Bad Mergentheim

Volksbank Main-Tauber In der Kurstadt langjährige Mitglieder ausgezeichnet / Genossenschaftlicher Gedanke bleibt aktuell

Dem Kreditinstitut ein halbes Jahrhundert treu geblieben

Archivartikel

Bad Mergentheim.Zu einem der „schönsten Termine des Jahres“ begrüßte der stellvertretende Vorstandsvorsitzende der Volksbank Main-Tauber, Robert Haas, langjährige Mitglieder der Genossenschaftsbank in der Hauptstelle in Bad Mergentheim. Durfte er doch im Rahmen einer Feierstunde 25 Jubilaren den Dank für ein halbes Jahrhundert Mitgliedschaft in der Volksbank Main-Tauber aussprechen.

„Mehr als ein halbes Menschenleben halten Sie unserer Genossenschaft die Treue, die sich aus bescheidenen Anfängen vor fast 160 Jahren mittlerweile zu einer der größten Genossenschaftsbanken in Baden-Württemberg entwickelt hat“, betonte Haas.

Ein halbes Jahrhundert mit einschneidenden und gravierenden Veränderungen: „Seitdem sind Imperien zerfallen, der eiserne Vorhang hat sich gelüftet, das Umfeld hat sich vollkommen gewandelt.“ Umso mehr freue er sich, dass die genossenschaftliche Idee bis heute nichts von ihrer Strahlkraft verloren habe und im Gegenteil in den letzten Jahren eine „wahre Renaissance“ erlebe. Genossenschaften und damit auch Genossenschaftsbanken, seien geprägt durch die Prinzipien der Selbsthilfe, der Selbstverwaltung und der Selbstverantwortung. „Wir sind damit nicht den Gewinninteressen anonymer Investoren unterworfen, sondern haben vielmehr die satzungsgemäße Aufgabe, unsere Mitglieder hier vor Ort zu fördern und Werte für sie zu schaffen“, so der Redner. Dieses Prinzip der regionalen Wertschöpfung unterscheide sich elementar von einer weltweiten Ertragsoptimierung internationaler Konzerne. Und gerade im Rahmen der Finanzmarktkrise habe sich die genossenschaftliche Bankengruppe als „die stabilisierende Säule schlechthin“ erwiesen: „Wir können mit Stolz sagen, dass wir keinen staatlichen Rettungsschirm gebraucht haben“.

Aus bescheidenen Anfängen heraus habe sich die heutige Volksbank Main-Tauber nach „etwa 100 Fusionen“ in den letzten fast 160 Jahren zu einer der größten Genossenschaftsbanken in Baden-Württemberg entwickelt. Mit einer Bilanzsumme von rund 2,05 Milliarden Euro und 41 000 Mitgliedern beschäftige man zurzeit 407 Mitarbeiter und biete 21 jungen Menschen eine solide Ausbildung. „Sie, liebe Jubilare, haben viele Entscheidungen begleitet und getroffen, die maßgeblich dazu beigetragen haben, unsere Bank zu einer tragenden Säule der Wirtschaft, der Gesellschaft und der Kultur in unserer Region zu machen. Dafür möchten wir Ihnen heute unseren Dank aussprechen“, so Haas.

Bei allem Stolz über das gemeinsam Erreichte wollte man aber auch nicht verhehlen, „dass wir als regionale Flächenbank heute vor Herausforderungen stehen, wie sie in den letzten fast 160 Jahren unserer Unternehmensgeschichte ohne Beispiel sind“. Neben der aus Sicht der Genossenschaftsbanken „fatalen“ Zinspolitik der EZB, in deren Folge sich die Lasten für die deutschen Banken auf rund 2,3 Milliarden Euro 2018 summiert hätten, nannte der Vorstand auch die mittlerweile zunehmend „groteske“ Regulatorik, die gerade die Banken mit voller Wucht treffe, die sich seinerzeit als „solide und tragende Stützen des Systems“ erwiesen hätten.

Auch die zunehmende Digitalisierung aller Lebensbereiche stelle die Flächenbanken vor Herausforderungen.

Trotzdem blicke man zuversichtlich in die Zukunft. Das sei nicht zuletzt der Tatsache zu verdanken, dass man auf ein solides Fundament zählen könne. „Nämlich das genossenschaftliche Prinzip und die Solidarität der Mitglieder, die Sie in den letzten 50 Jahren eindrucksvoll bewiesen haben“, wie Haas abschließend betonte.

Für 50 Jahre Mitgliedschaft wurden geehrt: Manfred Amann, Margarete André, Gregor Brendel, Gerhard Findt, Rudolf Fischer, Horst Frank, Otto Freitag, Huber Friederich, Alfred Gahm, Elfriede Herrmann, Guenter Hornung, Walter Ikas, Hugo Kahnert, Emil Kohlschreiber, Josef Lanig, Ulrich Aue, Hans Metzger, Heinz Mittnacht, Edmund Müller, Josef Schieser, Siegfried Schwallbach, Dietmar Springer, Karl Sturm, Willy Ulshöfer und Rudolf Wolpert.

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