Bad Mergentheim

Deutschordensmuseum Ausstellung „Prima Klima“ zum Deutschen Karikaturenpreis eröffnet

Greta und die asylsuchenden Eisbären

„Prima Klima“ heißt die neue Ausstellung im Deutschordensmuseum zum Deutschen Karikaturenpreis 2019. 172 Grafiken zum Lachen und Nachdenken werden bis zum 1. März 2020 gezeigt.

Bad Mergentheim. „Karikaturen legen den Finger in die Wunde, nähern sich auf Umwegen einem kritischen Thema und nehmen oft erstaunliche Perspektiven“, sagte Museumsdirektorin Maike Meyer-Trentin bei der Eröffnung der neuen Ausstellung zum Deutschen Karikaturenpreis 2019 im Deutschordensmuseum. „Wir sind stolz, dass wir die Sieger und die besten Arbeiten für unsere Schau gewinnen konnten“, freute sie sich. Zu sehen gibt es insgesamt 172 Grafiken rund um das Thema „Prima Klima“, dem Motto des aktuellen Karikaturenpreises. „Die Leitfiguren sind immer wieder Eisbären und Kreuzfahrtschiffe“, erläuterte Trentin-Meyer. Wobei der Kreuzfahrt-Tourist sozusagen der Klassenfeind in der Ausstellung sei.

Einen großen Raum nimmt auch Greta Thunberg und ihre Wirkung auf die junge Generation ein. So zum Beispiel in einer Karikatur von Christian Stellner, der die junge Schwedin im Stile von Edvard Munchs berühmtem Bild „Der Schrei“ zeigt. Aber auch zahlreiche weitere Aspekte rund um das Thema haben die Künstler aufgegriffen, wie etwa SUVs und Steingärten.

„Satire hat auch Grenzen“

Dass Satire auch ihre Grenzen hat, betonte Landrat Reinhard Frank in seinem Grußwort. Diese müsse zwar übertreiben und überspitzen, habe aber ebenso eine Verantwortung. „Satire darf nicht beleidigen, herabsetzen und demütigen“, so Frank. Die Kunst- und Meinungsfreiheit finde ihre Grenzen in der Würde anderer Menschen.

Von der Ausstellung in den Räumen des Deutschordensmuseums zeigte sich der Landrat sehr angetan. „Ich bin total elektrisiert, denn die Bilder treffen den Nerv unserer Zeit“, sagte der Kommunalpolitiker. Besonders gefallen hat Frank nach eigener Aussage eine Zeichnung von Axel Bierwolf.

Darauf zu sehen sind einige Regenwürmer, die von der Brücke eines Raumschiffs aus auf die Erde schauen – und deren Kommandant sagt: „Also gut, wir brechen ab – holt unsere Jungs da raus!“. Dass es für die Besucher im Roten Saal des Deutschenordensschlosses nicht nur Heiteres zu sehen, sondern auch zu hören gab, dafür sorgte Kabarettist Bernd Gieseking. Der Ostwestfale ließ das Jahr, mit zahlreichen Pointen gespickt, Revue passieren. Für ihn war 2019 vor allem das Jahr der Frauen. Allen voran Greta Thunberg und Carola Rackete – „der Sonnenaufgang einer verantwortlichen Jugend“. Nicht zu vergessen aber auch Ursula von der Leyen, die nach Brüssel „entkommen“ ist. „Was ein Glück“, merkte Gieseking verschmitzt an. Und Annegret Kramp-Karrenbauer, die Verteidigungsminister geworden ist – „Was ein Pech“. Denn eigentlich habe die Annegret ja nur Kanzlerin werden wollen, „und plötzlich muss sie in den Kosovo und sonst wo“.

Klopp als Hoffnungsträger

Gar nicht gut habe es hingegen 2019 bei den Herren der Schöpfung ausgesehen. „Sogar der Hoeneß hat hingeschmissen“. Und CSU-Chef Markus Söder werde zu einem Weichei, das Bäume umarmt. Aber zumindest einen Hoffnungsträger sah Gieseking für das vermeintlich starke Geschlecht: „Der einzige, der es wirklich drauf hat, ist Jürgen Klopp“. Der wurde nämlich von der Fifa als bester Fußballtrainer der Welt ausgezeichnet. Seine Gedanken hatte der Unterhaltungskünstler sich ebenfalls über die Kanzlerkandidaten-Diskussion in der CDU gemacht. Und hatte dabei mit Philipp Amthor einen überraschenden Favoriten. „Das ist der zweitjüngste Abgeordnete im Parlament, aber er wirkt wie der älteste“, merkte der aus Minden stammende Unterhaltungskünstler spöttisch an. Die CDU würde mit ihm dann quasi auf den Enkeltrick setzen, erklärte Gieseking dem Publikum augenzwinkernd.

Musikalisch untermalt wurde die Ausstellungseröffnung von Pianist Helge Barabas, der mit schwungvollen Klängen für die passende Stimmung sorgte.

Wer sich die abwechslungsreiche Karikaturen-Ausstellung selbst anschauen will, hat ab sofort bis zum 1. März 2020 die Gelegenheit dazu. Zudem findet am 1. Dezember, 14.30 Uhr, eine Führung durch die Schau mit Christel Nowak statt.

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