Bad Mergentheim

FN-Gespräch

FFF: Fragen an Fridays for Future

Archivartikel

Bad Mergentheim.Smilla Huck, Initiatorin von Fridays for Future in Bad Mergentheim und Mitstreiter Philipp Lutzmann waren zu Besuch in der Redaktion der Fränkischen Nachrichten.

Frau Huck, Herr Lutzmann, was haben Sie seit Fridays for Future an Ihrem (Konsum-)Verhalten geändert?

Lutzmann: Gerade beim Gang durch den Supermarkt nehme ich jedes Produkt besonders kritisch ins Auge. Man sollte sich aber nicht zu viel auf einmal verbieten. Jeder Schritt in die richtige Richtung ist gut.

Huck: Beim Thema Mode versuche ich heutzutage mehr auf die Nachhaltigkeit zu schauen, so viel wie möglich aus zweiter Hand zu kaufen. Außerdem schwinge ich mich öfter auf das Fahrrad. Auch, wenn es zum Fußballtraining nach Weikersheim geht.

Dafür gibt es bestimmt mächtig Respekt von Eurem Umfeld, oder?

Huck: Meine Familie ist sehr stolz auf mich und gleicht sich meinen Gewohnheiten schon richtig gut an. Plastik landet bei uns mittlerweile viel seltener im Einkaufskorb.

Lutzmann: Ich weiß vor allem die Unterstützung aus der Bürgerschaft zu schätzen. Ohne diese wäre uns vieles nicht möglich gewesen.

Frau Huck, was sagen Ihre Lehrer?

Huck: Das ist ganz unterschiedlich. Viele diskutieren gerne mit mir. Das sind meistens diejenigen, die die Sache befürworten. Die, bei denen das nicht der Fall ist, verhalten sich eher neutral. Ein Lehrer steht voll und ganz hinter der Sache. Er hilft mir bei Fragen und versorgt mich mit Artikeln der „Zeit“ (Wochenzeitung).

Was fordert Ihr von der Politik?

Huck: Vor allem, dass man sich an das Pariser Schutzabkommen hält. Die Ziele von Fridays for Future mögen insgesamt ambitioniert sein. Aber wir haben keine Zeit mehr für große Spielräume. Der Punkt, an dem man die Sache gemütlich hätte angehen können, ist längst überschritten.

Lutzmann: Ich will die Sachen, über die in der Politik geredet werden, endlich umgesetzt sehen. Bisher habe ich das Gefühl, es wird nur heiße Luft produziert. Ich lasse mich aber sehr gerne vom Gegenteil überzeugen.

Wie geht es weiter?

Lutzmann/Huck: Wir haben Forderungen formuliert, die wir an den Gemeinderat übergeben. Außerdem findet am 20. September bereits die nächste Demo statt.

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