Bad Mergentheim

Albverein Burgberg-Tauber-Gau Mundartbühne und Musik von „Iwwerzwerch“

Dialekten eine Plattform geboten

Archivartikel

Bad Mergentheim.Einmal jährlich veranstaltet der Burgberg-Tauber-Gau im Albverein seine Mundartbühne. Die Zielsetzung dabei ist, regionalen Autoren, Musikern und sonstigen Kulturschaffenden der jeweiligen Dialektlandschaft eine Plattform zu bieten, um dieses Kulturgut nach Kräften zu fördern.

Nach diversen Auftritten regionaler Mundartrepräsentanten in den Vorjahren – von Landesbauernpfarrer i.R. Willi Mönikheim bis zur Rockband „Praxis Hohenlohe“ – war nun die Ortsgruppe Bad Mergentheim als Ausrichter dran.

Was lag also näher als dazu zwei ausgewiesene Kenner von Land und Leuten Tauberfrankens zusammenzubringen? Mit Dr. Klaus Bühn und „Iwwerzwerch“ ergab sich trotz ganz unterschiedlicher Akzentsetzungen ein stimmiges Abendprogramm. Der Geograf aus Igersheim präsentierte mit Tochter Susanne Kiermayr-Bühn Geologie, Landschaftsformen und die Entstehungsgeschichte der heutigen Kulturlandschaft anhand zahlreicher Fotos und Skizzen sehr anschaulich, Bezugspunkt dabei war sein 2018 erschienenes Buch „Tauberfranken – Biographie einer Landschaft“.

Deutlich wurde bei der „Vorlesung“, dass das Taubertal mit seinen Nebentälern kulturgeschichtlich eine der interessantesten und touristisch attraktivsten Landschaften Süddeutschlands ist, obwohl sich die Erwerbsgrundlagen stetig verändert haben. Dieser Input war nach angemessener Pause die Steilvorlage für Markus Martin und Roland Dietz, mit Stimme, Akkordeon und Gitarre Land und Leute musikalisch vorzustellen. Wer „Iwwerzwerch“ kennt, weiß, dass ihre Welt zwischen Niederstetten und Heimhausen an der Jagst liegt und dass dazwischen eine Menge passiert, was dann in ihren Liedern aufgegriffen wird. „Baura fahred naus und mähed Silo“ gehört dazu, und „Bräädere brade Nudln“ werden neuerdings gegessen, wohl auf der Muswiese ergattert und zur Leibspeise erklärt.

Manchmal werden dabei auch noch hintersinnige Betrachtungen eingestreut, ob und wo zum Beispiel die Biersorten der beiden Brauereien in Herbsthausen oder Riedbach besser den Durst löschen. Und dann gibt es noch die eine oder andere Anleihe von anderen Hohenloher Liedermachern, schließlich ist man ja mit „Annewech“ oder „Johkurt und Paulaner“ bestens vernetzt.

Dem Publikum gefiel’s, besonders als es dann noch zum Mitsingen eingeladen wurde. So wurde es schließlich ein unterhaltsamer Abend, der von der Ortsgruppe Bad Mergentheim vorzüglich bewirtet wurde. Auch Gau-Kulturwartin Ingeborg Raab, die den Referenten eingeladen hatte, freute sich über die gute Resonanz. pm

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