Bad Mergentheim

Leserbrief Zu „Noch spektakulärer als bei der Premiere“ (FN, 4.12.)

Es geht auch ohne Wildtiere

Wäre es nicht eine tolle Idee, mit den Kindern oder Enkeln in den Weihnachtsferien in einen Zirkus zu gehen, in dem echte, wilde Tiere auftreten? Wow, das wäre wirklich ein Erlebnis!

Seit wir diese wilden Tiere wie Elefanten, Löwen, Zebras, Leoparden usw. in freier Wildbahn in ihrem natürlichen Lebensumfeld erleben durften, schnürt es mir den Magen zu. Elefanten trotten in Herden durch die Weiten des Dschungels in Botswana, wandern an den Okawango zum Trinken. Elefantenkinder spielen miteinander und tollen herum. Keiner von ihnen machte Männchen oder andere (schmerzvoll eingeübte) Kunststücke!

Diese Wildtiere werden nun in engen Käfigen gehalten, sozusagen in Einzelhaft. Stellen Sie sich vor, Sie leben in einem großen Schloss mit großzügigem Park und werden Ihr Leben lang in der kleinen Toilette eingesperrt. Diese Wildtiere, die die Weite gewöhnt sind, werden die meiste Zeit ihres Lebens in kleinen Käfigen oder Transportwagen gehalten – Einzelhaft, wo sie doch ein Herdentiere sind!

Selbst die Versicherung, sich bestens um das Wohlergehen der Tiere zu kümmern, kann nur ein mäßiger Trost sein. Es ersetzt die Freiheit und die Herde in keinster Weise! Große Zirkusse beschreiten mittlerweile einen anderen Weg: Sie zeigen virtuell Elefanten und Co. – dank der modernen Technik ist das mittlerweile möglich. Wie es auch ohne echte Elefanten in einem Zirkus funktionieren kann, zeigt der Zirkus Roncalli. Dort gibt es die Dickhäuter zwar auch im Programm, aber nicht lebend, sondern in Hologramm-Form.

Wenn sich Menschen als Artisten freiwillig verbiegen oder die Clowns tollpatschig in jedes Fettnäpfchen treten, so ist das von ihnen so gewollt und freiwillig.

Der Zirkus braucht keine wilden Tiere, die ihrer Heimat und ihrer Herde beraubt ein trauriges Dasein fristen und auf schmerzliche Weise unnatürliche Kunststücke erlernen müssen.

Schauen wir den Cirque du soleil an: Fantastische Artisten füllen das Zirkuszelt und begeistern die Zuschauer. Es liegt an Ihnen, was Sie Ihren Kindern und Enkeln bieten wollen: Tolle Artistik oder gequälte Tiere….

Wenn Sie genauso denken, dann kommen Sie und unterstützen die Demonstrationen am Volksfestplatz an folgenden Terminen: 21. Dezember, 28. Dezember und 4. Januar von 14.30 bis 16 Uhr.

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