Bad Mergentheim

Caritas-Krankenhaus Erste Zwischenbilanz der Corona-Phase gezogen / Fallzahlen erreichten in ersten Aprilwochen ihren Höhepunkt

„Der Pandemie immer einen Schritt voraus“

Archivartikel

„Wir waren der Pandemie immer einen Schritt voraus“, resümieren das Caritas-Krankenhaus Bad Mergentheim und das Krankenhaus Tauberbischofsheim in einer ersten Zwischenbilanz.

Bad Mergentheim/Tauberbischofsheim.Die Zahl der positiv auf das Corona-Virus Sars-CoV-2 getesteten Menschen in der hiesigen Region geht erfreulicherweise deutlich zurück. Zeit für eine erste Zwischenbilanz im Zeichen der Corona-Pandemie. „In unseren beiden Krankenhäusern in Tauberbischofsheim und in Bad Mergentheim können wir mit Blick auf die Versorgung der Corona-Patienten eine rundum positive Bilanz der letzten Wochen ziehen“, betont der Kaufmännische Direktor der beiden Krankenhäuser Michael Schuler. „Wir sind trotz hoher Patientenzahlen nie an unsere Kapazitätsgrenzen gestoßen und waren immer aufnahmefähig für Covid-19-Patienten, und zwar nicht nur für Patienten aus dem Main-Tauber-Kreis sondern auch darüber hinaus.“

Daneben liefen die Versorgung der Notfallpatienten an beiden Standorten sowie die Geburtshilfe weiter. Das sei laut Schuler Folge einer „verlässlichen Zusammenarbeit im Covid-Krisenteam“ beider Einrichtungen, einer „engen Abstimmung“ mit dem Gesundheits- und Sozialdezernat des Main-Tauber-Kreises und „vor allem Dank der hohen Einsatzbereitschaft unserer Mitarbeitenden“. Dadurch sei man der Pandemie immer einen Schritt voraus und auf die nächste Stufe der Eskalation vorbereitet gewesen.

Trotz aller schwierigen Begleiterscheinungen und Folgen der Pandemie sei dies eine gute Erfahrung gewesen, so Schuler weiter. Hilfreich sei es auch gewesen, dass sich die Kliniken in der BBT-Gruppe täglich in einer Telefonkonferenz Erfahrungen austauschten.

Von Beginn an seien so infektiöse und nicht-infektiöse Patienten konsequent voneinander getrennt worden, betont Dr. Schlembach. „Eine tolle Leistung, die für das hohe Engagement und die Geschlossenheit aller Mitarbeitenden spricht.“ Dies belege auch die sehr niedrige Zahl an infizierten Mitarbeitenden. Auf den Covid-Stationen wurde während der gesamten Corona-Phase insgesamt nur eine Mitarbeiterin auswärts positiv auf Sars-CoV2 getestet worden. Schließlich sei das Haus von Anfang an ausreichend mit Schutzmaterialien wie Mund-Nasen-Schutz, FFP-2-Masken, Schutzkitteln, Schutzbrillen, Handschuhen und Desinfektionsmittel versorgt gewesen. 14 Covid-19 Patienten wurden im Krankenhaus Tauberbischofsheim versorgt, dazu eine Vielzahl an Corona-Verdachtsfällen, die ebenfalls mit hohem Personalaufwand betreut werden müssen. Im Caritas-Krankenhaus erreichten die Corona-Fallzahlen in den ersten beiden Aprilwochen ihren Höhepunkt.

Zeitweise mussten 14 Patienten gleichzeitig beatmet werden, dazu kamen weitere intensivpflichtige Covid-Patienten sowie mehrere beatmete nicht-infektiöse Notfall-Patienten. Dafür wurden in kurzer Zeit zusätzliche Beatmungskapazitäten geschaffen.

60 Patienten gleichzeitig

Auf den drei Isolierstationen lagen in Spitzenzeiten zeitgleich mehr als 60 Corona-Patienten, darunter mehr als 30 positiv Getestete sowie weitere Verdachtsfälle in Quarantäne. Insgesamt wurden im Caritas-Krankenhaus 64 Covid-19-Kranke stationär versorgt; zurzeit liegt noch ein Erkrankter auf Station. „Im Caritas-Krankenhaus haben wir viele Patienten mit schweren Verläufen aufgenommen, die mitunter mehrere Wochen bei uns lagen – eine hohe Belastung für alle Kolleginnen und Kollegen, die dort gearbeitet haben“, berichtet Pflegedirektor Frank Feinauer. Diese Erfahrungen prägen auch die weiteren Entscheidungen: Gerade aufgrund der aktuellen Lockerungen in vielen Bereichen und den immer wieder lokal auftretenden Ausbrüchen bleiben die Verantwortlichen beiden Krankenhäuserm wachsam und vorsichtig. „Wir behandeln jetzt auch wieder Patienten mit planbaren elektiven Eingriffen, denn bestimmte Operationen und Therapien lassen sich nicht unbegrenzt aufschieben“, betont Dr. Schlembach. Dafür habe man „ein umfangreiches Schutz- und Hygienekonzept erstellt“, um Ansteckungsrisiken möglichst gering zu halten. Nach den Vorgaben der Landesregierung müssen Krankenhäuser außerdem bis Ende September sicherstellen, dass sie innerhalb von 48 Stunden einen Teil der Bettenkapazität auf den Normalstationen für die Behandlung von Covid-19-Patienten räumen können. „Außerdem müssen wir aktuell immer noch 30 bis 35 Prozent unserer Intensivkapazitäten für Covid-19-Patienten frei halten“, so Dr. Schlembach weiter. Weiter sei man aufgrund von immer wieder lokal ausbrechenden Infektionswellen auch weiterhin mit der Lockerung des Besuchsverbotes sehr vorsichtig. Die wirtschaftlichen Verluste durch die Freihaltung von Betten und Intensivkapazitäten und die hohen Kosten für die Schutzausrüstung werden zum Teil durch den staatlichen Schutzschirm für die Krankenhäuser kompensiert. Nach ersten Berechnungen reiche das Geld für das Krankenhaus Tauberbischofsheim knapp aus, „für das Caritas-Krankenhaus mit seinen vielfältigen medizinischen Leistungen wahrscheinlich jedoch nicht“, erläutert der Kaufmännische Direktor Michael Schuler. „Eine endgültige Bewertung der wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie werden wir seriös erst Ende des Jahres abgeben können.“

„Risiko begleitet uns“

Das wird auch davon abhängen, ob es im Herbst bzw. Winter zu einer möglichen zweiten Welle kommen sollte. „So lange wir weder einen Impfstoff gegen Sars-CoV-2 noch eine Therapie gegen Covid-19 haben, wird uns das Corona-Risiko begleiten. Darauf müssen wir uns einstellen, damit wir weiter so gut vorbereitet sind wie bisher.“ ghtf

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