Bad Mergentheim

Gemeinderat Über Folgen der Corona-Krise und Vorschlagspapier der CDU-Fraktion beraten / Auch andere Fraktionen sprachen Themen an

Ferienprogramm nur abgespeckt möglich

Die Corona-Krise hinterlässt viele negative Spuren. Der Gemeinderat befasste sich mit weiteren Maßnahmen und Ideen zur Hilfe, gerade auch im Bereich Kinderbetreuung.

Bad Mergentheim. Die Folgen der Corona-Krise und weitere Maßnahmen der Stadt kamen in der jüngsten Ratssitzung auch zur Sprache. Die CDU brachte ein Vorschlagspapier mit zahlreichen Punkten ein und auch andere Fraktionen stellten Fragen an die Verwaltung und machten Vorschläge zum besseren Umgang mit der Krise. Konkrete Beschlüsse gab es keine.

CDU-Fraktionschef Andreas Lehr sprach von vielen positiven Rückmeldungen auf das städtische Wirtschaftsförderungsprogramm (unsere Zeitung berichtete darüber vor wenigen Tagen) und er dankte der Verwaltung für die zügige Abarbeitung und Auszahlung der örtlichen Hilfen.

Die Einrichtung einer dauerhaften Beratungsstelle im Rathaus für Privatpersonen, Familien und Risikogruppen zur Hilfe gegen die Folgen der Corona-Krise sowie die Koordinierung von Hilfsangeboten im Stadtgebiet, schlug die CDU nun unter anderem vor, ebenso wie die Benennung eines Ansprechpartners und die Zusammenstellung aller Informationen für Vereine und Organisationen zu Vereinsbetrieb, Veranstaltungen und Versammlungen. Oberbürgermeister Udo Glatthaar antwortete darauf, dass es nicht nur einen Ansprechpartner in der Verwaltung für die vielen Themen gebe, sondern mehrere.

Die CDU wünscht sich auch die Einrichtung zusätzlicher eigener Kinderferienprogramme und einer Kinderbetreuung durch die Stadt im Sommer. Seitens der Stadt hieß es dazu, dass bereits eine Abfrage bei Kirchen, Kindergartenträgern und Vereinen erfolgt sei. Verkehrsdirektor Kersten Hahn merkte an, dass in diesem Sommer wohl nur ein abgespecktes Programm für die Kinder angeboten werden könne und es bekanntgemacht würde, sobald die Angebote feststehen.

Zur Sprache kamen auf CDU-Vorschlag aber auch Hilfen für Kindergärten, Kindertagesstätten, Schulen und Eltern durch die Zurverfügungstellung von städtischen Räumen und städtischem Personal. Die Idee zur Kontaktaufnahme mit Gruppen mit lizenzierten Betreuern und Trainern im Jugendbereich zur Übernahme von Aufgaben greift die Stadt dabei gerne auf.

Weiter plädierte die CDU für die Schaffung eines „Härtefallprogramms“ für Unternehmen im Stadtgebiet, die aus besonderen Gründen bestehende Hilfsprogramme und Kreditmöglichkeiten nicht in Anspruch nehmen können. Und auch Veranstaltungen und ein Kulturprogramm im Stadtgebiet sollen nach Ansicht der CDU anlaufen und verstärkt öffentlich beworben werden. Verkehrsdirektor Hahn sprach dazu auch die wirtschaftlichen Aspekte an und machte dies an Beispielen deutlich: Im äußeren Schlosshof hätten bei Konzerten eigentlich bis zu 9000 Menschen Platz, unter Corona-Bedingungen seien jetzt noch 500 (!) möglich. Im gesamten Kursaal seien noch 120 Leute zugelassen und im Kulturforum nur noch rund 30 – jeweils deutlich weniger als vor Corona. CDU-Fraktionschef Lehr meinte darauf, dass die Kurstadt wo immer möglich Flagge zeigen sollte und momentan auch Veranstaltungen durchführen sollte, die nicht wirtschaftlich sind, um den Menschen in diesen schwierigen Zeiten etwas zu bieten.

SPD-Stadtrat Klaus-Dieter Brunotte machte sich dafür stark, bedürftigen Einwohnern in der Krise zu helfen und gleichzeitig den Konsum vor Ort anzukurbeln, in dem man Gutscheine ausgebe, die in den hiesigen Geschäften und Gastronomiebetrieben einlösbar seien. Die Stadtverwaltung ließ dazu wissen, dass der Aufwand für neue, eigene Gutscheine zu groß wäre und man eher auf die City-Gutscheine der Citygemeinschaft ausweichen könnte. Da sei allerdings das Problem, dass diese nicht in allen Geschäften und nur in wenigen gastronomischen Betrieben gelten würden. Eine Entscheidung wurde auch hier nicht gefällt.

Jeremias Träger (SPD) warb dafür, die Freibäder schnellstmöglich aufzumachen und ebenso die „Solymar“-Therme und hakte bezüglich den Hygieneregeln in diesen Einrichtungen nach. Thomas Tuschhoff (Grüne) kam zum Schluss noch auf die lernschwächeren Schüler zu sprechen und forderte, ausreichend Nachhilfeangebote in den Sommerferien zur Verfügung zu stellen.

Zum Thema