Bad Mergentheim

Zur Mergentheimer Historie Verein Deutschordensmuseum feiert 90. Geburtstag / Verbindungen bestehen seit Jahrhunderten

Freiherren gehören mit zur Ordensgeschichte

Archivartikel

Bad Mergentheim.Der Verein Deutschordensmuseum feiert in diesem Jahr sein 90-jähriges Bestehen. Solange hat man sich schon der Pflege der Deutschordenstradition verschrieben, die übrigens auch im Umland mit den Namen von Hohenlohe und von Stetten verwurzelt ist.

Beim Festakt zur 800-Jahrfeier der Kommende Mergentheim, saßen sie in der ersten Reihe, die von Hohenlohe und von Stetten. Der Gebrauch der Namen gehört zum Teil zum täglichen Ablauf, fast bis zu einer Speisekarte. Beide gehören so auch hier zur Mergentheimer Ordensgeschichte. Schon morgens erscheint Hohenlohe auf der Wetterkarte. Es gibt aber viele Möglichkeiten, die wohlklingenden Namen lebendig zu halten. Über die Verbindungen von Hohenlohe ist fast alles geschrieben worden. Über die Verbindungen der Freiherren von Stetten zur Ordensstadt Mergentheim, gibt es leider bis jetzt wenig Greifbares.

In der langen Reihe der 39 Deutschmeister von 1290 bis 1526 erscheint ein Zürich von Stetten in Mergentheim 1320. Zürich wurde in Mergentheim investiert. Er entstammte diesem Ministerialengeschlecht, dessen Burg seit fast einem Jahrtausend im Besitz der Freiherren geblieben ist. Die Familie muss eine enge Beziehung durch Schenkungen zur Kommende Mergentheim gehabt haben. Vom Ende des 13. Jahrhunderts bis Mitte des 15. Jahrhunderts sind weitere, acht Personen namentlich bekannte von Stetten, Ordensmitglieder geworden.

Wo und von wem Zürich zum Deutschmeister erhoben wurde, ist unbekannt, wie die spärlichen Zeugnisse von dieser Zeit ausweisen. Der Deutschmeister war ursprünglich der Vertreter des Hochmeisters in Deutschland. Ihm unterstanden die deutschen Balleien. Im 13. Jahrhundert wechselte sein Amtssitz öfter. Seit 1319 ist er in diesem Amt, auch in Mergentheim nachweisbar. Wie aus der Ordenskorrespondenz ersichtlich ist, hielten sich die Deutschmeister oft auf Burg Neuhaus auf. Alle nachfolgenden Deutschmeister, Nellenburg, Bickenbach, Venningen, Egloffstein, haben ihre Spuren in Mergentheim hinterlassen.

Um die Mitte des 15. Jahrhunderts wurde das Ordenshaus Horneck über Gundelsheim zum ständigen Wohnsitz des Deutschmeisters bestimmt, bis er nach dem Bauernkrieg nach Mergentheim übersiedelte. Eberhard von Seinsheim 1420 bis 1443 war der erste Deutschmeister auf Burg Horneck.

Als Nachfolger wurde dem Hochmeister nur ein Kandidat, nämlich Eberhard von Stetten, vorgeschlagen. Der Hochmeister stimmte zu, nicht ohne einen urkundlichen Revers zu verlangen, indem er die Einmaligkeit des Vorganges festgehalten wissen wollte. Der neue Deutschmeister (1443 bis 1447) hat sich, um die Besitzstandsmehrung Mergentheims bemüht. Die Generalkapitel, zu denen die Deutschmeister ihre Landkomture zusammenriefen, fanden allerdings nicht auf Horneck statt, da die Burg dafür zu wenig Platz bot.

Man bevorzugte eher das Ordenshaus Mergentheim. Die Erhebung des Deutschmeisters in den Reichsfürstenstand am 16. September 1494 bedeutete nur die formelle Bestätigung dieser Stellung.

Überkommen sind auch zwei Siegel dieser von Stetten Deutschmeister von 1340 und ein Siegel mit Namen und persönlichem Wappen der von Stetten, von 1443. hgb

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