Bad Mergentheim

Briefe gegen das Vergessen Die Amnesty-Gruppe Bad Mergentheim hat gute Nachricht erhalten / Narges Mohammadi ist frei

Die öffentliche Aufmerksamkeit auf zu Unrecht Inhaftierte lenken

Bad Mergentheim.Narges Mohammadi ist frei: Am 8. Oktober erhielt die Amnesty-Gruppe Bad Mergentheim die gute Nachricht, dass Narges Mohammadi, die im Iran inhaftierte und von der Gruppe betreute Menschenrechtlerin, aus der Haft entlassen wurde. Die Gruppe erhielt ein kurzes Video, das eine glückliche Narges zeigt, die von ihrer Mutter in die Arme genommen wird.

Die Journalistin und ehemalige Leiterin des inzwischen verbotenen Zentrums der Menschenrechtsverteidiger saß seit 2015 eine zehnjährige Haftstrafe wegen „Bildung und Leitung einer illegalen Gruppe“ und „Propaganda gegen das islamische Regime“ ab. Mohammadi gehört zu den renommierten Menschenrechtlern im Iran und ist eine Gegnerin der Todesstrafe. Sie hatte sich im August mit dem Coronavirus infiziert und war durch ihre Vorerkrankung – ein Lungenleiden – in höchster Gefahr. Bereits im Juli hatte eine Gruppe von UN-Menschenrechtsexperten deshalb die Freilassung der inhaftierten Journalistin gefordert.

Amnesty Bad Mergentheim hatte sich – zusammen mit anderen Amnesty-Gruppen in Deutschland – seit zwei Jahren intensiv um die Freilassung der politischen Gefangenen bemüht: Es gingen regelmäßig Protestbriefe an die Regierungsverantwortlichen im Iran; es wurden Unterschriften unter Petitionen zu ihren Gunsten gesammelt und Grußadressen an Narges selbst verschickt. Der Amnesty-Gruppe ist es bewusst, dass der Erfolg ihrer Bemühungen um Narges Mohammadi nicht ihr allein zu verdanken ist. Viele haben sich für sie eingesetzt. Entscheidend jedoch sei, dass die öffentliche Aufmerksamkeit immer wieder auf zu Unrecht Inhaftierte gelenkt und hartnäckig ihre Freilassung gefordert wurde. Ihr wertvoller und gefährlicher Einsatz für die Menschenrechte im eigenen Land dürfe nicht in Vergessenheit geraten. Die Amnesty-Gruppe freut sich über Unterstützung. ai

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