Bad Mergentheim

Ehejubiläum Goldene Hochzeit im Hause Marta und Philipp Kimmelmann / In vielen Vereinen aktiv / Kolpingsfamilie bildet zentralen Punkt

Beim Volksfest hat es dann „gefunkt“

Ihre goldene Hochzeit feiern am 10. Oktober in Markelsheim Marta, geborene Schmezko, und Philipp Kimmelmann. Beide sind in Markelsheim durch ihr Engagement in ein Begriff.

Markelsheim. Zwei Töchter und zwei Söhne entsprangen der Ehe, sieben Enkelkinder komplettieren die Familie. Letztere bringen immer wieder quirliges Leben ins Haus von Oma und Opa.

„Wir sind all die Jahre gut miteinander ausgekommen“, betonen die Ehejubilare unisono und fügen an: „Man muss sich eben zuhören und auch mal Kompromisse schließen können.“ So dürfen sie sich zufrieden und bei ordentlicher Gesundheit am Donnerstag feiern lassen.

1966 auf dem Bad Mergentheimer Volksfest hat es zwischen den beiden gefunkt, erinnert sich Marta Kimmelmann. Sie – geboren 1950 in Lauda und aufgewachsen in Messelhausen – war zu dieser Zeit im Kurhaus „Villa Regina“ beschäftigt und besuchte die Hauswirtschaftliche Berufsschule. Abendliche Ausgänge waren der jungen Marta damals nur in Begleitung älterer Arbeitskolleginnen erlaubt. Einige dieser Kolleginnen wohnten in Markelsheim und brachten aufs Volksfest ihre älteren Brüder und deren Freunde mit. Einer von ihnen war Philipp.

Die beiden verstanden sich auf Anhieb und so trafen sie sich immer wieder zu Unternehmungen – bei denen nicht selten die Kolpingsfamilie eine Rolle spielte. Kein Wunder, gehörte ihr Philipp doch seit 1961 an. Klar, dass er sie zum Zehnjährigen des Markelsheimer Gesellenvereins einlud. Der erste gemeinsame Ausflug nach Holland fand ebenfalls mit der Kolpingsfamilie statt. Unzertrennlich war das junge Paar geworden und so feierten sie im Mai 1969 Verlobung und am 10. Oktober 1969 Hochzeit. Da sie noch nicht 21 war, was damals Volljährigkeit bedeutete, benötigte Marta von ihren Eltern die schriftliche Einwilligung zur Eheschließung. Kirchlichen Segen erhielten die beiden in der Kilianskirche, die sie nach der Trauung durch Spaliere einiger Vereine verließen. Abends marschierten die Reservisten zur Gratulation.

Ab 1970 erforderte neben dem Haushalt die Erziehung der Kinder die ganze Kraft und Aufmerksamkeit Marta Kimmelmanns, die in den 1980ern auch ihre pflegebedürftigen Schwiegereltern und 2013 ihren Vater in den Haushalt aufnahm. Da die Wohnung mittlerweile zu klein geworden war, bauten die Kimmelmanns 1979 ihr Eigenheim.

Bleibender Mittelpunkt

1991 stieg Marta Kimmelmann wieder ins Berufsleben ein. Bis zur Rente 2009 arbeitete sie als Amtsbotin und war für die Sauberkeit im und ums Rathaus verantwortlich.

Stets im Mittelpunkt stand bei der Familie die Kolpingsfamilie Markelsheim. Und Marta Kimmelmann war (und ist bis heute) immer zur Stelle, wenn Hilfe benötigt wurde. 1989 wurde sie in den Vorstand gewählt, ab 2009 war sie ein Teil des Leitungsteams. Seit 2018 ist sie alleinige Vorsitzende. Ebenfalls seit 1988 ist sie aktiv im katholischen Frauenbund und seit 20 Jahren für die Seniorenarbeit verantwortlich. Seit 1996 ist sie auch dort Mitglied im Vorstand.

