Bad Mergentheim

Evangelische Kirchengemeinde Elektroauto offiziell in Betrieb genommen / 15 000 Euro Spenden

Beitrag zu Sparsamkeit und Umweltschutz

Bad Mergentheim.Spenden von 15 000 Euro machten es möglich: Die evangelische Kirchengemeinde Bad Mergentheim hat ein Elektroauto angeschafft - tagsüber für die Nachbarschaftshilfe, abends und am Wochenende für Carsharing.

Seit Jahren ist ein Umweltteam das "grüne Herz" der Kirchengemeinde. Wie Manfred Gaupp bei der offiziellen Übergabe des Fahrzeugs am Dietrich-Bonhoeffer-Haus berichtete, wurde hier schon im Jahr 2011 ein Umweltmanagementsystem eingeführt, das die Landeskirche mit der Verleihung des "Grünen Gockels" zertifizierte.

Das Team, tatkräftig unterstützt von der damaligen Pfarrerin und jetzigen Stuttgarter Prälatin Gabriele Arnold, gab viele Anstöße zum Energiesparen im kirchlichen und privaten Bereich, wie etwa die Installation einer Photovoltaikanlage auf dem Kindergarten Propsteistraße.

Bei Wettbewerb gewonnen

Dann, so Manfred Gaupp, habe man von einem Nachhaltigkeits-Wettbewerb erfahren, den Landesregierung und Kirchen gemeinsam ausgerufen hatten. "Wir haben angefangen zu träumen, was wir mit einem Hauptpreis von 5000 Euro machen könnten".

Ein Elektrofahrzeug schien eine gute Option, nutzbar auch von der örtlichen Carsharing-Initiative. So habe man sich beworben und gleichzeitig Sponsoren angesprochen. "Da haben wir viele offene Türen gefunden", freut sich Manfred Gaupp. Riesengroß war das Glück, als man 2015 einen Hauptpreis mit 5000 Euro bekam und zugleich Spenden von insgesamt 15 000 Euro verbuchen konnte. "Das Bad Mergentheim Mobilitätsprojekt zeigt mustergültig auf, wie sich Kirchengemeinden auf innovative Weise für eine lebenswerte Zukunft einsetzen können", hieß es in der Laudatio bei der Preisverleihung.

Hauptsponsoren waren Sparkasse Tauberfranken, Volksbank Tauberfranken, die Igersheimer Firma Wittenstein und das Stadtwerk Tauberfranken. Man erarbeitete das Konzept einer gemeinsamen Nutzung durch die Ökumenische Nachbarschaftshilfe und den Verein "Taubermobil Carsharing e.V.", wobei das Auto abends und am Wochenende den Mitgliedern des Vereins zur Verfügung stehen sollte.

Ladepunkt für Allgemeinheit

Es folgten Recherchen zu Lade- und Abrechnungssystemen. Eine Doppel-Ladesäule wurde im November 2016 vom Stadtwerk Tauberfranken neben dem Dietrich-Bonhoeffer-Haus installiert, einer der Ladepunkte steht dabei der Allgemeinheit zur Verfügung. "Bei der Kirche können Sie auftanken!", wirbt ein grünes Schild am Straßenrand. Die Kirchengemeinde wählte als reines Elektrofahrzeug einen Renault Zoe aus und der Kirchengemeinderat stimmte der Umsetzung des Projekts einstimmig zu.

Im Frühjahr dieses Jahres wurde das Fahrzeug ausgeliefert und jetzt offiziell seiner Bestimmung übergeben. Vier Ladesäulen, so informierte Stadtwerk-Geschäftsführer Paul Gehrig, habe sein Unternehmen damit für die Öffentlichkeit in Bad Mergentheim aufgestellt. Die Ladezeit hänge dabei vor allem von der Ladetechnik des Fahrzeugs ab. Erste Erfahrungen zeigten, dass die Ladepunkte durchschnittlich zwei Stunden belegt seien. Man könne aber kalkulieren, dass nach einer halben Stunde 70 Prozent der möglichen Aufladung erreicht seien.

"Ladezeit nicht das Problem"

Die Ladezeit, so Paul Gehrig, sehe er nicht als Problem. Nur 15 bis 20 Prozent der Ladevorgänge, so habe man erhoben, erfolgten an öffentlichen Säulen, die meisten daheim oder am Arbeitsplatz. Außerdem könne man bei einer Zunahme der Elektromobilität weitere Ladesäulen aufstellen. Die Nutzung der Säulen in Bad Mergentheim sei in der Einführungsphase noch kostenlos. Später werde über eine Handy-App bezahlt (wobei Kunden des Stadtwerks einen günstigeren Tarif erhalten).

Die Sponsoren waren bei der Übergabe vertreten durch Regionaldirektor Manfred Bürckert (Sparkasse Tauberfranken), Geschäftsführer Paul Gehrig (Stadtwerk Tauberfranken), Wendelin Geiger, Regionalleiter Strategie und Öffentlichkeitsarbeit, sowie Wolfgang Maier, Abteilungsleiter erneuerbare Energien und Umwelt (Volksbank Tauberfranken).

Für die Kirche waren dabei Pfarrerin Regina Korn, Kirchenpflegerin Viola Popp, Gisela Grammetbauer von der Nachbarschaftshilfe sowie Heidi Weber und Manfred Gaupp vom Umweltteam. peka