Bad Mergentheim

Vernissage im Stadtwerk Tauberfranken Werke von Manfred Bodenhöfer und Martha Moll zu sehen

Das Rätselhafte „Zwischen Schwarz und Weiß“ thematisiert

Archivartikel

Bad Mergentheim.„Manfred Bodenhöfer lebt Kunst indem er aus unmittelbaren Impulsen Bildwelten entstehen lässt. Reich an Sinnlichkeit und Schönheit, die zwischen den unbunten Farbwerten Schwarz und Weiß liegen“ – mit dieser kurzen, persönlichen Skizzierung wird im Wesentlichen beschrieben, was der bei Stuttgart lebende Künstler in seinen Werken ausdrücken will. In der Vernissage, erfuhren die Besucher bei der Vorstellung durch die Künstlerkollegin Franziska Eben von Racknitz mehr über den Maler Bodenhöfer und auch über Martha Moll, die als Gast eine Auswahl ihrer Kleinplastiken präsentiert.

In der von Bernd Schepermann konzipierten Laudatio beschrieb von Racknitz Bodenhöfer als Kunstschaffenden, der nicht zu den „Sockelkünstlern“ gehöre. Vielmehr schaffe der 70-Jährige auch in Lebens- und Arbeitsräumen Begegnungsmöglichkeiten für Menschen mit der Kunst. Die gezeigten Werke berücksichtigten drei Themenbereiche, in die Bodenhöfer mit besonderer Intention eindringe. Ein Themenkreis sei „die menschliche Figur“, der zweite beschäftige sich mit der „Linie als Gestaltungselement“ und der dritte Bereich „Zwischen Schwarz und Weiß“, habe der Ausstellung ihren Namen gegeben. „Zwischen den kräftigen Kunstwerken von Bodenhöfer haben die fünf kleinen Figuren aus Ton, die aus dem Atelier von Martha Moll stammen, eine mutige Rolle übernommen“, unterstrich die Laudatorin. Mutig deshalb, weil sie sich nicht fürchten in der Welt zischen Schwarz und Weiß erdrückt zu werden, „denn auch sie erzählen wie die Bilder von Bodenhöfer vom Leben zwischen Anfang und Ende auf eine anmutige, auch ermunternde Weise und sie geben der Ausstellung zusätzlich eine besondere Note“.

Manfred Bodenhöfer, so Franziska Eben von Racknitz, bringe die Kunst zu den Menschen. Der Künstler wolle in seinen Werken nicht das „Bekannte Schwarz auf Weiß“ sondern das Rätselhafte „Zwischen Schwarz und Weiß“ thematisieren. Das große kräftige Schwarz und ein gleichgroßes leuchtendes Weiß. Beide aus dem Regenbogen verbannt und doch die Königinnen der Farben. Das Schwarz, der geheimnisvolle Schatten, das mystische Dunkel, das den Menschen ängstigt und das Weiß, das für Licht stehe und als „weiße Göttin“ das Leben aller Wesen durchfließe. Das Weiß symbolisiere aber auch die Farbe der Fahnen, wenn ein Krieg beendet werde und sie stehe auch für das Weiß des Totenhemdes. „Auf diesem Weg, zwischen Schwarz und Weiß bilden sich graue, weißgraue Nebenschwaden, überraschende Nuancen. Noch dunkel – schon hell“. Das, so von Racknitz, sei die wundersame Bildwelt von Manfred Bodenhöfer in der auch die Freude am Lebendigsein und das kraftvolle Gestalten des Lebens zu spüren seien.

Geschäftsführer Paul Gehrig begrüßte zuvor alle kunstaffinen Interessenten in den Räumen des Stadtwerks Tauberfranken. Darin, so Gehrig, spiegle sich auch das breite Interesse an den wiederkehrenden Ausstellungen des Stadtwerks. „Zwischen Schwarz und Weiß“ sei ein idealer Titel für eine Kunstaustellung in den Räumlichkeiten eines Energielieferanten. Zweifelfrei gelten nach Gehrigs Ansicht für die Wahrnehmung von Schwarz und Weiß nüchterne physikalische, auch chemische Gesetzmäßigkeiten, Schwingungen und Impulse. Diese solle der Betrachter aber außer Acht lassen, wenn er sich auf die Wirkung der Exponate von Manfred Bodenhöfer einlasse, die er auch in der Sinnlichkeit und Schönheit der Tonskulpturen von Martha Moll entdecke. pal

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