Bad Mergentheim

Residenzschloss Mergentheim Sonderausstellung „Mit dem Herzen sieht man besser. Roland Bauer: 50 Jahre Fotografieren in Hohenlohe und der Welt“ eröffnet

Eine Art Retrospektive auf viele der Porträtierten

Bad Mergentheim.Mit einem Festakt wurde im Residenzschloss die Sonderausstellung „Mit dem Herzen sieht man besser. Roland Bauer: 50 Jahre Fotografieren in Hohenlohe und der Welt“ offiziell eröffnet.„Roland Bauers Arbeiten und Themen umfassen die Welt – und sie zeigen zugleich die regionale Verwurzelung dieses großen Fotografen“, erklärte Frank Krawczyk, Leiter des Bereichs Kommunikation der Staatlichen Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, als er bei der feierlichen Eröffnung sowohl die Person als auch Bauers Schaffen in einem Kurzporträt vorstellte. Bauer schaffe einerseits farbenprächtige Bilder, die den Reichtum unserer Welt ausbreiten, andererseits zeige er sich mit seinen Schwarz-Weiß-Fotografien als Purist. Laut Krawczyk sei die Ausstellung für die Staatlichen Schlösser und Gärten Baden-Württemberg einer der Höhepunkte im Jahresprogramm, mit dem das Residenzschloss Mergentheim über die Region weit hinaus wirken solle.

„Es zeigt die Sehnsucht der Menschen nach einem Stück Normalität, und dazu zählen auch Kunst und Kultur, die der Seele guttun“, meinte Oberbürgermeister Udo Glatthaar angesichts dessen, dass bei der Vernissage – unter Einhaltung der geltenden Hygiene- und Abstandsregeln – alle verfügbaren Plätze besetzt waren. „Ich bin froh, dass Kunst und Kultur gerade in den schwierigen Zeiten, die hinter sowie möglicherweise noch vor uns liegen, ihren festen Platz in Bad Mergentheim haben als auch etwas darstellen, an dem sich die Menschen trotz aller Widrigkeiten erfreuen und aufbauen können“. „Es war und ist gleichsam ein wichtiges Signal nach innen und außen, dass wir in dem Rahmen, den der immer an erster Stelle stehende Gesundheitsschutz vorgibt, in Bad Mergentheim ein gar nicht mal so kleines Stück kulturelles Leben ermöglichen können und wollen“, unterstrich Glatthaar, verbunden mit einem Dank an alle daran mitwirkenden Einrichtungen, Institutionen und Akteure.

Heimatliche Verbundenheit

„Wer ständig das Auge schult, schärft seine Sinne für die Wahrnehmung von Motiven“, nahm er mit einem Zitat speziellen Bezug auf den Fotografen Roland Bauer. Die heimatliche Verbundenheit Bauers mit der Raumschaft Hohenlohe und die gleichzeitige Weltoffenheit im Herzen sei ein Zusammenspiel, das der dynamisch lebenswerten Region sehr gut zu Gesicht stehe. Dabei dokumentiere er Menschen und Augenblicke ebenso authentisch wie künstlerisch. Zudem zeige Bauer sowohl das so genannte „einfache Leben“ mit großem Einfühlungsvermögen als auch die schillernden Facetten dieser Welt.

„Ralf Bauer gehört nicht zu den bekanntesten, aber zu den wichtigsten Fotografen“, meinte zum Auftakt eines Podiumsdialogs Andreas Harthan, der dem Hohenloher Lichtbildner schon seit langem persönlich verbunden ist. Dieser berichtete unter anderem, dass er auf Druck seines Vaters zunächst eine Ausbildung zum Elektroinstallateur anstelle wie von ihm selbst eigentlich erwünscht als Fotograf absolviert habe. „Zum Leidwesen meiner Eltern unternahm ich mit einem Freund zwei Wanderjahre und habe in Dortmund visuelle Kommunikation studiert sowie beruflich als selbständiger Fotograf zu arbeiten begonnen“. Mit dem Herzen habe er unter anderem auch regionale Handwerker fotografiert, wobei er erst den Zugang zu diesen Menschen finden habe müssen. „Hohenlohe hatte ich schon früher ins Herz geschlossen, als ich dort meine Examensarbeit anfertigte“, erzählte Bauer. Die Ausstellung sei auch deshalb so außergewöhnlich, weil sie eine Art Retrospektive auf viele der porträtierten Menschen darstelle, betonte Harthan. Ein jüngstes Projekt Bauers sei das Erfassen von Wildblumen gewesen, die er geradezu „altmeisterlich“ nicht gemalt, sondern fotografiert und in einem wunderbaren Buch zusammengefügt habe.

Musikalisch umrahmt wurde die Eröffnungsfeier durch Rehan Syed, an der Gitarre. Im Anschluss an das offizielle Programm der Vernissage hatten die Besucher die Gelegenheit zur Besichtigung der Ausstellung mit Roland Bauers Fotowerken. pdw

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