Bad Mergentheim

Gemeindeforum "Spätestens ab 2024 wird Edelfingen keine Pfarrstelle am Ort mehr haben"

Evangelische Kirchengemeinde präsentierte ihr Angebot

Edelfingen.Ein "Gemeindeforum" gehört zur Visitation, auch in der evangelischen Kirchengemeinde Edelfingen. Dabei präsentierte man der Dekanin und dem Schuldekan das gesamte Angebot der Gemeinde.

15 "Gruppen und Aktionen", so hatte Pfarrerin Barbara Wirth angekündigt, gebe es in der Kirchengemeinde, und "wir stellen vor, was Edelfingen alles zu bieten hat". Beim Gemeindeforum im evangelischen Gemeindehaus präsentierten das die jeweils Verantwortlichen, Zuhörer waren auch drei Vertreter des öffentlichen Lebens und einige wenige Gemeindemitglieder. Die Moderation lag bei Pfarrer Ralph Binder, Künzelsau.

Unter das Thema "Das Letzte" hatte der Kirchengemeinderat den Abend gestellt, denn "spätestens ab 2024 wird Edelfingen keine Pfarrstelle am Ort mehr haben".

Das, so der Vorsitzende Ewald Lutz, sehe der neue "Pfarrplan" vor, der gerade beraten werde. Einen geistlichen Text trug Pfarrerin Barbara Wirth vor.

Ehrenamtlich geleitet werden die aktiven Kreise der Kirchengemeinde. Mit 40 bis 50 Gästen hat der Seniorenkreis mit seinem vielseitigen Programm die größte Teilnehmerzahl, die längste Tradition hat die wöchentliche Bibelstunde. Auch der "Elterntreff", 1984 von Konfirmandeneltern gegründet, trifft sich noch zu Besinnung und Gespräch. Die Kinderkirche beginnt demnächst mit den Proben für das Weihnachtsspiel. Sogar das Gebäudemanagement vor allem für das Gemeindehaus, liegt in Edelfingen in der Hand eines ehrenamtlichen Mitarbeiters.

Neu ist eine kleine Meditationsgruppe mit Barbara Wirth. Die Pfarrerin ist verantwortlich für die Gottesdienste (mit den Festgottesdiensten wie etwa beim jährlichen "Theobaldsfest"). Zusammen mit der Sekretärin betreibt sie die Öffentlichkeitsarbeit der Gemeinde durch die Ankündigung kirchlicher Veranstaltungen durch Schaukasten, Presse und Homepage. Religions- und Konfirmandenunterricht gehören ebenfalls zu ihren Aufgaben.

Die Edelfinger Kirche ist eine "Radwegekirche". Die Gemeindeleitung liegt beim Kirchengemeinderat zusammen mit der Pfarrerin und wichtig sind auch die Mitarbeiter im Nebenamt: Reinigungskraft, Mesnerteam, Organisten, Kirchenpfleger und Pfarramtssekretärin. Es gebe einen Krankenpflegeverein und die Nachbarschaftshilfe in Bad Mergentheim. Auf die Selbstdarstellung folgt bei einem Gemeindeforum die "Außenwahrnehmung" der Kirchengemeinde. Bürgermeister-Stellvertreter Klaus-Dieter Brunotte lobte die "wohltuende Zusammenarbeit" mit der Kirche in ganz Bad Mergentheim. In Edelfingen betreffe das den Volkstrauertag und den Bürgernachmittag für die ältere Generation. Gemeinsam, so forderte er, müsse man sich in sozialen Brennpunkten engagieren - er hoffe, dass das trotz der Pfarrplan-Kürzungen weiter geschehe. Kooperation sei auch im Kindergartenbereich wichtig.

Den Einschulungs-Gottesdienst gestalte man gemeinsam und man mache in der Grundschule auch die kirchlichen Veranstaltungen für Kinder bekannt, informierte Rektorin Suzanne Schorn. Anzustreben sei, dass sich Ehrenamtliche fänden zur Unterstützung und Mithilfe bei der Integration von Flüchtlingen, ebenso bei der Ausgabe des Mittagessens. Für den Sportverein Edelfingen sprach Günther Hofmann von einer "hohen Übereinstimmung" bei den Menschen, die sich in beiden Organisationen engagieren und mahnte zu bedenken, ob die Abschaffung der Pfarrstelle der richtige Weg sei.

Nach einer Gesprächsphase, in der die Anwesenden ihre Wünsche an die Kirchengemeinde zu Papier bringen konnten, schloss der Abend mit den Statements von Dekanin und Schuldekan. Dekanin Renate Meixner zeigte sich "beeindruckt vor allem vom ehrenamtlichen Engagement und den vielen Kreisen". In Edelfingen gebe es "ganz vieles, was lebt" - gegründet auf dem Wort Gottes. Schuldekan Hans-Jürgen Nonnenmann betonte die Wichtigkeit des Religionsunterrichts, wo Kinder "Grunderfahrungen mit Kirche und Glauben machen können" und man ins Gespräch darüber komme.

Mit Besuchen von Dekanin und Schuldekan bei den Verantwortlichen der Kirchengemeinde wird die Visitation im Januar und Februar fortgesetzt. peka