Bad Mergentheim

Löffelstelzen Ortsvorsteher a.D. Hans Blank im Alter von 92 Jahren gestorben / Großes ehrenamtliches Engagement bewiesen

Das Gesicht seines Dorfes ganz wesentlich mitgeprägt

Archivartikel

Löffelstelzen.Löffelstelzen trauert um eine herausragende Persönlichkeit. Durch sein lebenslanges Wirken hat Hans Blank das Dorf maßgeblich geprägt. Mit großer Hochachtung würdigen die Löffelstelzener den vielfältigen Einsatz des Verstorbenen in der Katholischen Kirchengemeinde, der Kommunalpolitik und im gesellschaftlichen Leben. Im Alter von 92 Jahren verstarb Hans Blank am 2. Mai nach einem arbeitsreichen und engagierten Leben, das in Worte zu fassen kaum möglich erscheint.

In einem sehr christlichen geprägten Elternhaus kam Hans Blank am 8. Februar 1928 in Löffelstelzen als zweites von zehn Kindern zur Welt. Die Eltern betrieben eine kleine Landwirtschaft, in die er schon frühzeitig eingebunden war. Nach acht Jahren Volksschule von 1934 bis 1942, machte er die Ausbildung zum Landwirt im Betrieb seiner Eltern.

Mit 16 Jahren wurde er 1944 zur vormilitärischen Ausbildung herangezogen und im Januar 1945 in die Wehrmacht eingegliedert. In stetigen Rückzugsgefechten geriet er im April 1945 in Gaisbach bei Künzelsau in französische Gefangenschaft, die drei Jahre dauern sollte.

Nach seiner Entlassung im November 1948 erlernte er das Zimmererhandwerk, das er 1956 mit der Meisterprüfung als bester Jungmeister der Region Heilbronn abschloss. 1957 heiratete seine Frau Thekla aus Gerlachsheim. Fünf Kinder gingen aus der Ehe hervor. 1962 zog er mit seiner Familie in das selbst gebaute Haus in Löffelstelzen. Bei seinem Arbeitgeber, der Firma Ambros Greiner, war er als Bauleiter für verschiedene Projekte tätig und Hauptverantwortlicher für das Fertigteilebauwerk beim Braunstall.

Vom religiösen Elternhaus, der schweren Kriegszeit und der langen Gefangenschaft geformt, erwuchs eine unerschütterliche religiöschristliche Einstellung, die für die ganze Gemeinde ein Segen war.

Mit seiner Schaffenskraft, Weitsicht, Klugheit sowie seinem handwerklichen Wissen und Können war Hans Blank aus dem Gemeindeleben nicht wegzudenken.

Drei Jahrzehnte im Rat

Einige seiner wichtigsten Verdienste und Wohltaten: Von 1965 bis 1972 gehörte Hans Blank dem selbstständigen Gemeinderat und ab 1972 bis 1994 dem Ortschaftsrat von Löffelstelzen an – also 30 Jahre kommunales Ehrenamt in Löffelstelzen. Für seinen stets vorbildlichen Einsatz erhielt Hans Blank hohe Auszeichnungen. Herausragend die „Stauffermedaille des Landes Baden Württemberg“ und die „Verdienstmedaille des Gemeindetages Baden-Württemberg“. Von 1984 bis 1994 bekleidete er zudem das Amt des Ortsvorstehers. In dieser Zeit wurde die Wasserversorgung neu geregelt, der Grunderwerb zum Neubaugebiet Hohe Äcker angestoßen, ein Bebauungsplan – Sondergebiet Kur ebenso ein Bebauungsplan Sportgelände aufgestellt. Nach dem Rathausbrand in der „Wiebke-Sturmnacht 1990“ war es sein Verdienst, dass das ehemalige alte Schulgebäude in ein funktionelles neues Rathaus mit Gymnastiksaal und Jugendräumen umgebaut wurde.

Es wurden unter seiner Leitung die Zehntscheune, das Feuerwehrgerätehaus sowie der Dorfplatz mit Bushaltestellehäuschen neu saniert, ebenfalls war es für ihn eine Ehrensache, viele Bautätigkeiten in den örtlichen Vereinen und Institutionen fachmännisch anzuleiten und zu begleiten, zum Beispiel den Bau von zwei Sportheimen und Sportplätzen, des Tennisclubheims sowie der Gemeindescheune. Zudem war er viele Jahre Vorstandsmitglied beim SVL und erhielt 1995 die Goldene Verdienstnadel des Vereins.

Auch in der katholischen Kirchengemeinde war Hans Blank über viele Jahrzehnte mit Herzblut engagiert und nicht wegzudenken. Von 1965 bis 2001 war er im Kirchengemeinderat, davon 33 Jahre als Zweiter Vorsitzender.

In diese Zeit fielen 1965 und 1986 die beiden Kirchenrenovationen, die Sanierung der Friedhofsmauer sowie der Umbau des Pfarrhauses, die er als Verantwortlicher federführend leitete.

Seine Dreifaltigkeitskirche war ihm immer wichtig und auch noch bei der letzten Renovation 2016 bis 2019 hat er die Bauarbeiten mit Interesse verfolgt und gab den einen oder anderen Ratschlag.

Für alle seinen kirchlichen Aktivitäten wurde ihm die „Martinus-Medaille“ der Diözese Rottenburg-Stuttgart für gelebte Nächstenliebe verliehen. Des Weiteren gründete er im Jahr 1966 in Löffelstelzen mit anderen Gleichgesinnten die Ortsgruppe KAB/VKL, dessen 1. Vorsitzender er 35 Jahre lang war, später Ehrenvorsitzender und Träger der „Roten Ehrennadel“ für 65 Jahre KAB-Mitgliedschaft. Mit dem Vorsatz und der Perspektive an einer besseren und vor allem christlich geprägten Zukunft mitzuarbeiten und mitzugestalten zu können, machten Hans Blank über Jahre zur treibenden Kraft im kulturellen Angebot der Gemeinde. Unter anderem seien hier aufgezählt: jährliche Vorträge, Faschingsveranstaltungen mit dem Bau der Kulissen oder Motivwagen sowie die jahrzehntelange Pflege aller Kreuze und Bildstöcke.

Auch gründete er die Seniorengymnastikgruppe. Er war zudem Mitglied im örtlichen Sportverein, Musikverein, CDU-Ortsverband, im Wallfahrtsverein und der Bad Mergentheimer DLRG. Sport und hier vor allem den Ausdauersport liebte er über alles. Seine „Langstrecken-Arkau-Runden“ bis ins hohe Alter sind noch heute legendär. Das Mitgefühl gilt seiner großen Familie, den fünf Kindern und Enkelkindern vor allem seiner Frau Tekla, die ihm den Rücken für sein großes Engagement freihielt und einen großen Anteil am Gelingen seiner Arbeit hatte. Ohne ihre Mithilfe und große Unterstützung wäre vieles nicht möglich gewesen. Hans Blank hat sich um den Ort Löffelstelzen überaus verdient gemacht, und mit seinem Tod ist die Gemeinde um eine wichtige Persönlichkeit ärmer geworden.

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