Bad Mergentheim

Wirtschaftsjunioren Heilbronn Franken Regionalgruppe beschäftigte sich mit dem Thema „Innovationen im ländlichen Raum“

Für Entwicklung von Ideen den nötigen Freiraum schaffen

Bad Mergentheim.Wie können die Firmen in der Main-Tauber Region auch zukünftig erfolgreich bleiben? Welche Aufgaben erfüllen dabei die Schulen, Kommunen und auch die Politik? Die Regionalgruppe Main-Tauber der Wirtschaftsjunioren Heilbronn Franken veranstaltete zu diesem Thema ihre jährliche Podiumsdiskussion „Wirtschaft & Arbeit in Main-Tauber“ im Reinhold-Würth-Haus.

Nach den einleitenden Worten von Wirtschaftsjunior Andreas Höfert stimmte MdB Alois Gerig die Gäste mit seinem Impulsvortrag auf das Thema des Abends ein: „Innovationen im ländlichen Raum“.

Das mit Vertretern aus Industrie, Politik und Bildung hochkarätig besetzte Podium erörterte anschließend, welche Rahmenbedingungen notwendig sind, um Innovationen im Kreis zu ermöglichen und wie die Firmen der Region die Herausforderungen der Zukunft meistern können. Gerig hob die Bedeutung von Innovationen für die rohstoffarme Exportnation Deutschland hervor. Neuerungen seien wichtig für den Austausch und Handel zwischen den Nationen und somit für friedliche Beziehungen zwischen den Ländern. Trotz zukunftsweisender, infrastruktureller Projekte wie der Taktverdichtung der Frankenbahn ab Dezember 2019 oder beispielhaft dem Carsharing-Projekt für Elektroautos in Weikersheim seien zukünftig Investitionen, etwa für den Ausbau der Mobilfunk- und Internetinfrastruktur notwendig.

Neben diesen Gemeinschaftsprojekten sei es zudem wichtig, „dass jeder einzelne Bürger prüft, wie er dazu beitragen kann, eine lebenswerte Zukunft zu gestalten“. Die Podiumsdiskussion wurde moderiert von Sandra Kegelmann, Vorsitzende der Regionalgruppe Main-Tauber 2019 der Wirtschaftsjunioren Heilbronn-Franken. Neben Alois Gerig nahmen an dem Gespräch auch Dennis Birresborn, Geschäftsleiter Technik, Würth Industrie Service, Manfred Breuer, Schulleiter des Beruflichen Schulzentrums in Wertheim sowie Roolf Wessels, Geschäftsführer von Ecom-Instruments teil. Die beiden Firmenvertreter waren sich einig, dass junge Mitarbeiter früh Verantwortung erhalten sollten, damit Firmen durch neue Impulse innovativ und wandlungsfähig bleiben können. Zudem sei es wichtig, Ideen im Kleinen zu entwickeln und dafür den notwendigen Freiraum zu schaffen. Die Zusammenarbeit mit Startups könne dazu beitragen, Innovationen von außen zu nutzen und vor der betriebsinternen Bürokratie zu schützen. Wessels und Birresborn nannten die Fachkräftegewinnung als zentrales Wachstums- und Entwicklungshemmnis. Um diese Aufgabe bewältigen zu können, sei es laut Birresborn notwendig, die weißen Flecken auf der Landkarte auszufüllen, in denen nach wie vor kein Handyempfang oder kein schneller Internetzugang bestünde. Damit würde die Attraktivität der Region als Lebensraum gesteigert. Zusätzlich ist es nach Meinung von Alois Gerig wichtig, innovativen Fachkräften die Möglichkeit zur Familiengründung zu geben und dafür ansprechenden Wohnraum zu schaffen. „Wenn Menschen Familien gründen und Häuser bauen, zeigt das, dass sie an ihre Region glauben“, so Gerig.

Wichtig sei auch die Ausbildung von Fachkräften vor Ort. Das bedinge, dass die technische Ausrüstung der Schulen ein hohes Niveau habe und dass genügend Lehrpersonal vorhanden sei. „Die Mittel des Digitalpaktes kommen in den Schulen an. Es fehlt aber an Lehrerarbeitszeit, um die Pädagogen im Umgang mit der Ausrüstung zu schulen“, so Manfred Breuer, Schulleiter des Beruflichen Schulzentrums in Wertheim. Notwendig sei auch die fortwährende Weiterbildung der Lehrer und die Weiterentwicklung des Schulsystems, da sonst laut Birresborn „die Entwicklung der an den Schulen gelehrten Inhalte den Anforderungen der Digitalisierung unseres Lebens nicht gerecht wird“. Dies erfordere früh fachliche Anreize, zum Beispiel durch Einrichtungen nach dem Vorbild des „Smart Lab 4.0“, einer Fertigungsstraße im Modellmaßstab wie sie am Beruflichen Schulzentrum in Wertheim vorzufinden ist. Stärkere Bewerbung der Main-Tauber-Region als Wohngegend Bei den Teilnehmern der Podiumsdiskussion bestand Einigkeit darüber, dass es notwendig sei, die Region Main-Tauber nicht nur touristisch zu bewerben, sondern auch als innovativen Industriestandort darzustellen und gemeinsam als Region mit hohem Lebenswert stärker nach außen zu bewerben.

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