Bad Mergentheim

Fleißige Ehrenamtliche und großzügiger Spender Ein Jahr „Mittagstisch plus“ in Bad Mergentheim

Ein Stück Lebensfreude gibt’s dazu

Archivartikel

Ein Jahr besteht der „Mittagstisch plus“. 50 Personen bekommen hier zweimal die Woche ein warmes Mittagessen. Spender ist Ludwig Fleckenstein, zahlreiche Ehrenamtliche sind im Einsatz.

Bad Mergentheim. Mittwochs im evangelischen Gemeindezentrum, freitags bei der Liebenzeller Gemeinschaft – ab 11.30 Uhr warten dort liebevoll geschmückte Tische und ein schmackhaftes Essen, geliefert von der Bundschuh Gourmet Gastronomie Igersheim und finanziert vom Unternehmer Ludwig Fleckenstein. Geboten wird weit mehr als eine Mahlzeit, man trifft sich ja zum „Mittagstisch plus“ und bekommt auch ein „Plus“ an Lebensfreude. „Ich komme hierher, weil es da nette Leute gibt und gutes Essen“, betont eine Besucherin. „Man hat eine Ansprache und ist nicht allein daheim“, wirft eine andere ein und alle am Tisch sind sich einig darin, dass sie hier liebevoll versorgt und umsorgt werden.

„Bei uns steht der Mensch im Mittelpunkt“, stellt Gabriele Werner fest. Die Diplom-Pädagogin von der diakonischen Einrichtung „Erlacher Höhe“ organisiert den „Mittagstisch plus“ und sie möchte, dass jeder Gast spürt „Ich bin wertvoll“. Kein Wunder, dass sich da vielerlei Menschen angesprochen fühlen: Leute mit wenig Geld oder ohne festen Aufenthalt ebenso wie solche, deren Ehepartner verstorben ist und die sich in den eigenen vier Wänden einsam fühlen. Es kommen psychisch Kranke und Asylsuchende. Die ältere Generation ist am stärksten vertreten.

Ganz unterschiedliche Leute – hier sitzen sie miteinander am Tisch und kommen ins Gespräch. Da werden während des Essens auch Erfahrungen ausgetauscht und Vorurteile abgebaut.

„Jeder ist hier willkommen“, so Barbara Veeh, Leiterin der Diakonie in Bad Mergentheim. Zum „Plus“ dieses besonderen Mittagstischs gehöre auch, dass immer eine Vertreterin von Kirche oder Diakonie anwesend sei und für Gespräche zur Verfügung stehe. Da könnten einfache Fragen geklärt und weiterführende Hilfeangebote vermittelt werden, etwa Termine bei der Diakonischen Beratungsstelle.

Das Jubiläums-Essen im Albert-Schweitzer-Saal wurde als kleine Feier gestaltet. „Dankbarkeit hilft gegen Verzweiflung“, betonte Marianne Stapfer, Pastoraldiakonin der Liebenzeller Gemeinschaft, in ihrer Andacht. Schweres und Notvolles gebe es durchaus im Leben. Doch wer Gott danke, trage damit dazu bei, dass er „mit den harten Fakten des Alltags besser umgehen kann“. Den Herrn zu loben, tue gut.

„Der ’Mittagstisch plus’ ist keine Eintagsfliege geblieben“ freute sich Pfarrerin Regina Korn. Großer Dank gebühre Ludwig Fleckenstein, der die Mahlzeiten finanziere (die Gäste bezahlen nur einen symbolischen Beitrag), ebenso den rund 40 Ehrenamtlichen, die für die geschmackvolle Tischdekoration sorgen und für die Ausgabe der Speisen verantwortlich sind.

Acht Teams von Ehrenamtlichen sind es inzwischen, auch einige Männer arbeiten mit. Jeder kommt etwa einmal im Monat dran. „Es macht Spaß, praktisch Nächstenliebe zu zeigen“, hört man da und so wird es auch praktiziert. peka

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