Bad Mergentheim

Leserbrief Zur geänderten Verkehrsführung in der Münzgasse und am Gänsmarkt

Beendet so schnell wie möglich das Chaos

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister, sehr geehrte Stadträte, der Gemeinderat hat vor kurzem über eine neue Verkehrsführung in der Innenstadt beraten. Es wurden mehrere Varianten geprüft und inzwischen wird auch einer der Vorschläge für drei Monate probeweise durchgeführt. Als direkt Betroffener möchte ich auf diesem Wege einige Informationen über die neue Situation geben.

Die Planer haben es sich ziemlich einfach gemacht. Sie haben den Verkehr am Gänsmarkt weggenommen und komplett in die Münzgasse verlegt. Die Münzgasse wird nun zum Knotenpunkt. Hier werden nun vier Straßen zusammengeführt.

Fährt man von der Härterichstraße in die Münzgasse, endet diese in einer Sackgasse und man muss wenden. Die Münzgasse ist jetzt außerdem im Zweirichtungsverkehr befahrbar, obwohl sie stellenweise nur 4,7 Meter breit ist. Die Straßenbauverordnung sagt aber, dass innerorts eine Straße im Zweirichtungsverkehr mindestens 5,5 Meter ausweisen muss. An den betreffenden Engstellen kommt es täglich zu Auseinandersetzungen zwischen den genervten Autofahrern und zu Hubkonzerten.

Wir wohnen seit 40 Jahren in der Münzgasse, aber so ein Chaos haben wir noch nicht erlebt. Durch die geänderte Verkehrsführung hat der Verkehr um 90 Prozent zugenommen (in Spitzenzeiten bis zu 300 Fahrzeuge in der Stunde). Rückstaus von der Härterichstraße aus bis zum Kindergarten sind an der Tagesordnung.

In der Münzgasse wohnen auch sehr viele ältere Menschen, welche mich schon mehrmals mit der Bitte angesprochen haben, ich sollte doch beim Amt wegen des gestiegenen Verkehrslärmes vorstellig werden.

Das Öffnen der Fenster bei Tag oder Nacht ist kaum noch möglich, hinzu kommt auch eine starke Belastung durch Autoabgase. Gleichzeitig wird die Münzgasse von rücksichtslosen Autofahrern sowie von Kradfahrern genutzt, welche mit aufheulendem Motor und Knallgeräuschen die Anwohner regelrecht, man kann schon sagen „terrorisieren“, Lärmmessungen haben schon den Wert von über 100 dB angezeigt. Bereits 90 dB können zu Gesundheitsschäden führen.

Die gleichen Beschwerden kommen auch von unseren Hotelgästen, wobei in Zukunft ein Fernbleiben zu befürchten ist.

Im Vorfeld der Planung hat man Verkehrszählungen durchgeführt, sowohl Befragungen der Autofahrer vorgenommen „wo kommen Sie her“, „wo wollen Sie hin“. In der heutigen Zeit der Digitalisierung wäre es ein Leichtes gewesen, diese Ergebnisse in einer Computersimulation einzugeben, um so den Verkehrsfluss zu beurteilen.

Zum Gänsmarkt selbst ist zu bemerken, dass ein Durchkommen für Radfahrer nur unter erschwerten Bedingungen möglich ist, manchmal auch gar nicht mehr. Viele benutzen inzwischen auch den Gehsteig.

Kinder springen hinter den Absperrungen hervor, direkt in die Härterichstraße. Unfälle sind hier vorprogrammiert.

Es zeigt sich schon heute, dass diese Variante der Verkehrsführung so nicht funktionieren kann.

Beenden Sie bitte so schnell wie möglich, am besten gestern, dieses Chaos. Die Anwohner und Autofahrer werden es Ihnen danken.

Gerne lade ich Sie auch zu einem Gespräch vor Ort ein.

Zum Thema