Bad Mergentheim

Jugendgemeinderat Karim Kassab und Alisa Fitzgerald sind die neuen Sprecher / Jugendprojekte werden gefördert

Bike-Dirt-Park ist auf der Zielgeraden

Archivartikel

Personalwechsel im Jugendgemeinderat: Zwei schieden aus, eine Jugendgemeinderätin wurde als Nachrückerin neu verpflichtet. Die zweite Nachrückerin wird ihr Amt noch antreten.

Bad Mergentheim.Eine dicht gepackte Tagesordnung hatten die Jugendgemeinderäte in der Sitzung unter der Leitung von OB Udo Glatthaar am Mittwochabend im Neuen Rathaus zu bewältigen. Doch nicht alles, was im öffentlichen Teil vorgesehen war, wurde auch dort behandelt. So geschehen bei den Beschlüssen über die Förderung von Jugendprojekten. Insgesamt acht Förderanträge lagen dazu vor; sie wurden von Kornelia Perleth vom Sachgebiet Bildung, Betreuung und Ehrenamt vorgetragen. Allerdings wollte das Gremium über die Vergabe der Fördermittel nicht im öffentlichen Teil beraten und beschließen, weshalb dies in den nicht-öffentlichen Teil der Jugendgemeinderatssitzung verschoben wurde. Die Stadtverwaltung teilte der Redaktion die Beschlüsse am Donnerstag mit.

Die generellen Richtlinien für solche förderungswürdigen Jugend-Projekte sehen vor, dass sie vom Jugendgemeinderat (JGR) im Einzelfall mit 300 Euro gefördert werden, in Ausnahmefällen kann die Fördersumme bis zu 500 Euro betragen. Insgesamt stehen 2800 Euro an Fördermitteln im Haushalt bereit.

Keine leichte Aufgabe, denn in allen Anträgen war sinnvoll und nachvollziehbar aufgeführt, warum und wofür die Mittel eingesetzt werden sollen. So beantragten die Elternvertreter der Klasse 11 des Deutschorden-Gymnasiums einen Zuschuss für die Anschaffung von T-Shirts für den Abiturjahrgang 2022 – die Aufwendungen werde, wie im Antragsschreiben erläutert, mindestens 1000 Euro betragen. Der JGR vergab dafür einen Zuschuss von 150 Euro.

Die evangelische Jungschar Herbsthausen veranstaltet regelmäßig ein Ferien-Zeltlager; die Teilnehmer kommen aus Herbsthausen sowie den umliegenden Stadtteilen (zum Beispiel Wachbach, Rot, Hachtel und Schönbühl).

Auch in Corona-Zeiten wurde das Lager, wenn auch deutlich abgespeckt, angeboten. Die Initiatoren baten deshalb um einen Zuschuss in Höhe von 250 Euro für Bastelmaterial und Verpflegung, der vom Gremium gewährt wurde.

Gleich zwei Förderanträge stellte die Freiwillige Feuerwehr, Abteilung Löffelstelzen, für die Jugendarbeit. Zum einen ging es dabei um Anschaffung einheitlicher T-Shirts mit Feuerwehrwappen und Namen. Die Kosten dafür belaufen sich auf 600 Euro. Außerdem soll Fachliteratur und Lehrmaterial für Ausbildungszwecke der Abteilungs-Jugendfeuerwehr angeschafft werden – hier wurde bereits gehandelt; die Kosten betrugen 312 Euro. Die Jugendgemeinderäte gewährten einen Zuschuss in exakt dieser Höhe.

Auch die Liebenzeller Gemeinschaft bietet seit einigen Jahren ein Jugend-Sommerzeltlager an; auch im schwierigen (Corona-)Jahr 2020 wurde ein solches angeboten. Teilgenommen haben 45 Kinder im Alter von acht bis zwölf Jahren. Betreut wurden die Teilnehmer von 20 ehrenamtlichen Helfern. Für die entstandenen Kosten – aufgeschlüsselt wurden sie im Volumen von 988,37 Euro – bat die Liebenzeller Gemeinschaft um einen Zuschuss. Der JGR vergab einen solchen in Höhe von 500 Euro.

