Bad Mergentheim

Caritas-Krankenhaus Internationaler Tag der Patientensicherheit / Apothekenmitarbeiter beraten / Hygiene ist weiteres zentrales Thema

Gemeinsam mit Fachleuten Medikamente checken

Bad Mergentheim.„Sicherheitskultur auf allen Ebenen“, so lautet das Motto des internationalen Tages der Patientensicherheit. Das Caritas-Krankenhaus beteiligt sich mit einem Infostand und verschiedenen Aktionen zum Mitmachen rund um die Themen Medikamentensicherheit und Hygiene im Eingangsbereich des Krankenhauses am Dienstag, 17. September, von 9 bis 11 Uhr.

Dann können sich Patienten und Besucher am Infostand im Eingangsbereich informieren, gemeinsam mit Mitarbeitern der Apotheke des Caritas-Krankenhauses einen Medikamentencheck machen und die hygienische Händedesinfektion zu üben. Beim anschließenden Test mit Schwarzlicht kann man das Ergebnis überprüfen.

Verursacht häufig Beschwerden

Mitarbeitende der Apotheke des Caritas-Krankenhauses informieren am Stand im Eingangsbereich über das Thema Medikamentensicherheit und geben Tipps zum häuslichen Umgang mit Arzneimitteln. Das Thema betrifft viele: Etwa 75 Prozent der 18 bis 79-Jährigen nehmen mindestens ein Arzneimittel regelmäßig ein – bei den 70- bis 79-Jährigen nehmen die Hälfte regelmäßig sogar fünf oder mehr. Diese sogenannte Polymedikation – häufig auch in Kombination mit pflanzlichen Präparaten – verursacht häufig Beschwerden, die sich der Betroffene nicht erklären kann. Fälschlicherweise werden diese Beschwerden mitunter als eigenständige Symptome gedeutet, was weitere Arzneimittelverschreibungen nach sich ziehen kann. Die wenigsten Patienten haben einen Medikationsplan. Bei einem Medikamentencheck können mitgebrachte eigene Medikamente kritisch begutachtet und überprüft werden. Hierbei geht es insbesondere um eventuelle Wechselwirkungen, um die Erstellung von Medikationsplänen oder die richtige Lagerung der Medikamente. Das Apotheken-Team steht am Stand Rede und Antwort zum korrekten Umgang mit sämtlichen Arzneimitteln sowohl mit verschreibungspflichtigen wie auch frei erhältlichen Medikamenten. „Die Aufklärung der Bevölkerung ist wichtig, da viele Menschen gar nicht wissen, welche gesundheitlichen Schäden durch falsch eingenommene Medikamente entstehen können. Auch für uns im Caritas-Krankenhaus ist es ein Thema mit höchster Priorität sowohl für unsere Patienten wie auch für unsere Ärztinnen und Ärzte, die die Medikamentengabe anordnen. Deshalb haben wir bereits vor einigen Jahren eine hausinterne Antibiotika-Empfehlung erstellt, um den gewissenhaften Umgang mit der kostbaren Ressource Antibiotikum zu leisten und damit einen wichtigen Beitrag zum effizienten Therapieerfolg unserer Patienten zu leisten“, erklärt Dr. Rainer Deschner, Chefapotheker des Caritas-Krankenhauses.

Tummelplatz für Bakterien

Unsere Hände sind Tummelplatz für Bakterien, Viren und Pilze. Das ist bei gesunden Menschen in der Regel kein Problem. Zur Gefahr können Erreger allerdings für Kranke werden, deren Immunsystem geschwächt ist. Um die Übertragung von krankmachenden und multiresistenten Keimen im Krankenhaus zu verhindern, müssen sich Mitarbeitende, Patienten und Besucher regelmäßig gründlich die Hände desinfizieren. Wie man das richtig macht, und auf was man in puncto Hygiene außerdem achten sollte, erklärt Kira Jahn, eine der Hygienefachkräfte der Gesundheitsholding Tauberfranken, im Rahmen des Internationalen Tages der Patientensicherheit. Dieser wird vom Aktionsbündnis Patientensicherheit und seinen internationalen Partnern ausgerufen. Gerade weil das Thema der Krankenhauskeime in der Bevölkerung immer wieder kritisch angesprochen wird, wird am Stand ausführlich über mögliche Hygiene-Vorsichtsmaßnahmen aufgeklärt. Im Mittelpunkt steht dabei vor allem die wohl wichtigste und einfachste Form: die Händedesinfektion. Diese sei von „überragender Bedeutung“ im Kampf gegen eine Übertragung der Keime. „Deshalb steht auch gleich im Eingangsbereich des Krankenhauses ein Spender mit Desinfektionsmittel. Jeder Besucher ist aufgefordert, sich hier direkt beim Betreten und Verlassen des Gebäudes die Hände zu desinfizieren“, sagt Hygienefachkraft Kira Jahn. Auch die Spender für das Desinfektionsmittel, die neben der Türe jedes Zimmers hängen, können von den Besuchern und Patienten jederzeit genutzt werden. Denn beim Händedruck könnten leicht Keime übertragen werden, diese Gefahr werde oft unterschätzt. Beim „Internationalen Tag der Patientensicherheit“ wolle man daher auch das Bewusstsein hierfür wecken. Von Seiten des Krankenhauses treffe man in allen Bereichen entsprechende Vorsichtsmaßnahmen. Die erste Risikobewertung beginnt beispielsweise schon bei der Aufnahme. Hier werden die Patienten nach einem vorgegeben Schema und mittels unterschiedlicher Abstriche auf eine eventuelle Keimbesiedelung untersucht.

Zusätzlich zu den regelmäßigen Begehungen vor Ort und den diversen mikrobiologischen Untersuchungen werden die Mitarbeiter aller Bereiche mindestens einmal im Jahr zum Thema Hygiene geschult. Außerdem wird der Verbrauch der Händedesinfektionsmittel dokumentiert und an eine externe Datenbank versandt. So könne man sich qualitativ mit anderen Häusern vergleichen. Um immer einen Ansprechpartner vor Ort zu haben, bestehe das Hygiene-Team nicht nur aus Hygienefachkräften sondern auch aus -beauftragten. Diese befinden sich in den Reihen der Pflege und Ärzte. So können Patienten und Besucher des Krankenhauses sichergehen, dass das Thema Hygiene als tragendes Element im Krankenhausalltag gesehen werde. ckbm

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