Bad Mergentheim

FN-Projekt Über 400 Schüler erhalten ein Jahr lang kostenlos Zugang zur Digitalen Zeitung / Kampagne soll mediale Fähigkeiten fördern

Checken, was in den Medien Fakt ist

Archivartikel

Das FN-Projekt „Faktenchecker“ startete am Montag an der Kaufmännischen Schule Bad Mergentheim.

Bad Mergentheim. Der Name ist neu, das Projekt längst bewährt. Unter dem Titel „Faktenchecker – Schlaue Köpfe fördern“ (früher „Klasse Azubis“) wollen die Fränkischen Nachrichten und ihre Partner bei Schülern ein ausgefeilteres Bewusstsein für den Umgang mit der täglichen Flut an Neuigkeiten schaffen. 2019 sind mit über 400 Schülern dreimal mehr am Start als im Vorjahr. Nun fiel auch an der Kaufmännischen Schule der Startschuss, wo rund 60 junge Erwachsene daran teilnehmen. Eine der drei Klassen ist erfreulicherweise bereits zum dritten Mal mit von der Partie.

Permanent prasseln über das Internet via Facebook und Co neue Nachrichten auf die jungen Leute ein. „Es ist unheimlich wichtig, zu wissen, woher diese Meldungen kommen und welchen Zweck sie haben. Mit der täglichen Datenflut aus dem Netz muss man sich kritisch auseinandersetzen“, so FN-Chefredakteur Dieter Schwab.

Der prüfende Umgang mit Medien kommt den Schülern im Berufsleben zugute, betonte Projektleiter Wolfgang Berger bei der Auftaktveranstaltung in der Kaufmännischen Schule. Dabei bezog er sich auf eine Studie der Bertelsmann-Stiftung, bei der 2500 Führungskräfte in Tiefeninterviews befragt wurden – unter anderem waren BMW, DHL oder ADAC mit von der Partie. Das Ergebnis: Der entscheidende Faktor für den beruflichen Erfolg ist die Medienkompetenz. Sie steht an der ersten Stelle der Studie, noch vor der persönlichen Kompetenz und sogar vor den fachlichen Fähigkeiten.

In Zeiten von „fake news“ werde es immer schwieriger, Wahres von Unwahrem unterscheiden zu können. Umso wichtiger sei es, die Medienkompetenz junger Menschen nachhaltig zu fördern. „Das Projekt ,Faktenchecker’ ist eine Bildungsoffensive für junge Menschen. Es soll Wissen vermitteln“, so Dieter Schwab.

Grundsätzlich sei es egal, über welchen Kanal (Tageszeitung, Radio, Fernsehen, Internet) Nachrichten verbreitet würden. „Entscheidend ist, was die Nachricht für eine Qualität hat. Die Fähigkeit, dies zu erkennen, wollen wir in Kooperation mit der Landeszentrale für politische Bildung, weiteren Partnern und den betreuenden Lehrern vermitteln.“ Wer lese, so Projektleiter Wolfgang Berger bei der Auftaktveranstaltung, verbessere zudem seine Sprachfähigkeiten und sein Allgemeinwissen. Darüber hinaus lerne man, sich richtig und verlässlich über Ereignisse und Entwicklungen auf lokaler und regionaler, aber auch nationaler und internationaler Ebene zu informieren. Das Projekt wolle dazu animieren, Verantwortung in Schule, Betrieb und in der Gesellschaft zu übernehmen sowie ein Bewusstsein für Land und Leute in der Region zu entwickeln, um die Verwurzelung zu fördern, betonte Berger.

Wichtig sei zudem das Thema Allgemeinwissen – nicht nur mit Blick auf Weltpolitik oder Wirtschaft, sondern ganz besonders auch auf lokaler und kommunaler Ebene.

An der Kaufmännischen Schule in Bad Mergentheim nehmen 60 Schüler am Kooperationsprojekt teil. Ein Jahr lang haben sie per Smartphone, Tablet oder PC Zugriff auf die Digitale Zeitung der FN und haben so Gelegenheit zur ausgiebigen Lektüre der Fränkischen Nachrichten – jederzeit und überall. Wolfgang Berger erläuterte den Schülern die „Spielregeln“ für das Projekt, das bereits in den vergangenen Jahren unter dem Titel „Klasse Azubis“ erfolgreich über die Bühne ging und aus Sicht der FN, aber vor allem auch der beteiligten Schüler, Schulen und Ausbildungsbetriebe, erfreuliche Ergebnisse erzielte. Die große und positive Resonanz hätte zu einer Ausweitung des Projekts geführt, so dass man nicht länger nur Auszubildenden, sondern auch Schülern weiterführender Schulen im Verbreitungsgebiet der FN eine Teilnahme ermögliche. In erster Linie sollen die Schüler einfach nur regelmäßig die Tageszeitung lesen: Ein monatliches Online-Quiz soll zeigen, was die Teilnehmer aus der regelmäßigen Lektüre mitnehmen. Am Ende warten ein Abschlusstest und eine Prämierung.

Die beste „Faktenchecker“-Klasse wird ausgezeichnet. Mehrere Berufs- und weiterführende Schulen aus dem Main-Tauber- und Neckar-Odenwald-Kreis sind beteiligt. Die monatlichen Tests werden von Projektleiter Wolfgang Berger vorbereitet und ausgewertet. Sie werden auf einer Internet basierten Software durchgeführt, die für Smartphones geeignet ist. Die Fragen stammen stets aus dem Zeitraum zehn Tage vor Testbeginn und beziehen sich auf Inhalte der Tageszeitung. Die Themen werden dabei aus den wichtigsten Berichten verschiedener „Wissenskategorien“ (Politik, Kultur und Vermischtes, Wirtschaft, Sport, Lokales) entnommen. Begleitend werden verschiedene Veranstaltungen den Fokus auf das Thema Medienkompetenz, seriöse Berichterstattung und „fake news“ legen. Dazu finden eigene Unterrichtseinheiten statt, die von Redakteuren der FN beziehungsweise vom „Team Demokratie“ der Landeszentrale für politische Bildung geleitet und moderiert werden. Im Mittelpunkt steht dabei eine „Schreibwerkstatt“, in der die Schüler unter anderem mit dem Schreiben von Meldungen und Texten für die Tageszeitung vertraut gemacht werden. Eine weitere Einheit befasst sich konkret mit dem Themenfeld „fake news“.

Zum Thema