Bad Mergentheim

Narrengilde „Lustige Gesellen“ „Orden vom Dicken Fell“ soll auf einen späteren Zeitpunkt verschoben werden

Eröffnung der Märchedoler Fastnacht abgesagt

Archivartikel

Bad Mergentheim.Der 11. November ist ein ganz besonderes Datum im Jahreslauf. Zum einen ziehen an diesem Tag die Kinder singend mit ihren bunten Laternen durch die abendlichen Straßen und gedenken des Heiligen Martins. Zum anderen wird an diesem Tag die fünfte Jahreszeit, die Fastnacht, eröffnet.

Die Narrengilde „Lustige Gesellen“ der Kolpingsfamilie Bad Mergentheim wollte, wie in jedem Jahr, auch heuer am 11. November ihre „Märchedoler Fastnacht“ eröffnen, zumal die Kolpings-Narren in diesem Jahr ein kleines Jubiläum, das 60-jährige Bestehen, feiern wollten. Und gleichzeitig sollte auch der 44. Orden vom „Dicken Fell“ verliehen werden.

Dass es in Corona-Zeiten keine Feier wie in den früheren Jahren geben durfte, war den Kolpingsfastnachtern schon lange klar. So plante man, die Eröffnung im kleinen Kreise im Rahmen eines der aktuellen Lage angepassten Festaktes mit geladenen Gästen und einem Hygienekonzept durchzuführen.

Nun hat das Virus den Fastnachtern einen gehörigen Strich durch die Rechnung gemacht. Die feierliche närrische Eröffnung der 60. „Märchedoler Fastnacht“ musste von den Verantwortlichen abgesagt werden. Und die Verleihung des Ordens vom „Dicken Fell“ wird auf einen späteren Zeitpunkt verschoben.

„Ein Brauchtum“

Aber ist es denn möglich, die Fastnacht abzusagen? „Die Fastnacht ist eine Zeit, kein einzelnes Fest, keine einzelne Feier, es ist ein Brauchtum, egal wie und mit welchen Facetten diese Zeit gefeiert oder begangen wird. Die Fastnacht wurzelt im christlichen Brauchtum und wurde schon im 12. Jahrhundert der 40-tägigen Fastenzeit vor Ostern, vorangestellt“, so Günther Etzl von der Narrengilde „Lustige Gesellen“ Bad Mergentheim gegenüber den Fränkischen Nachrichten.

Seit jeher ist diese „närrische“ Zeit zwischen Dreikönig und Aschermittwoch eingebettet und findet mit der Weiberfastnacht und dem Rosenmontag ihren Höhepunkt. „Die Fastnacht gehört in unserem Lande einfach zum traditionellen Jahreslauf dazu“, so Etzl weiter. Die Narrengilde sei sich ihrer Verantwortung jedoch bewusst und sehe der kommenden Session realistisch entgegen.

Günther Etzl: „Die Fastnacht lebt von der menschlichen Nähe und von Unbekümmertheit und kann deshalb mit den momentan bestehenden Auflagen nicht gefeiert werden“. lg

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