Bad Mergentheim

Zur Suche nach einem neuen Verkehrskonzept in der Kurstadt Kein Durchgangsverkehr mehr in der Innenstadt / Grüne Welle auf der Südumgehung / Offene Fragen

Ein guter Kompromiss sollte 30 Jahre halten

Ja, ein neues Verkehrskonzept für die Bad Mergentheimer Altstadt und die angrenzenden Bereiche ist nötig. Aber es sollte ein ganzheitliches Konzept sein, dass am Ende, also vor baulichen Veränderungen, auch zentrale Fußgängerlaufwege und Radfahrer mit berücksichtigt!

Der Durchgangsverkehr, sprich die Abkürzung durch die Kapuzinerstraße, über den Deutschordenplatz und schnell weiter zum Bahnübergang und in die Herrenwiesen, soll und muss beendet werden. Dazu scheint es schon einen breiten Konsens zu geben. Doch wie soll das erreicht werden?

Ein durchgängiges Langsam-Fahr-Gebot von maximal 30 km/h in der Altstadt könnte schon den Abkürzungswillen vieler bremsen. Noch eindeutiger wäre das Signal aber, wenn es gar keine Durchfahrtsmöglichkeit mehr gäbe, weder über den Gänsmarkt, noch über die Münzgasse.

Die Testphase – bis Ende Oktober – mit der Teilsperrung des Gänsmarktes ist ein gute Idee gewesen. Jetzt steht die Stadt vor der Frage, wie es ab November weitergehen soll. Da bietet sich doch geradezu an, weitere Tests vorzunehmen. Aktuell wurden die Holzapfelgasse gefühlt stärker belastet und die Münzgasse mit dem Zwei-Richtungsverkehr gar überlastet. Wie wäre es jetzt mit einem neuen Versuch, in dem man beispielsweise die Münzgasse wieder wie früher nur von der Härterichstraße anfahren lässt, die Nonnengasse wieder vom Schloss aus öffnet, aber zum Beispiel die Zufahrt in die Holzapfelgasse umdreht und vom Unteren Graben einfahren (übrigens auch viel sicherer) statt ausfahren lässt? Und: Den Ledermarkt und die Mühlwehrstraße in umgekehrter Richtung einmal probeweise nutzt? Nur so als Idee, die aber natürlich den Stadtbusverkehr besonders treffen würde. . .

Bleiben trotz aller Überlegungen noch die Fragen zu attraktiven Fußgängerwegen und einer sinnvollen Radwegeführung. Das neue Verkehrskonzept muss auch darauf Antworten liefern, auch im Hinblick auf die großen Pläne für eine Landesgartenschau. Vom Bahnhof über den Gänsmarkt, den Marktplatz bis zum Schloss sollten die Fußgänger, wie auf einem breiten Band, durch unsere schöne Stadt geführt werden. Gute Wege für Radler und durchdachte Verknüpfungen in die Umgebung sind zudem unerlässlich.

Es wäre zu begrüßen, wenn die Stadt sich noch ein wenig Zeit lässt, noch ein wenig testet und weiterhin die Bürger und die Gewerbetreibenden in den gesamten Prozess mit einbezieht, denn dass, was am Ende durch den Gemeinderat beschlossen wird, soll ein guter (!) Kompromiss sein, der 30 Jahre und länger Bestand hat.

Zum Thema