Bad Mergentheim

Bürgerforum "Stadtbild" Serie "Mergentheim und das Wasser" (Folge 18) / Karlsquelle I und II

Brunnenfrauen befüllten Gläser

Bad Mergentheim.Nachdem die 1826 von Schäfer Gehrig entdeckte Quelle wegen Hochwassers vorerst aufgegeben werden musste, versuchte man im Sommer 1828, das Mineralwasser außerhalb des Bereichs der Tauber am Fuß des Löffelstelzer Berges, etwa 300 Schritte entfernt, zu erreichen. Mit Hilfe von Bohrgeräten gelang dies, ein Bohrloch brachte in 65 Fuß Tiefe eine neue ergiebige Mineralquelle hervor.

Einige 100 Schritte oberhalb der Tauber wurde eine zweite ergiebige Quelle gefunden. Im Frühling 1829 erstellte man über der neuen Quelle ein Brunnenhaus und daneben ein Badgebäude.

Ein zeitgenössisches Gemälde zeigt vor dem Hintergrund der Weinberge das Brunnenhaus mit einem Dreiecksgiebel auf vier Säulen und links daneben das langgestreckte Badhaus. Mit der Eröffnung des "Karlsbades" am 23. Juni 1829 wurde Mergentheim Kurort.

In der Beschreibung des Oberamts Mergentheim ist die "Analyse der Karls-Quelle von Hofrath Dr. Scherer" aus Würzburg von 1869 abgedruckt.

Kochsalz, Bitter- und Glaubersalz sind die charakteristischen Bestandteile. Der Kochsalzgehalt ist mit knapp 14 Gramm pro Liter etwa so hoch wie der der Trinkquellen von Homburg und Soden. Der Gehalt an Bitter- und Glaubersalz (2,5 und 3,7 Gramm pro Liter) insgesamt ist höher als der Gehalt an Glaubersalz im Marienbader Kreuzbrunnen und mehr als doppelt so hoch wie der der Karlsbader Quellen. Ihrem Gehalt an Kohlensäure sei es zuzuschreiben, dass im Geschmack des Wassers die Bestandteile an Koch-, Bitter- und Glaubersalz nur mäßig hervortreten. Ihre Temperatur beträgt 10 Grad Celsius.

1911 und 1912 wurde die Karlsquelle neu gefasst, in der 1920 errichteten Trinkhalle füllten Brunnenfrauen mit weißen Häubchen die Gläser der Kurgäste.

Seit der Eröffnung der Wandelhalle 1935 erfolgte die Ausgabe des Heilwassers in deren beiden Trinkpavillons. Die Karlsquelle II wurde 1927 erbohrt, ihr Tempelchen im Kurpark vor dem Rosengarten ist erhalten.

Dr. med. Haug, leitender Arzt vom Kurhaus Mergentheim, beschreibt in den 1930er Jahren die hauptsächlichen Krankheiten, bei denen eine Mergentheimer Trinkkur hilft: Stoffwechselkrankheiten wie Zuckerkrankheit, Fettsucht und Gicht, Erkrankungen des Magens und Darms sowie Erkrankungen der Leber und der Gallenwege. KW