Bad Mergentheim

Projekttage an der Grundschule am Kirchberg „Mint hoch 4“ – Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik im Vordergrund

Für Schüler wird die Digitalisierung erlebbar

Archivartikel

Stuppach/Neunkirchen.Die Digitalisierung hat nahezu alle Lebensbereiche verändert. Kinder und Jugendliche müssen heute Fähigkeiten erwerben, damit sie zukünftig alle Chancen der digitalen Welt nutzen können.

Kinder sollen frühzeitig programmieren lernen, denn die Schüler von heute sind die Fachkräfte von morgen. Sie werden zukünftig Berufe ausüben, in denen Algorithmen und die Auswirkung der Automatisierung von Prozessen eine große Rolle spielen werden. Sie selbst werden mit Hilfe von selbstprogrammierten Algorithmen Probleme lösen.

An der Grundschule am Kirchberg standen jetzt besondere Tage auf dem Stundenplan: drei Tage „Mint hoch 4“ – Projekttage für alle Schüler der Klassen 1 bis 4.

Die so genannten Mint-Themen (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik) ein Stück näherzubringen und erlebbar zu machen, war ein großes Ziel der Projekttage.

Die Jugendtechnikschule Taubertal und das Kreismedienzentrum unterstützten die Grundschule am Kirchberg bei der Umsetzung ihrer Programms „Die Grundschule Kirchberg goes digital“.

Zuerst machte man sich in allen Klassen Gedanken, welche Medien jedem im täglichen Leben begegnen. Danach lernten die Kinder das iPad als multifunktionales Gerät kennen, dass man zum Fotografieren, Filmen, Organisieren von Terminen für die ganze Familie, als Adress- oder Notizbuch, als Navigationsgerät, zum Bücher lesen, zum Musik hören, als Wecker und vieles mehr verwenden kann.

Danach übten sich die verschiedenen Klassen im Schreiben oder Gestalten einer E-Mail.

Die Klasse 1 und 2 intensivierten dann den Umgang mit fotografieren und filmen. Für Klasse 3 und 4 standen das Fotografieren, Selfies, das Zuschneiden von Fotos und die Entfremdung der Bilder, Markierungen sowie Hintergrundveränderungen auf dem Programm. Außerdem teilte man sich Fotos per Air-Drop.

„Coding“ hieß es am nächsten Tag für alle Kinder an der Grundschule am Kirchberg. Es eröffnet Kindern neue Zugänge zur digitalen Welt. Durch das Coding lernen Kinder, die digitale Welt zu verstehen und mitzugestalten. Das technische Verständnis, die Kreativität und das selbstständige Arbeiten wird durch das Programmieren gefördert.

Gute Gründe für den Einsatz von Coding im Grundschulunterricht sind: hohe Schüleraktivierung. Coding schafft Handlungs- und Gesprächsanlässe. Außerdem die Förderung des forschend-entdeckenden Lernens: spielerische Herangehensweise und fehlertolerantes Arbeiten. Aber auch die Förderung der Modellierungs- und Problemlösekompetenz sowie des analytischen Denkens und die Stärkung übergreifender Kompetenzen (Selbstständigkeit, Eigeninitiative und das Bilden eigener Hypothesen).

Die Jugendtechnikschule war am nächsten Tag in Klasse 1 und 2 unter Leitung von Iris Lange-Schmalz und Nicole Baier zu Gast. Es ging um den kleinen Roboter „Bee-bot“. Mit dem Bee-bot erhalten bereits Grundschulkinder Einblicke in die elementare Robotik sowie in das Programmieren mit Hilfe von Codes.

Am Ende des Tages konnten die Verantwortlichen in freudige Gesichter der kleinen Programmierer schauen. „Das war heute ein genialer Schultag und ich möchte so etwas noch öfter machen“, sagte ein Schüler beim Verlassen des Schulhauses.

Die Klasse 3 und 4 hieß Tobias Endres vom Kreismedienzentrum willkommen. Schnell wurde von allen festgestellt, dass viele Roboter unseren Alltag erleichtern, aber ein Roboter unbedingt ein Programm braucht. Auch hier übten sich die Kinder zuerst selbst als Roboter, dann programmierten sie ein Holz- iPad mit Unterprogramm und lernten einen Würfel und danach „Horst“, den Roboter, kennen.

Der Übertrag und das erste selbstständige Programmieren vertiefte man auf dem iPad mit „Scratch junior“. Am Ende wurde die Ergebnisse gemeinsam vorgestellt und besprochen.

Die Erst- und Zweitklässler lernten am dritten Tag das Arbeiten mit den Kindersuchmaschinen kennen, während das Schreibprogramm „Pages“ bei den Dritt- und Viertklässlern auf der Tagesordnung stand. Man merkte schnell, dass man ein Schreibprogramm in vielfältiger Art und Weise in der Schule und bei Präsentationen einsetzen kann.

Beim gemeinsamen Abschlussgespräch war der Konsens von allen Teilnehmern einstimmig: Es waren erlebnisreiche und arbeitsintensive Tage, die vieles bei den Schülern gefördert haben und sehr viel Spaß machten.

Anja Scherer und Silke Mark vom Schulleitungsteam der Grundschule Stuppach/Neunkirchen sind sich nach den erlebnisreichen und lehrreichen Projekttagen einig und sagen abschließend: „Medienkompetenz macht Schule – neue Unterrichts- und Arbeitsformen mit digitalen Medien eröffnen uns Möglichkeiten des individualisierten und selbstgesteuerten Lernens und unterstützten das gemeinsame Arbeiten und die Kreativität“ und genau das wünschen sie sich für ihre Schüler an der Grundschule am Kirchberg. pm

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