Bad Mergentheim

„Jüdische Kultur“ Veranstalter sind sehr zufrieden / Führungen

Große Nachfrage

Archivartikel

Bad Mergentheim.Die anlässlich des „Europäischen Tages der Jüdischen Kultur“ am Sonntag vom Residenzschloss Mergentheim in Kooperation mit dem Verein „Stolpersteine Bad Mergentheim“ veranstalteten und von Klaus Huth geleiteten Führungen „Spuren jüdischen Lebens in Mergentheim“ (wir berichteten) erfreuten sich einer unerwartet hohen Nachfrage.

Von einem „wunderbaren Erfolg“ sprach Elfriede Rein vom Residenzschloss Mergentheim. So wurden wegen des großen Interesses gleich drei Führungen angeboten, und „alle waren ausgebucht“. Das sei, so Rein weiter, „nicht selbstverständlich“.

Auch Klaus Huth zeigte sich „positiv überrascht“ von der großen Teilnehmerzahl und dem so deutlich gewordenen Interesse an der Jüdischen Geschichte der Stadt. „Zu den Führungen um 12, 14 und 15.30 Uhr kamen insgesamt 50 Interessenten“, sagte Huth. Teilweise nahmen sie zum Teil weite Anfahrtswege in Kauf; manche seien sogar aus Stuttgart gekommen. „Das Thema ’Judentum’ bewegt. Aufgrund des wieder zunehmenden und auch stärker offen gezeigten Antisemitismus in unserer Gesellschaft kommt es zu einer Gegenbewegung. Viele Menschen setzen sich ganz bewusst wieder stärker mit der Geschichte des Judentums auseinander“, sagte Huth. Und der Lehrer macht an dieser Stelle auf Weiteres aufmerksam: „Im Grunde geht es hier nicht nur um Ereignisse, die 80 Jahre zurückliegen, sondern darum, was die Mehrheitsgesellschaft mit einer Minderheit macht beziehungsweise geschehen lässt.“

Abschließend noch eine Richtigstellung: Auf dem Gelände der Realschule St. Bernhard sind nicht, wie irrtümlich berichtet, drei, sondern fünf Stolpersteine. Diese erinnern an die Familie Rothschild. HP

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