Bad Mergentheim

Jugendhaus „Marabu“ Zweiter „Tauber-Slam“ / Gut 40 Interessierte

Der Pott geht nach Oberfranken

Archivartikel

Bad Mergentheim.Den zweiten „Tauber-Slam“ gewann der Bayreuther Martin Uckley, alias „Maestro Confusione“. Im Finale setzte er sich mit seinem Heimatgedicht der besonderen Art gegen May Luchs aus Bamberg sowie Michael Malcharek aus Nürnberg durch.

Während Luchs in der Vorrunde gut punktete, mit einem Gedicht über ein vielleicht nicht mehr so ganz intaktes Umweltbewusstsein der Menschen, ging es auch bei ihr im Finale um eine immer enger zusammenrückende Welt in der man gerne in weit entlegene Länder reist und ob dies für den Mensch eigentlich so gedacht sei? Denn Flügel hat er ja keine.

Während Michael Malcharek in der Vorrunde über das Leben eines mit Mindestlohn nahe am Hungertuch nagenden Menschen referierte, der keine Möglichkeit habe, die Welt im großen Stil zu retten, da ihm einfach das nötige Kleingeld dazu fehle und so auch Bioprodukte nur selten auf den Tisch kommen. Stattdessen oft nur „Tütenfraß“ und das kotze ihn doch so sehr an, trumpfte er im Finale mit einem hörenswerten Gedicht auf. Es handelte sich um einen Computer, der, könne er reden, seinen Unmut gerne darüber zum Ausdruck bringen würde, wer so alles welchen „Mist“ über die Tastatur ins weltweite Netz „schießt“. Er erteilte Hass und Hetze von Faschisten eine klare Absage und kassierte dafür viel Applaus. Martin Uckley, in der Vorrunde aus dem Nähkästchen eines Single plaudernd, der die große Liebe in entsprechenden Foren im Internet zu finden hofft, zog im Finale den meisten Applaus auf seine Seite, in der er schlicht und ergreifend davon erzählte, wie wenig Herkunft, Aussehen, Religion oder Nationalität doch letztlich über Menschen aussagen.

Ins Finale nicht geschafft haben es Lokalmatador Detlef Scott Backes mit einem lyrisch anspruchsvollen Werk, einer Adoption Schillers Werkes „Die Kraniche des Ibykus“ sowie Martin Geier aus Fürth, der sehr unterhaltsam und souverän von seinen „Abstürzen“ auf WG-Partys berichtete.

Zwei Künstler mussten kurzfristig absagen. Die gut 40 Zuhörer im Jugendhaus „Marabu“, die knapp zwei Stunden vorzüglich unterhalten wurden, gingen dennoch zufrieden nach Hause. Mit der Resonanz und dem Ablauf waren die Veranstalter vom Jugendhaus und des Kino „Movies“ zufrieden. Der nächste „Tauber-Slam“ wird im kommenden Jahr, im März, stattfinden.

Das „Marabu“ selbst hat am 21. Dezember noch eine Weihnachtsveranstaltung mit kleiner Feier drinnen und draußen sowie ein Unplugged-Konzert im Anschluss geplant. pm

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