschaft Althausen mit dem Abendchor aus „Nachtlager von Granada“ von Conradin Kreutzer das Programm fort. Wieder war das Publikum begeistert von den hellen Sopranen und dem sonoren Bass. „Es klingt ein Lied“ von Otto Groll wertete Sanne Kümmerer mit einem schönen Hornsolo auf. Mitreißend war dann auch das Lied Funiculi-Funicula von Luigi Denzer.

Der Männergesangsverein Werbach lud mit seinem Lied „Kein schöner Land“ zum Mitsingen ein. Das folgende „Montanare“ mit einem Satz von Toni Ortelli und Luigi Pigarelli begleitete Dieter Bender gefühlvoll am Klavier. Auch dieser vierstimmige Satz glänzte durch ein schönes Tenorsolo in der Mitte. Langer Applaus wurde belohnt mit einer Zugabe: „Abendfrieden“ von Desch. Und wieder wurde der warme weiche Klang der Männerstimmen bewundert.

Der evangelische Chor Neunkirchen-Wachbach setzte seinen Schlusspunkt mit zwei Liedern: „Die Himmel erzählen die Ehre Gottes“ von Fritz Baltruweit und „Im Eschenhain“ von Paul Zoll. Es folgte die Chorgemeinschaft Neunkirchen-Wachbach mit dem Lied „Time to say goodbye“ und „Abendfrieden“ von Franz Schubert. Lang anhaltender Applaus zwang zu einer Zugabe: das ostdeutsche Lied „Bajazzo“.

Zu guter Letzt wurde ein gemeinschaftliches Kanon-Quodlibet gesungen, wobei der Chor aus Jebenhausen mit seiner Leiterin Swetlana Masson, der zu Besuch in Bad Mergentheim weilte, besonders zum Einsatz kam. Aus vieler Munde erklangen gleichzeitig und gewaltig drei Kanons, nämlich „Himmel und Erde“, „Heut kommt der Hans zu mir“ und „Es tönen die Lieder“. Die Begeisterung war so groß, dass noch spontan der Kanon „Heaven is a wunderful place“ den Saal zum Beben brachte. Volker Burkhart

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