Bad Mergentheim

Aktionstag Am Samstag, 19. September, auf dem Marktplatz

Erste Hilfe: Jede Sekunde zählt

Bad Mergentheim.Seit auf Bahnhöfen und in öffentlichen Gebäuden vor einigen Jahren damit begonnen wurde, Notfalldefibrillatoren für die Laienanwendung zu platzieren, ist der plötzliche Herzstillstand wieder etwas mehr in das Bewusstsein der Bevölkerung gerückt. Auch beim Aktionstag „Ein Leben retten – 100 pro Reanimation“ am Samstag, 19. September, ab 10 Uhr auf dem Marktplatz.

Der sogenannte „plötzliche Herztod“ ist mit rund 100 000 Fällen pro Jahr eine der häufigsten Todesursachen in Deutschland. Da ursächlich in einer solchen Situation die Herzpumpfunktion verloren geht, wird neben den anderen Organen vor allem das Gehirn nicht mehr durchblutet. Schon nach nur vier bis sechs Minuten ohne Versorgung mit sauerstoffreichem Blut treten nicht reparable Hirnschädigungen auf. Damit es nicht soweit kommt, muss die Pumpfunktion des Herzens durch eine Herzdruckmassage rasch wiederhergestellt werden. Dieses Ziel kann nur erreicht werden, wenn sofort mit der Wiederbelebung begonnen wird. Dabei gilt der Grundsatz „Zeit ist Leben“: Pro Minute, die bis zum Beginn der Maßnahmen verstreicht, sinkt die Überlebenswahrscheinlichkeit um circa zehn Prozent. Wenn innerhalb der ersten fünf Minuten kein Beginn der Wiederbelebung erfolgt, ist ein Überleben unwahrscheinlich. Gerade in der Region als Flächenlandkreis ist Zeit ein kritischer Faktor: Selbst nach sofortiger Alarmierung brauchen Notarzt und Rettungsdienst außerhalb der Kernstadt meist deutlich länger zur Anfahrt als dieses enge Zeitfenster vorgibt. Leider sei es eher die Ausnahme, dass bei ihrem Eintreffen bereits eine Laienreanimation stattfinde, wissen ortsansässige Notärzte immer wieder zu berichten.

Nur 15 Prozent beleben wieder

Diese Beobachtung passt zu den Ergebnissen einer wissenschaftlichen Arbeit aus dem Jahr 2012, nach denen hierzulande nur in etwa 15 Prozent der Fälle vor Eintreffen des Rettungsdienstes mit Wiederbelebungsmaßnahmen begonnen wird. Zum Vergleich: Norwegen und Schweden liegen bei etwa 60 Prozent. Um die Berührungsängste der Bevölkerung als erstem Glied der Rettungskette zu verringern und das Wissen um Laienreanimationsmaßnahmen zu verbessern, findet im Rahmen der „Woche der Wiederbelebung“ der Aktionstag statt. Die Bereitschaften des DRK-Kreisverbandes Bad Mergentheim stellen diese Veranstaltung auf die Beine. Erneut beteiligen sich auch der Schulsanitätsdienst des Deutschorden-Gymnasiums sowie das Jugendrotkreuz aktiv an der Veranstaltung. So leiten Jugendliche und Kinder Gleichaltrige in korrekter Herz-Lungen-Wiederbelebung an einer altersgerechten Puppe an. Einmal mehr sollen Jung und Alt an den Simulationspuppen geschult werden und Berührungsängste verlieren. pm

Zum Thema