Bad Mergentheim

Leserbrief Zur Gemeinderatssitzung / Zum Thema „Pestizidfreies Bad Mergentheim“ (23. März)

„Es wurde reiner Blödsinn erzählt“

Von wenig Sachkenntnis getrübt war die Diskussion im Gemeinderat von Bad Mergentheim über die Resolution der Naturschutzgruppe Taubergrund „Pestizidfreie Kommune“. Es wurde reiner Blödsinn erzählt.

So wurde als Begründung für den Einsatz der chemischen Keule ausgerechnet der Eichenprozessionsspinner herangezogen. Dieses Beispiel ist haarsträubend, denn gerade der Eichenprozessionsspinner kann mit Bacillus thuringiensis (Bt) auf biologische Weise bekämpft werden. In Deutschland werden Bt-Präparate seit Jahren großflächig zur Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners eingesetzt. Da die Präparate ausschließlich gegen Schmetterlingsraupen wirken, sind andere Lebewesen nicht in Gefahr. Die Bt-Toxine sind vollständig biologisch abbaubar.

Auf den Mergentheimer Friedhöfen wurde Glyphosat eingesetzt. Vielleicht kommen jetzt, angeregt durch entsprechenden Klagen in den USA, Mergentheimer Bürger auf die Idee und klagen gegen die Stadt, weil sie nach Aufenthalten auf städtischen Friedhöfen erkrankt sind. Nach dem Motto: Wenn ich nicht mehr weiter weiß, bilde ich einen Arbeitskreis, soll ein „Runder Tisch“ die Erleuchtung bringen.

Warum zieht man nicht zum geplanten „Runden Tisch“ objektive Fachleute dazu wie den Pflanzenschutzberater des Landwirtschaftsamtes?

Die abstruse Vorstellung der Gemeinderatsmehrheit man könne auf städtischen Flächen nur mit der chemischen Keule arbeiten, ist eine Ohrfeige für alle biologisch arbeitenden Gärtner und Landwirte.

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