Bad Mergentheim

Vortrag Ketterberg Dialog fand das erste Mal digital statt / Prof. Dr. Maximillian Mayer referierte über Beziehung zum fernen Osten

Chinas wirtschaftliche und sicherheitspolitische Ambitionen erörtert

Archivartikel

Bad Mergentheim.Der 18. Ketterberg Dialog der Würth Industrie Service zum Thema „Chinas wirtschaftliche und sicherheitspolitische Ambitionen in diesem Jahrhundert“ wurde erstmals virtuell durchgeführt und aufgezeichnet. Hierzu versammelten sich die Teilnehmer der Veranstaltung als Avatare in einem extra hierfür geschaffenen virtuellen Vortragsraum des Unternehmens (Bild). Nach den interessanten Ketterberg Dialogen (unter anderem mit Brigadegeneral a.D. Johann Berger oder Prof. Dr. Gabi Dreo Rodosek) konnte für den Vortrag der Reihe Prof. Dr. Maximilian Mayer, Assistant Professor in International Studies, School of International Studies der Universität of Notingham, Ningbo China (UNNC), gewonnen werden. Der Impulsvortrag hatte „Chinas wirtschaftliche und sicherheitspolitische Ambitionen in diesem Jahrhundert“ zum Thema. Mit der Intensivierung seiner Aktivitäten entlang der modernen Seidenstraße, auch bekannt als „One Belt, One Road“, habe sich China zu einem globalen wirtschaftlichen und politischen Hauptakteur entwickelt. Insbesondere unter der Präsidentschaft Xi Jinpings begann ein strategisches Umdenken, das China in zunehmendem Maße zum vollwertigen globalen Akteur werden lässt, erklärt Prof. Dr. Maximilian Mayer.

Neben Chinas Rolle als einer der angehenden Technologieführer weltweit, spielen auch Maßnahmen wie Investitionen in den Ausbau bestehender Infrastrukturprojekte eine zukunftsweisende Rolle. Nicht nur im Bereich des traditionellen Damm- oder Hafenbaus wird China seiner Rolle als Vorreiter gerecht, auch digitale Infrastrukturen wie Smart Cities oder Anwendungen künstlicher Intelligenz gewinnen zunehmend an Bedeutung.

Doch das Misstrauen China gegenüber wächst. Geopolitische Diskussionen verstärken das Bild, die fernöstliche Nation als systematischen Gegner zu betrachten, den es einzugrenzen gilt. Aus der Perspektive europäischer Interessen ergeben sich laut Prof. Dr. Maximilian Mayer somit zwei grundlegende strategische Komplexe: Zum einem muss Europa vor dem Hintergrund der Stärkung von Chinas Wirtschaft und Technologie seine Herangehensweise überdenken.

Zum anderen drängt sich im Hinblick einer zunehmend instabileren Nachbarschaft sowie der Zerrüttung der transatlantischen Beziehungen die Frage auf, ob und wie China im Rahmen globaler und regionaler Governance als Sicherheitspartner gesehen werden kann, oder aber zum strategischen Konkurrenten auch im Bereich der Sicherheitspolitik avanciert.

Im Anschluss an den Impulsvortrag gab es ausreichend Gelegenheit für Diskussionen. Die Aufzeichnung des 18. Ketterberg Dialogs gibt es auf der Internetseite der Würth Industrie Service. pm

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