Gute Nachwuchsförderung

Die Blaskapelle Löffelstelzen betreibt eine gute Nachwuchsförderung; die Jugendlichen proben regelmäßig an einem Abend pro Woche. Kenntlich machen sich die jungen Musiker durch ein gelbes T-Shirt mit dem Logo der Kapelle. Da Kinder bekanntlich wachsen, sind die T-Shirts mittlerweile zu klein – die Kapelle will deshalb 13 neue zum Preis von 292,50 Euro anschaffen und bat dafür um einen Zuschuss. Der beläuft sich nach dem Beschluss des JGR auf 200 Euro.

Viel Aufwand betreiben die Power-Girls aus Dainbach, um bei ihren Auftritten nicht nur ein tänzerisch gutes, sondern auch ein stimmiges optisches Bild abzugeben. Bei rund 80 Mitgliedern im Alter von drei bis 20 Jahren kommt für die entsprechenden Kostüme natürlich eine erhebliche Summe zusammen. Auch abzüglich des beachtlichen Eigenanteils der Tänzerinnen verbleiben somit knapp 808 Euro, die die Power-Girls selbst stemmen müssen. Dafür erbat sich die Gruppe einen Zuschuss. Und den bekamen die Power-Girls auch – 400 Euro gewährte der JGR.

Und schließlich hat auch die Fußball-Jugend des VfB Bad Mergentheim erhebliche Aufwendungen, damit das Training entsprechend den Vorgaben des Württembergischen Fußball-Verbands laufen kann. Nicht nur Bälle wurden angeschafft, auch einheitliche Trainingsanzüge und Taschen sollen eingekauft und vom Verein verbilligt an die Kinder und Jugendlichen abgegeben werden. Der VfB beantragte deshalb eine Förderung in Höhe von 150 Euro, die der JGR in dieser Höhe gewährte.

Da die im Haushalt bereitstehenden Mittel für förderungswürdige Jugendprojekte nicht vollständig ausgegeben wurden, beschlossen die Jugendgemeinderäte außerdem, dem örtlichen Tafelladen eine Spende zukommen zu lassen. Die beläuft sich auf 838 Euro; somit sind alle im Haushalt bereitstehenden Mittel ausgegeben.

Auch im Jugendgemeinderat gibt es Fluktuation: Smilla Huck und Tim Velthaus baten vor Kurzem darum, wegen dauernder Ortsabwesenheit von ihrem Amt entbunden zu werden. Der von der Gemeindeordnung verlangte „wichtige Grund“ ist damit erfüllt. Für Tim Velthaus rückte nun Mirjam Ulshöfer nach; die Nachfolgerin für Smilla Huck wird in der nächsten Sitzung des Gremiums ihren Platz einnehmen.

Nachrückerin verpflichtet

Oberbürgermeister Udo Glatthaar verpflichtete Mirjam Ulshöfer als Nachrückerin von Tim Velthaus. Der nach dem Nachsprechen der vom OB vorgetragenen Verpflichtungsformel übliche Handschlag entfiel coronabedingt, und so wurde die Sache per Ellbogenkontakt formal korrekt abgeschlossen. Zudem wählte das Gremium neue Sprecher. Nach einer kurzen Beratungspause einigten sich die Jugendgemeinderäte auf zwei Kandidaten: Karim Kassab und Alisa Fitzgerald wurden einstimmig in ihr neues Amt gewählt.

Mit der Errichtung eines Bike-Dirt-Parks im Auenland geht es voran, wie OB Glatthaar informierte. Die hügelige Erlebnisstrecke aus Erde für Mountainbikes und BMX-Räder soll in der Nähe der Schulgebäude entstehen. Dazu gibt es eine Arbeitsgruppe aus Jugendgemeinderäten, dem Bauamt und am Thema interessierten Jugendlichen. Besonders erfreulich ist aus Sicht der Stadt, dass sich auch ein örtliches Bauunternehmen im Rahmen eines Azubi-Projektes in das Vorhaben einbringen möchte. Einen genauen Zeitplan konnte die Stadtverwaltung noch nicht nennen, dieser ergebe sich aus den weiteren Abstimmungen und gemeinsamen Planungen zur genauen Ausgestaltung des Projekts, das auf Antrag interessierter Jugendlicher in die Wege geleitet wurde – der Jugendgemeinderat hatte sich einmütig hinter den Wunsch der jungen Leute gestellt.

In Abstimmung mit dem Stadtwerk wird, so der OB weiter, eine Ladestation für E-Bikes vor dem Alten Rathaus angebracht. Vorgesehen sei die Nordseite des Gebäudes. Die Anregung des Jugendgemeinderates kann damit in Kürze umgesetzt werden.

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