Bad Mergentheim

Thomas Tremmel feierte am Samstag seinen 70. Geburtstag Vielfältig engagiert / Ein leidenschaftlicher Landwirt

Ein Löffelstelzener „durch und durch“

Löffelstelzen.Er ist ein Löffelstelzener „durch und durch“ und, wie es in seiner Generation noch üblich war, im Heimatort, genauer gesagt im Elternhaus, geboren. Das war am 10. Oktober 1950, und Thomas Tremmel war das zweite Kind und der erste Sohn. Später kamen noch drei Brüder hinzu. Die Eltern bewirtschafteten einen Bauernhof; das Haus mit Nebengebäuden steht noch heute in der Alten Würzburger Straße. Die Landwirtschaft lag und liegt ihm im Blut, einen Tag ohne Flurgang kann er sich „nicht vorstellen“. Der Hof war klein, aber mit 8,5 Hektar doch etwas größer als der Durchschnitt im Dorf, das damals rund 500 Einwohner zählte. Heute sind es rund 1100, Tendenz steigend.

Es war dem Jubilar frühzeitig klar, dass er Landwirt werden wollte. Nach der Volksschule begann er seine Lehre, die er nach drei Jahren erfolgreich abschloss – da war er jugendliche 17 Jahre alt. Anschließend arbeitete er bei einer Spedition und half in der elterlichen Landwirtschaft mit, zudem wirkte er ein Jahr als „landwirtschaftlicher Betriebshelfer“ beim katholischen Landvolk. Seinen Grundwehrdienst leistete er als Sanitäter ab, zuletzt in der Deutschorden-Kaserne in Bad Mergentheim. 1972 übernahm er den elterlichen Hof, den er hinfort im Nebenerwerb führte – anfangs noch mit „vier Kühen, zwei Pferden, zehn Schweinen und 50 Hühnern“.

Im Sommer 1973 begann er als hauptberuflicher Sanitäter im Krankentransport und Rettungsdienst beim Deutschen Roten Kreuz in Bad Mergentheim; ehrenamtlich wirkte er in der Bereitschaft 2 des DRK-Ortsvereins Bad Mergentheim. Als Rettungssanitäter bildete er sich beständig fort und erwarb den Titel Rettungsassistent. Diese Tätigkeit übte er bis zu seiner Verrentung 2011 aus. In all diesen Jahren blieb er der Landwirtschaft eng verbunden und vergrößerte und modernisierte den Hof zielstrebig. Den Betrieb übertrugen Thomas und Irmgard Tremmel 2015 ihrem Sohn Matthias. Seither ist Tremmel selbständig; er bietet „landwirtschaftliche Dienstleistungen“ an.

Seine Irmgard, eine Landwirtstochter, heiratete er 1974. Das Paar hat zwei Söhne, die längst eigene Familien gegründet haben und ebenfalls in Löffelstelzen leben.

Ein harter Schlag war der Unfall am St. Georgs-Tag 1986, als die Kanone beim Laden losging – er erlitt schwere Verletzungen an der linken Hand. Tremmel kämpfte sich zurück in seinen Rettungssanitäter-Beruf, und schon bald saß er auch wieder am Steuer von Traktor und Mähdrescher.

In der (Kommunal-) Politik ist Tremmel schon lange engagiert: Seit 1994 als Ortschaftsrat und seit 2009 als Stadtrat, wo er seither im Bauausschuss wirkt. Zur lokalen CDU stieß er ebenfalls 2009. Zudem ist er seit 2014 als Aufsichtsrat des Stadtwerks Tauberfranken tätig. Außerdem war und ist er in mehreren Löffelstelzer Vereinen aktiv – so in der Reservistenkameradschaft und dem Reit- und Fahrverein. Er war Gründungsmitglied und ist bis heute Vorsitzender des Wallfahrtsvereins. Weiter ist Thomas Tremmel seit 1979 Mitglied der Historischen Deutschordens-Compagnie zu Mergentheim, wo er seit 2005 als „Stuckmeister“ für das Stadtgeschütz, dem Nachbau einer Vorderlader-Kanone von 1760, Verantwortung trägt.

Als im Jahr 2000 das Flurbereinigungs-Verfahren Löffelstelzen begann, war Thomas Tremmel natürlich auch mit dabei – als Teilnehmer (Grundeigentümer), vor allem aber seit 2001 bis zum Abschluss mit seiner letzten Unterschrift 2017 als Vorsitzender der Teilnehmergemeinschaft. Im Verband der Teilnehmergemeinschaften Baden-Württemberg (VTG BW) war er von 2010 bis 2019 im Vorstand aktiv, von 2014 an sogar als Präsident. Seither ist er Ehrenpräsident. Weiter ist er in der Agrarsozialen Gesellschaft engagiert.

Gefeiert wird der Geburtstag im Kreis der Familie, zu der mittlerweile fünf Enkelkinder zählen. Die Fränkischen Nachrichten gratulieren nachträglich zum Geburtstag. hp

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