Bad Mergentheim

Amnesty International Unterstützung notwendig

Gewerkschaftler leben manchmal gefährlich

Archivartikel

Bad Mergentheim.Unter dem Motto „1. Mai 2020: Solidarisch Nicht Alleine“ setzt sich Amnesty Bad Mergentheim mit anderen Amnesty-Gruppen für verfolgte Gewerkschafter ein und bittet um Unterstützung dieser Aktion. Auch in Zeiten von Corona lässt sich dank Internet und Online-Petitionen für die Menschenrechte eintreten und Verfolgten helfen. Wer sich gewerkschaftlich engagiert, sich für faire Löhne und gerechte Arbeitsbedingungen einsetzt, lebt in vielen Ländern gefährlich. Dabei ist das Recht, Gewerkschaften zu bilden und ihnen beizutreten, in internationalen Menschenrechtsabkommen festgeschrieben.

Amnesty International setzt sich dafür ein, dass dieses Recht auch verwirklicht wird. Denn weltweit werden Menschen, die sich für die Rechte von Arbeitnehmern einsetzen, bedroht und strafrechtlich verfolgt. Amnesty macht auf den Fall von zwei iranischen Gewerkschaftlern aufmerksam, die aus Sicht der Menschenrechtsorganisation Unterstützung und Solidarität brauchen. Esmail Abdi ist Mathematiklehrer und Vorsitzender der Lehrergewerkschaft im Iran (ITTA). Er wurde im Februar 2016 nach einem unfairen Verfahren zu sechs Jahren Haft verurteilt. Seit dem 9. November 2016 befindet er sich im Evin-Gefängnis – mit zwei kurzen, befristeten Unterbrechungen im Januar 2018 und im März/April 2020. Angeklagt wurde Esmail Abdi wegen seiner gewerkschaftlichen Aktivitäten. Dazu gehörten friedliche Demonstrationen von Lehrkräften gegen ihre schlechte Bezahlung und den niedrigen Bildungsetat sowie gegen die Inhaftierung von Gewerkschaftsmitgliedern. Jafar Azimzadeh ist Vorsitzender der „Freien Arbeitergewerkschaft im Iran“. Seit Jahren wird er wegen seines friedlichen gewerkschaftlichen Engagements verfolgt.

Im März 2015 wurde er nach einem unfairen Verfahren vor einem Revolutionsgericht in Teheran zu sechs Jahren Haft verurteilt. Das Gericht sprach ihn der „Versammlung und Verschwörung gegen die nationale Sicherheit“ und der „Verbreitung von Propaganda gegen das System“ für schuldig. Er musste zunächst nur einen Teil dieser Haftstrafe verbüßen. Seit Januar 2019 ist er jedoch wieder in Haft im Evin-Gefängis in Teheran.

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