Bad Mergentheim

Eduard-Mörike-Schule Ausstellung „geflohen, vertrieben – angekommen“ ist noch bis Freitag zu sehen

Flüchtlinge besser verstehen

BAD MERGENTHEIM.In der Bad Mergentheimer Eduard-Mörike-Schule ist die Ausstellung „geflohen, vertrieben – angekommen!?“ eröffnet worden. Sie ist noch bis einschließlich Freitag zu sehen.

Bürgermeisterstellvertreterin Manuela Zahn freute sich für das Engagement der Schule in Zusammenarbeit mit dem Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge (VDK). Der Volksbund sei ein Paradebeispiel, wie Außenpolitik in den unteren, zwischenmenschlichen Ebenen funktioniere. Nicole Floeder, Schulleiterin der Eduard-Mörike-Schule, freute sich sehr darüber, dass die Ausstellung am Standort Bad Mergentheim zu sehen ist. Sie erinnerte sich an Erfahrungen aus ihrem eigenen Umfeld und wie stark der Aspekt der Willkommenskultur die Einwanderer prägt. Thomas Faul vom VDK betonte den Unterschied zwischen einer freiwilligen und einer gezwungenen Migration in ein Land.

Protestbewegungen gegen Flüchtlinge, die eine lange Zwangsmigration hinter sich hätten, hinterließen einen faden Beigeschmack. Es sei wichtig, über die Geschichte aufzuklären, um auch die aktuellen Fluchtbewegungen einordnen zu können. Im Anschluss präsentierte Mike Braun, stellvertretender Schulleiter der Eduard-Mörike-Schule, ein Filmprojekt der Vorbereitungsklasse. In acht Minuten gewährte der Streifen einen Einblick in die Welt von Flüchtlingskindern.

Die Ausstellung ist bis einschließlich Freitag, 15. Juni, im Eingangsbereich der Gemeinschaftsschule (Maurus-Weber-Straße 48) zu sehen – und zwar nicht nur für Schüler, sondern auch für die interessierte Öffentlichkeit. Der Eintritt ist frei. Die Ausstellung lässt sich von den Fragestellungen der gegenwärtigen Problemlagen leiten, wobei die historisch-politischen Hintergründe des Themas den Bezugsrahmen abbilden.

Ziel des historisch geprägten Teils ist es, die Erinnerung an die Ereignisse der Flucht und Vertreibung der Deutschen von 1933 bis 1945/1946 in einer europäischen Perspektive zu beleben. Dabei soll aufgezeigt werden, wie Mechanismen der Gewaltmigration funktionieren, aber auch, wie die Opfer dort, wo sie ankommen, mit ihrer neuen Situation zurechtgekommen sind. stv