Bad Mergentheim

Ruhestand Eva Reinmuth war 24 Jahre lang in der Psychologischen Beratungsstelle tätig

Begleiterin in krisenhaften Phasen

Archivartikel

Bad Mergentheim/Weikersheim.Begleitung in unsicheren und krisenhaften Lebensabschnitten ist Kernaufgabe der evangelischen Kirche. Die Psychologische Beratungsstelle Bad Mergentheim ist dabei zuständig für Ehe-, Lebens- und Erziehungsberatung. „Beratung ist Erweiterung der Seelsorge“, betont die scheidende Leiterin, Diplom-Psychologin und Gesprächspsychotherapeutin Eva M. Reinmuth. „Wir wenden uns den Menschen in ihren Sorgen und Nöten zu und unterstützen sie mit den Mitteln der modernen Beratung und Therapie“.

Seit 40 Jahren in Kurstadt tätig

Seit 40 Jahren arbeitet die vom evangelischen Kirchenbezirk Weikersheim getragene Stelle in Bad Mergentheim. Seitdem hat sich der Schwerpunkt immer mehr von der Ehe- und Lebensberatung hin zur Erziehungsberatung verlagert. Doch weiterhin werden Familien unterstützt, belastete Menschen in Krisenzeiten ermutigt und wird Hilfestellung bei der Klärung von Paarkonflikten gegeben. Eva M. Reinmuth, seit 24 Jahren bei der Bad Mergentheimer Beratungsstelle tätig und zuletzt deren Leiterin, hat zum Beginn des Monats ihren Ruhestand angetreten. Der jetzt vorgelegte Jahresbericht ist der letzte aus ihrer Feder und die geleistete Arbeit kann sich sehen lassen. Ein beachtliches Arbeitspensum hat das Team von vier festangestellten Fachkräften, zwei Teamassistentinnen und zwei Honorarkräften im vergangenen Jahr bewältigt. Die Fallzahlen sind von 338 auf 398 gestiegen, dabei wurden 631 Personen beraten. In 319 Fällen handelte es sich um Erziehungs- und Jugendberatung, davon hatten 80 mit Umgang zu tun und in 52 Fällen sind Jugendliche selbst zur Beratung gekommen. 50 Mal ging es um Lebens- und 29 Mal um Paarberatung. In den 40 Jahren der Beratungsstelle im Dietrich-Bonhoeffer-Haus am Bahnübergang wurden etwa 24 000 Menschen in rund 11 000 Fällen beraten – also etwa die Einwohnerzahl Bad Mergentheims. Die Beratungen wurden auch 2019 durch Gruppenangebote für Eltern in Trennungssituationen und Kinder aus Trennung- und Scheidungsfamilien ergänzt. Kinder und Jugendliche sollen so erleben, dass nicht nur über sie, sondern auch mit ihnen gesprochen wird. Hilfreich in schwierigen Situationen ist auch der „begleitete Umgang“, der angeboten wird, um Beziehungskontakte zwischen Kind und einem oder beiden Elternteilen weiterzuführen, wiederherzustellen oder neu zu ebnen. Das, so stellt die Stellenleiterin fest, sei häufig zeitintensiv und erfordere eine enge Zusammenarbeit mit anderen Institutionen wie Jugendamt, Familiengericht, Gutachterstellen oder Verfahrensbeiständen.

Um Wertschätzung bemüht

Das Sekretariat als erste Kontaktstelle für Ratsuchende ist nach den Worten der ehemaligen Leiterin darum bemüht, dass Hilfesuchende eine offene und wertschätzende Annahme erfahren und die Beratungsstelle als einen geschützten Raum empfinden. Sie ist (auch für die Außensprechstunden in Creglingen und Niederstetten) unter Telefon 07931/8069 erreichbar – montags bis freitags von 9 bis 11 Uhr, dazu montags bis donnerstags von 14 bis 16 Uhr.

Mit einem Gottesdienst in der Weikersheimer Stadtkirche St. Georg wird Eva M. Reinmuth am Freitag, 24. Juli, um 15 Uhr durch Dekanin Renate Meixner offiziell in den wohlverdienten Ruhestand verabschiedet. peka

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