Philipp Kimmelmann ist 1944 in Markelsheim geboren, absolvierte eine kaufmännische Ausbildung und wechselte nach der Bundeswehr in die öffentliche Verwaltung. Ab 1967 bei der Gemeindeverwaltung Markelsheim und nach der Eingemeindung bei der Stadt Bad Mergentheim angestellt, übte er bis zum Ruhestand 2004 die Leitung der Verwaltungsstelle Markelsheim aus. Im Oktober 1967 war er der jüngste, bei seinem Abschied vom Rathaus dann der dienstälteste Standesbeamte im Main-Tauber-Kreis. Rund 250 Paare hat er in diesen Jahren getraut und darüber hinaus alle anfallenden Arbeiten erledigt, die in der Verwaltungsstelle anfielen, von der Protokollführung im Ortschaftsrat bis hin zur Bearbeitung von gut 1300 Rentenanträgen. Zur Ankurbelung des Tourismus’ begann er zudem mit den Ortsführungen für Gästegruppen.

Seit 1961 in der Kolpingsfamilie aktiv, gründete und leitete Philipp 1964 die Jungkolpinggruppe. In der Kolpingsfamile hat er alle Vorstandsstationen absolviert: Schriftführer, Vorsitzender, Altsenior, Bezirksdelegierter, um nur einige zu nennen. Seit 1974 plant und organisiert er die beliebten Kolping-Reisen, schrieb zum 50-jährigen Bestehen des Markelsheimer Gesellenvereins neben der Festschrift gar ein Rollenspiel. In all den Jahren hat er die Kolpingsfamile aktiv mitgestaltet. Jahrzehntelang war er als deren Pressewart auch für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig. Unter dem Kürzel „-pkm-„ berichtete er allerdings auch über das Leben der gesamten Gemeinde. 2011 wurde er für 50-jährige Treue zum Ehrenmitglied der Kolpingsfamilie ernannt. Eine Herzensangelegenheit war und ist ihm die Pflege der Verbindung nach Teteman und der Diözese Jasikan in Ghana. Unvergesslich bleibt ihm die Einweihung der Wasserversorgung in Teteman.

Doch Philipp Kimmelmann war und ist längst nicht nur für die Kolpingsfamilie ein wichtiger Faktor. Auch in der Kirche ist er engagiert, war Ministrant, Aushilfsmesner, Lektor, Kommunionhelfer und Kirchengemeinderat. 23 Jahre leitete er den Walldürner Wallfahrtsverein, heute ist er Ehrenvorsitzender. Ehrenmitglied ist er außerdem beim DRK-Ortsverein, dem er zehn Jahre lang vorstand. Seit 1979 bei der Raiffeisenbank, ab 1999 bei der Volksbank Bad Mergentheim wirkte Philipp Kimmelmann als Aufsichtsratsvorsitzender, als stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender dann ab 2009 bei der Volksbank Main-Tauber sowie Vorstandsmitglied der Volksbank Main-Tauber-Stiftung bis 2011, danach Mitglied im Beirat der Bank.

Sportlich von jung auf begeistert, gehörte dem Fußball seine große Leidenschaft. Er kickte in Igersheim und Löffelstelzen, bevor er 1969 die Markelsheimer Fußballabteilung an maßgeblicher Stelle mit gründete. Hier war er nicht nur aktiver Spieler, sondern auch Schriftführer, stellvertretender Abteilungsleiter und Mannschaftsbetreuer, 1971 legte er zudem noch die Schiedsrichterprüfung ab. Heute hält er sich mit dem täglichen Fahrradfahren und der Garten- und Blumenpflege fit. Sowohl vom Genossenschaftsverband wie auch vom Landessportbund erhielt Philipp Kimmelmann die verdienten Auszeichnungen. Das silberne Kronenkreuz der evangelischen Landeskirche wurde ihm für langjährige ehrenamtliche Mitarbeit in der Suchkrankenhilfe verliehen. Und schließlich wurden sein großer Einsatz und seine Verdienste 1985 mit der silbernen Ehrennadel des Landes gewürdigt.

Nach wie vor sind Marta und Philipp Kimmelmann in der Vereinsarbeit, vor allem bei der Kolpingsfamilie, sehr engagiert. Heute können sie mit Stolz auf das gemeinsam Geleistete zurückblicken und im Kreise ihrer Familie ihr Ehejubiläum begehen. Die Glückwünsche des Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann und des Bad Mergentheimer Oberbürgermeisters wird stellv. Ortsvorsteher Andreas Lehr überbingen. Die Feier findet am Samstag statt und beginnt um 10 Uhr mit einem Gottesdienst, der von der Musikkapelle Markelsheim musikalisch umrahmt wird. tom

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