Bad Mergentheim

Einzelhandel Modistenmeisterin Sabine Pfeiffer hat ihren Laden im Badweg nur noch bis Anfang Februar geöffnet / Auf Märkten und Messen bleibt sie allerdings präsent

Fachgeschäft „Hutcouture“ schließt nach 33 Jahren

Archivartikel

Bad Mergentheim.Anfang Februar schließt das Fachgeschäft „Hutcouture“ im Badweg 8 nach 33 Jahren für immer seine Pforten.

Modistenmeisterin Sabine Pfeiffer bedauert den Schritt, will sich in Zukunft aber verstärkt um ihre künftig fünf Ferienappartements (Gästehaus Pfeiffer) kümmern und nur noch auf Bestellung im Atelier sowie mehrmals im Jahr auf Kunsthandwerkermärkten und Messen präsent sein.

Tausende Kopfbedeckungen

Sabine Pfeiffer ist weit über die Grenzen von Bad Mergentheim hinaus bekannt als Modistin und Expertin dafür, was Frauen gerne auf dem Kopf tragen. Tausende, außergewöhnliche und kreative, elegante und praktische Kopfbedeckungen sind in den vergangenen drei Jahrzehnten durch ihre Hände gegangen und von ihr selbst gefertigt worden. Die Kunden – darunter auch einige Männer – kamen bislang zu ihr aus einem Umkreis von rund 300 Kilometern, da sie sich auch in dieser großen Region immer wieder auf Märkten, Messen und Veranstaltungen präsentierte.

Ja, sogar amerikanische und japanische Touristen schauten schon bei ihr vorbei und wurden zufriedene Kunden, da sie handgearbeitete Hüte besonders schätzen.

„Mir ist es wichtig, dass der Hut ein Accessoire ist, mit dem man einen Stil vervollständigen kann. Ein Accessoire, das die Hutträgerin begeistert und ihr ein Gefühl von Individualität gibt“, betont Sabine Pfeiffer und spricht von persönlichen Gründen, die den Ausschlag für die Schließung des Ladens gaben. Ihre Branche habe sich sehr verändert und an besondere Materialien sei in kleinen Stückzahlen nur noch sehr schwer heranzukommen, berichtet sie etwas wehmütig.

Pfeiffer ließ sich ab 1980 zur Modistin ausbilden und wurde 1983 als Gesellin „Bundessiegerin im Modistenhandwerk“. 1990 erlangte sie den Meisterbrief. Dass sie ihren Beruf von der Pike auf lernte und sie auch freies Gestalten ohne Form beherrscht, lässt sie auch ein wenig stolz auf das Geleistete in den vergangenen 33 Jahren zurückblicken.

1987 eröffnete sie das Atelier „Hutcouture“ in der Poststraße, ehe sie 1998 in den Badweg umzog. Zwischen 2003 und 2008 residierte sie als Untermieterin am Bahnhofsplatz unter dem Dach von „Stil 5“ – dann ging es zurück in den Badweg.

Drei Auszubildenden konnte Pfeiffer ihre reichhaltigen Kenntnisse weitergeben und sich mit ihnen über Kammer- und Landessiege freuen.

Sabine Pfeiffer selbst nahm immer wieder an Innungsmodenschauen in Stuttgart an der Staatsoper teil und schaffte es mit ihren Kreationen sogar ins Fernsehen. Der SWR beauftragte 2009 zwei Fernsehturmhüte zur Fastnacht. Im Rahmen eines närrischen Gewinnspiels erhielten die zwei Erstprämierten jeweils den Stuttgarter Fernsehturm in Form eines Hutes. Der Bad Mergentheimerin Sabine Pfeiffer wurde die Ehre zuteil, diese Narrenkappe zu gestalten. Dazu kam später noch für Sabine Pfeiffer ein Fernsehauftritt beim „Fröhlichen Feierabend“ des SWR in der Wandelhalle und die Teilnahme in Hamburg am Wettbewerb beim Pferderennen auf der Suche nach dem schönsten Derbyhut.

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