Bad Mergentheim

Die Angst und ihre Folgen

Archivartikel

Sascha Bickel zum Coronavirus und zum Umgang mit Betroffenen

Angst ist das Gefühl, dass eine Bedrohung vor einem liegt, auf die man nicht gut vorbereitet ist oder die man nicht richtig einschätzen kann, sagen Experten. Im Vergleich zur Furcht, die konkreter ist, sei die Angst diffus, sie gehe mit einem Gefühl der Beklemmung einher.

Die Grippe kennen wir, daher ruft sie bei uns nicht so große Ängste hervor, obwohl jedes Jahr viele (ältere) Menschen daran sterben. Aber auf das Coronavirus müssen wir uns erst noch einstellen. Vieles ist noch unklar. Man weiß einfach nicht, wie sich die Krankheit entwickeln wird.

Und da ist sie nun, die Angst vor dem Neuen, dem Unbekannten, dem Virus aus Fernost. Den Aggressor, das Coronavirus, können wir selbst nicht angreifen – und das erzeugt Wut. Wut, die wir leider manchmal an der falschen Stelle entfesseln.

Angst und Wut, eine gefährliche Kombination, die einige nun an den Corona-Patienten, deren Angehörigen und Verdachtsfällen auslassen und abreagieren, durch Ausgrenzung, Misstrauen und teilweise auch Beschimpfungen unter anderem in sozialen Netzwerken, in denen es ja so einfach ist, los zu poltern.

Aber das kann nicht der richtige Weg sein! Mitgefühl, Hilfsbereitschaft und Solidarität sind stattdessen gefordert.

Für die Corona-Patienten, deren Angehörige und die Verdachtsfälle da sein, ihnen Besorgungen abnehmen und sie, wenn gewünscht, auch einfach mal in Ruhe zu lassen – das ist jetzt angesagt. Und wir sollten ihnen nach der behördlich angeordneten Isolation den Weg zurück in die Gesellschaft ermöglichen, so wie wir auch einen ehemals Grippe-Kranken, der wieder gesund ist, zurück im Alltag willkommen heißen.

 
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